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Veröffentlicht am: 05.06.2026 10:11, Lesezeit: 6 Minuten

KWS bleibt trotz eines herausfordernden Agrarumfelds auf Kurs

Dr. Jörn Andreas vom Finanzvorstand von KWS betont, dass sie trotz eines anspruchsvollen Marktumfelds ihr Geschäfts ausbauen konnten. Die Stärke seie dabei vorallem das Zuckerrübengeschäft

KWS ist eines der führenden Pflanzenzüchtungsunternehmen weltweit. Nun präsentieren sie ihre Geschäftszahlen 2025/2026 nach den ersten neun Monaten. Das familiengeprägte Unternehmen aus Einbeck eröffnete, dass besonders ihr Umsatzanstieg durch saisonbedingte frühere Auslieferungen geprägt war. Auch das Segment Zuckerrüben wächst trotz deutlichen Rückgangs der globalen Anbaufläche.

„Im saisonal wichtigen Frühjahrsquartal konnten wir unser Geschäft trotz eines anspruchsvollen Marktumfelds ausbauen. Unsere Stärke im Zuckerrübengeschäft sowie frühere Auslieferungen trugen zu dieser Entwicklung bei“, kommentierte Dr. Jörn Andreas, Finanzvorstand von KWS.

 „Ein leistungsfähiges Sortenportfolio und konsequente Kostendisziplin haben uns ermöglicht, Belastungen wirksam abzufedern und unsere operative Ertragskraft zu behaupten. Angesichts der Unsicherheiten an den globalen Agrarmärkten werden wir auch zukünftig unsere Strategie mit dem klaren Fokus auf Profitabilität und Innovation konsequent umsetzen.“

KWS Gruppe erhöht ihre Umsatzerlöse

In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2025/2026 erzielte die KWS Gruppe Umsatzerlöse von 1.348,6 (1.344,3) Mio. €. Auf vergleichbarer Basis (ohne Währungs- und Portfolioeffekte) stieg der Umsatz im Berichtszeitraum im Wesentlichen aufgrund früherer Auslieferungen um 2,6 % an. Währungseffekte wirkten sich mit 1,8 % umsatzmindernd aus.

Verkauf vom nordamerikanischen Maisgeschäft

Die operativen Ergebniskennzahlen der KWS Gruppe waren durch Sondereffekte beeinflusst. Im Berichtszeitraum fiel ein operativer positiver Einmaleffekt von 29 Mio. € aus der Veräußerung von Lizenzrechten im Zusammenhang mit dem Verkauf des nordamerikanischen Maisgeschäfts an.

Zudem enthielt das Beteiligungsergebnis einen positiven Effekt von 7,7 Mio. € aus dem Abgang der Anteile an den nordamerikanischen Joint-Ventures (AgReliant). Ergebnisbelastend wirkten sich dagegen eine Rückstellung für ein Rechtsrisiko (Segment Getreide) im mittleren einstelligen Millionen-Euro-Bereich sowie negative Währungseinflüsse in Höhe von ca. 15 Mio. € aus.

Zuckerrüben beeinflussen das Geschäftsergebnis

Die Ergebnisentwicklung im Vorjahreszeitraum war dagegen von der Auflösung einer Rückstellung für umsatzsteuerliche Risiken in Höhe von 8,0 Mio. € im Segment Zuckerrüben positiv beeinflusst.

Positiver Portfoliomix der KWS Gruppe

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) verbesserte sich auf 386,8 (360,8) Mio. €. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg auf 311,1 (282,1) Mio. €. Beim Bruttoergebnis, das auf dem Niveau des Vorjahres lag, wurden währungsbedingte Einbußen durch positive Portfoliomix- und Vorzieheffekte kompensiert. Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung sowie Verwaltung und Vertrieb entwickelten sich u. a. aufgrund kostendämpfender Maßnahmen leicht rückläufig.

Beteiligungsergebnisse steigen bei Einbecker Unternehmen

Das Finanzergebnis verbesserte sich deutlich auf 3,3 (–11,7) Mio. €, im Wesentlichen aufgrund eines gestiegenen Beteiligungsergebnisses. Das Ergebnis vor Steuern verbesserte sich auf 314,3 (270,4) Mio. €. Die Steuern von Einkommen und Ertrag betrugen 94,3 (67,6) Mio. €. Daraus resultierte ein Ergebnis nach Steuern aus fortgeführten Geschäftsbereichen in Höhe von 220,0 (202,8) Mio. € bzw. 6,67 (6,15) € je Aktie.

KWS investiert in die Zukunft

Im Berichtszeitraum verringerte sich der operative Cashflow der fortgeführten Geschäftsbereiche auf –53,8 (54,7) Mio. €, im Wesentlichen aufgrund des Anstiegs von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit der fortgeführten Geschäftsbereiche betrug –0,9 (–58,6) Mio. €.

Hierbei tätigte die KWS Gruppe in den ersten neun Monaten 2025/2026 insgesamt Investitionen für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte (ohne Leasing) in Höhe von 56,0 (73,6) Mio. €. Darüber hinaus enthielt der Cashflow aus Investitionstätigkeit im Berichtszeitraum die Zahlung eines Teils des Verkaufspreises für das nordamerikanische Maisgeschäft.

Der freie Cashflow der fortgeführten Geschäftsbereiche lag mit –52,7 (–3,9) Mio. € unter dem Vorjahreswert.

Die Eigenkapitalquote betrug 57,5 (58,1) % und die Bilanzsumme lag zum 31. März 2026 bei 3.092,3 (2.950,7) Mio. €. Die Nettoverschuldung erreichte 178,7 (179,2) Mio. €.

Zuckerrübenmarkt steigt in der EU

Das Segment Zuckerrüben verzeichnete trotz deutlicher Anbauflächenrückgänge, insbesondere in der Europäischen Union, ein nominal leichtes Umsatzwachstum auf 703,8 (693,2) Mio. €. Der Anstieg auf vergleichbarer Basis* von 4,2 % ist auf Vorzieheffekte in einigen Märkten sowie einen höheren Umsatzanteil unserer Produktinnovationen CONVISO® SMART und CR+ (62 % ggü. 57 %) zurückzuführen. Das Segmentergebnis (EBITDA) erreichte 324,6 (331,2) Mio. €. Im Vorjahreszeitraum war im Segmentergebnis ein positiver Sondereffekt in Höhe von 8,0 Mio. € aus der Auflösung einer Rückstellung für umsatzsteuerliche Risiken enthalten.

Weniger Maisanbau in Osteuropa?

Im Segment Mais lagen die Umsatzerlöse mit 349,4 (352,4) Mio. € auf dem Niveau des Vorjahres. Trotz eines erwartet deutlichen Rückgangs im Osteuropageschäft stieg der Umsatz auf vergleichbarer Basis* um 1,3 %, im Wesentlichen aufgrund von Vorzieheffekten in einigen Märkten sowie einer erfreulichen Entwicklung des Geschäfts mit Sonnenblumensaatgut.

Der Anstieg des Segmentergebnisses (EBITDA) auf 106,5 (62,9) Mio. € ist im Wesentlichen auf einen positiven Sondereffekt aus der Veräußerung von Lizenzrechten im Rahmen des Verkaufs des nordamerikanischen Maisgeschäfts von 29 Mio. € sowie den Wegfall anteiliger F&E-Aufwendungen für das ehemalige Joint Venture AgReliant zurückzuführen.

KWS-Rapssaatgut verzeichnet Verkaufswachstum

Im Segment Getreide, das den überwiegenden Teil des Jahresumsatzes im ersten Halbjahr erzielt, lag der Umsatz mit 243,4 (243,3) Mio. € auf dem Niveau des Vorjahres (auf vergleichbarer Basis*: +0,7 %). Das Geschäft mit Rapssaatgut verzeichnete deutliche Umsatzzuwächse, während die Umsätze mit Roggensaatgut zurückgingen.

Das Segmentergebnis (EBITDA) lag mit 65,4 (78,0) Mio. € deutlich unter dem Niveau des Vorjahres. Der Rückgang ist im Wesentlichen auf verstärkte F&E-Anstrengungen (u. a. Hybridisierung von Gerste und Weizen) sowie eine Rückstellung für ein Rechtsrisiko im mittleren einstelligen Millionen-Euro-Bereich zurückzuführen.

Stabile Nachfrage nach KWS-Gemüsesaat

Im Segment Gemüse stieg der Umsatz auf 46,5 (45,5) Mio. €. Dies entspricht einem Wachstum auf vergleichbarer Basis* von 2,0 %, im Wesentlichen aufgrund eines höheren Umsatzes mit Bohnensaatgut. Unser Spinatgeschäft verzeichnete eine stabile Nachfrage. Das Segmentergebnis (EBITDA) war mit –19,3 (−11,9) Mio. € infolge der planmäßigen Aufwendungen für den Ausbau der Gemüsezüchtung wie im Vorjahreszeitraum negativ.

Investition in die Forschung

Die Umsatzerlöse im Segment Corporate, die im Wesentlichen durch die landwirtschaftlichen Betriebe von KWS in Deutschland, Frankreich und Polen erzielt werden, erreichten 5,5 (9,9) Mio. €. Das Segmentergebnis (EBITDA) betrug –90,3 (−99,2) Mio. €. Da im Segment Corporate sämtliche übergreifenden Kosten für die zentralen Funktionen der KWS Gruppe sowie grundlegende Forschungsaufwendungen abgebildet werden, fällt das Segmentergebnis regelmäßig negativ aus.

KWS Gruppe bestätigt Jahresprognosen 2025/2026

Die Jahresprognosen haben sich gegenüber den Aussagen im Halbjahresfinanzbericht 2025/2026 nicht verändert. Weiterhin wird für die KWS Gruppe im Geschäftsjahr 2025/2026 ein Umsatz auf vergleichbarer Basis (ohne Währungs- und Portfolioeffekte) auf Vorjahresniveau erwartet. Wesentlich hierfür sind das insgesamt gedämpfte Agrarumfeld, die Verringerung der weltweiten Anbaufläche für Zuckerrüben sowie der
erwartete Rückgang des Russland-Geschäfts infolge von Importrestriktionen und Lokalisierungsbestrebungen.

Positive Sondereffekte bleiben unberücksichtigt

Die EBITDA-Marge wird in Übereinstimmung mit den Mittelfristzielen in einer Bandbreite von 19 bis 21 % erwartet. Hierbei unberücksichtigt ist der positive Sondereffekt von 29 Mio. € aus der Veräußerung von Lizenzrechten im Rahmen des Verkaufs des nordamerikanischen Maisgeschäfts im Berichtszeitraum.

Textquelle: KWS SAAT SE & Co. KGaA

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