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Veröffentlicht am: 25.04.2026 11:00, Lesezeit: 2 Minuten

Ist der Golfsport bereit für die nächste Generation?

Patrick Psiuk hat eine klare Meinung: Golf verliert ohne Social Media Relevanz

Die Welt ist im Wandel. Die Zeiten verändern sich. Das ist kein Trend von morgen oder eine ferne Zukunft. Unternehmen merken die Strömung seit Jahren. Und auch der Golfsport ist davon nicht verschont. Noch immer wird er von Missverständnissen und verstaubten Bildern geprägt. Doch wer einmal genauer hinsieht, entdeckt sehr schnell, dass da gerade etwas passiert…

Hilft Social Media dem Golfimage?

Instagram, TikTok oder YouTube: Wer einmal durch den eigenen Feed scrollt erkennt, dass Social Media Plattformen dem Sport einen Aufschwung geben. Es ist eine Trendwende mit unausgeschöpftem Potenzial, könnte man meinen. Andere beobachten das noch kritisch.

Doch die neuen Zahlen des DGV‘s zeigen, dass vor allem bei Erwachsenen zwischen 19 und 40 Jahren das Interesse am Golfsport steigt. Nichtsdestotrotz stellt sich die Frage: Ist der Golfsport wirklich bereit für die nächste Generation?

„Golf verliert ohne Social Media Relevanz“

Patrick Psiuk spielt nicht nur selbst leidenschaftlich Golf, sondern zeigt, wie ausgeklügelte Strategien, kurze Videos und moderner Content einen neuen Weg öffnen, die den Sport für jüngere Generationen zugänglicher macht und Türen öffnet, die lange als verschlossen galten. „Mich motiviert vor allem eines: Dinge anders zu machen“, äußert der 38-jährige Content Creator und Unternehmer.

Dem Golfsport fehlt emotionales Marketing

Der Marketingspezialist aus der Schweiz hat mit Golf Vibe seine eigene Agentur für die Golfbranche. „Ich stehe wahrscheinlich weniger auf dem Golfplatz, als die meisten von mir denken“, witzelt Psiuk. Der Schweizer gibt auf seinen eigenen Social-Media-Kanälen regelmäßige Einblicke in den Sport, seine Karriere und die Golfwelt.

„Ich will zeigen, dass der Sport auch modern, kreativ und verdammt unterhaltsam sein kann.“

Im Interview nimmt er nun den Sport einmal genau unter die Lupe. Er spricht offen darüber, wie er selbst zum Golf kam, welchen Herausforderungen er sich stellen musste und warum Golf bereit für die kommenden Generationen ist – eine Zielgruppe, die sich im stetigen Wandel befindet und doch ungehört zu bleiben scheint.

Golf ist im Wandel der Zeit: Wie kamst du zum Sport und was bedeutet er für dich?


Ein ganz besonderer kleiner Mensch hat mich überhaupt erst dazu gebracht, mit Golf anzufangen – und dafür bin ich heute extrem dankbar.

Als ehemaliger Leistungssportler im Fußball stand ich Mitte Dreißig irgendwann vor der Frage: War’s das jetzt mit sportlichen Zielen? Ich hatte bereits einige Titel gewonnen, aber dieser Ehrgeiz, mich weiterzuentwickeln und etwas zu erreichen, war immer noch da.

Dann kam Golf.

Für mich ist es der einzige Sport, bei dem es fast egal ist, wann du anfängst oder welche Voraussetzungen du mitbringst – du hast immer die Chance, dich hochzuarbeiten und auch wirklich erfolgreich zu sein. Genau das hat mich gereizt. Und tatsächlich konnte ich bereits ein Jahr nach meinem Start mein erstes Turnier in der Schweiz gewinnen – ein Moment, der mir gezeigt hat: Da geht noch einiges.

Ich habe 2022 mit Golf begonnen, also relativ spät – und genau das zeigt, wie zugänglich dieser Sport sein kann.

Heute ist Golf für mich viel mehr als nur ein Spiel: Es ist Content, Netzwerk, Business – und manchmal auch ein bisschen Therapie … vor allem nach drei verpassten Putts aus einem Meter.

Der eigene Stil, die wachsende Performance – wie entstand bei dir die Idee, das Golfspiel mit Social Media zu verbinden?

Tatsächlich ging es schon während meiner Platzreife los: Ich hatte die Möglichkeit, erste Bilder und Videos für meinen Golfclub zu produzieren und war damit direkt auf deren Website und Instagram präsent. Für mich war das ein besonderer Moment, weil ich da zum ersten Mal gesehen habe, wie gut moderner Content auch im Golf funktionieren kann – und wie viel Aufmerksamkeit man damit auch erzeugt.

Am Anfang war das alles aber noch komplett ohne großen Plan und einfach aus Spaß. Ich habe Videos gemacht, Dinge ausprobiert und schnell gemerkt, dass genau das im Golf oft fehlt: hochwertiger Content, der nicht nur gut aussieht, sondern auch echten Mehrwert bietet und gleichzeitig unterhält.

Mit der Zeit kamen immer mehr Ideen dazu, die Inhalte wurden besser, die Reichweite größer – und ich habe verstanden, dass da deutlich mehr dahintersteckt als nur ein Hobby.

Dann wurde mir klar: Da ist riesiges Potenzial. Nicht nur für mich als Creator, sondern auch für die gesamte Golfbranche. Und irgendwann war es nicht mehr nur Content, den ich nebenbei mache, sondern der Start von etwas Größerem. Einer eigenen Marke.

Wer dich verfolgt, sieht: Mit dem Helikopter im Schnee zum Abschlag oder mitten in der Nacht bei Flutlicht gehört bei dir genauso dazu wie die klassische Golfrunde. Was war bis jetzt dein absolutes Highlight?

Es gibt viele Highlights, aber wahrscheinlich sind es vor allem die Momente, die komplett „out of the box“ sind – Helikopter, Nachtgolf oder einfach die verrückten Locations, welche man so nicht erwartet.

Was ich aber genauso feiere, ist das Reisen: neue Orte entdecken, unterschiedliche Golfplätze spielen und immer wieder neue Eindrücke sammeln. Das macht für mich einen riesigen Teil des Ganzen aus.

Ein besonderes Highlight waren definitiv die Snow Golf Days in St. Moritz – eine Kulisse, die man so nicht oft erlebt. Aber auch die PGA Show in Orlando, die weltweit größte Golfmesse, war unglaublich spannend und hat nochmal eine ganz andere Dimension des Golfsports gezeigt.

Und ehrlich gesagt: Die besten Momente sind oft die, in denen eigentlich alles perfekt läuft – und genau daraus am Ende unfassbarer Content entsteht.

Social Media eröffnet für den Sport eine ganz neue Zielgruppe und erreicht weltweit vor allem jüngere Menschen: Wo siehst du das meiste Potenzial?

Ganz klar bei der jungen Zielgruppe. Golf muss nicht elitär und steif sein – es kann cool, schnell und extrem entertaining sein. Genau da liegt die große Chance von Social Media.

Wenn wir Golf so zeigen, wie junge Leute heute Content konsumieren – kurz, authentisch, visuell stark und mit Persönlichkeit – dann wird der Sport automatisch wachsen. Es geht nicht mehr nur darum, perfekte Schwünge zu zeigen, sondern Geschichten zu erzählen und Emotionen zu transportieren.

Ein riesiger Hebel ist dabei auch die Community-Bildung. Social Media gibt uns die Möglichkeit, Menschen nicht nur zu erreichen, sondern wirklich zu verbinden. Daraus entstehen echte Communities, die sich für den Sport begeistern und sich gegenseitig pushen.

Darauf aufbauend sehe ich auch großes Potenzial in eigenen Events – also Formate, die online starten und dann in die reale Welt übergehen. Genau dort entsteht echte Bindung zum Sport und zur Marke.  

Am Ende geht es darum, Golf erlebbar zu machen – digital und offline. Wer das schafft, wird langfristig nicht nur Reichweite aufbauen, sondern den Sport nachhaltig verändern.

Als Content Creator öffnen sich dir ganz neue Türen – zum Beispiel warst du in diesem Jahr bei der PGA Show mit dabei – gibt es etwas, worauf du dich am meisten freust?

Ich freue mich vor allem auf die Möglichkeiten, die daraus entstehen – neue Brands, neue Ideen, neue Projekte. Genau diese Dynamik liebe ich: immer wieder neue Impulse zu bekommen und daraus etwas Eigenes zu entwickeln.  

Aber noch viel wichtiger sind für mich die Menschen dahinter. Ich freue mich extrem darauf, Leute aus der Community persönlich zu treffen. Viele kennt man nur über Nachrichten, Kommentare oder Reactions – und wenn man sich dann wirklich gegenübersteht, ist das nochmal etwas ganz anderes.

Ich bin ein sehr nahbarer Mensch und mir ist es wichtig, auch etwas zurückzugeben. Sei es ein kurzer Austausch, ein gemeinsames Gespräch oder einfach mal jemandem mit einem kleinen Geschenk wie einem Handschuh oder einer Mütze eine Freude zu machen. Diese Momente bedeuten mir ehrlich gesagt genauso viel wie die großen Events selbst.

Am Ende geht es für mich nicht nur um Golf oder Business – sondern um die Menschen, die diesen Sport gemeinsam leben. Und genau das macht solche Events für mich so besonders.

Jeder der Golf spielt kennt es: Die Challenges, welche damit einher gehen. Welche sind deine größten?

An einem Tag spielst du wie ein Pro, am nächsten fragst du dich, ob du den Schläger vielleicht doch falsch herum hältst.

Genau das macht Golf gleichzeitig so frustrierend… und so unglaublich süchtig.

Was viele nicht sehen: Ich bekomme oft Nachrichten wie „Boah Patrick, du bist ja jeden Tag auf dem Golfplatz, du spielst rund um die Uhr.“ Klingt gut – ist aber ehrlich gesagt nicht die Realität. In Wahrheit verbringe ich wahrscheinlich sogar weniger Zeit mit dem reinen Golfspielen als viele andere. Wenn ich auf dem Platz bin, geht es meistens darum, Videos zu drehen oder Content für unsere Kunden zu produzieren. Da steht der perfekte Shot für die Kamera im Fokus – nicht der perfekte Score auf der Scorecard.

Momente, in denen ich wirklich einfach nur spiele und mich komplett auf mein eigenes Spiel konzentrieren kann, sind eher selten. Und genau das ist aktuell eine meiner größten Challenges: die Balance zu finden zwischen Content Creator und sportlicher Entwicklung.

Ich hoffe, dass sich das in Zukunft noch mehr ausgleicht – denn ich habe im Golf definitiv noch einiges vor und will mich auch spielerisch weiter nach vorne entwickeln.

Mit Golf Vibe hast du auch deine eigene Golf Marketing Agentur. Damit verbindest du deine Leidenschaft zum Sport mit dem Business. Warum sollten Unternehmen aus der Golfbranche auch in Zukunft vermehrt auf gezieltes Marketing setzen?

Weil Aufmerksamkeit heute die wichtigste Währung ist – und genau daran fehlt es vielen im Golfbereich.

Es gibt unglaublich gute Golfclubs, starke Marken und wunderschöne Resorts – aber oft weiß es schlicht niemand, weil sie nicht sichtbar genug sind. Gleichzeitig verändert sich die Zielgruppe massiv: Die nächste Generation bewegt sich fast ausschließlich auf Social Media. Wenn Golf dort nicht stattfindet, verliert der Sport langfristig an Relevanz.

Dabei hat Golf so viel zu bieten – und genau das wird aktuell viel zu wenig gezeigt: draußen in der Natur zu sein, sich zu bewegen, abzuschalten, den Kopf freizubekommen und gleichzeitig den eigenen Fokus und die mentale Stärke zu verbessern.

Und ganz wichtig: Golf ist längst kein „Altherren-Sport“ mehr. Genau das wollen wir auch mit unseren Inhalten zeigen – dass Golf eine moderne, offene und vor allem extrem coole Community ist, in der Spaß, Freude und gemeinsame Erlebnisse im Mittelpunkt stehen.

Die Herausforderung ist: viele Clubs, Brands oder Resorts haben keine eigene Marketingabteilung oder schlicht nicht die Ressourcen und das Know-how, um genau diesen Content auf einem modernen Niveau umzusetzen.

Und genau hier setzen wir mit Golf Vibe an. Wir schließen diese Lücke – mit kreativen Ideen, klaren Konzepten und performanten Videos, die nicht nur gut aussehen, sondern auch wirklich Ergebnisse liefern.

Ein großer Hebel ist dabei auch meine eigene Reichweite und mein persönliches Profil. Wir haben bereits mit verschiedenen Brands und Clubs gezeigt, dass genau dieser Ansatz funktioniert – wenn Content authentisch ist, Emotionen transportiert und dort ausgespielt werden, wo sich die Zielgruppe wirklich aufhält.  

Am Ende geht es nicht nur um Marketing – sondern darum, den Golfsport neu zu erzählen und für die nächste Generation relevant zu machen.

Durch deine Agentur setzt du dich täglich mit Zielgruppen auseinander: Wie wichtig wird es für den Golfsport sich tiefer damit zu beschäftigen, um neue Menschen zu erreichen und besonders jüngere Generationen optimiert anzusprechen?

Extrem wichtig – und eigentlich die Grundlage für alles. Wenn du die nächste Generation nicht verstehst, erreichst du sie auch nicht. Und genau da liegt aktuell eines der größten Probleme im Golfsport. Viele denken noch zu sehr aus ihrer eigenen Perspektive heraus, anstatt sich wirklich damit auseinanderzusetzen, wie junge Menschen heute denken, fühlen und vor allem Content konsumieren.

Golf muss lernen, wie Instagram, TikTok und YouTube funktionieren – nicht nur, wie ein 18-Loch-Platz gespielt wird. Es geht um Aufmerksamkeit in den ersten Sekunden; um Storytelling, um Persönlichkeit und um Inhalte, die man gerne teilt.

Wenn wir es schaffen, Golf so zu verpacken, dass es zur Lebensrealität der jungen Zielgruppe passt, dann wächst der Sport automatisch. Wenn nicht, verlieren wir sie an andere Dinge, die einfach näher an ihrer Welt sind.

Am Ende entscheidet nicht der beste Golfplatz – sondern die beste Ansprache der richtigen Zielgruppe.

Wenn du einmal in die Zukunft schaust: Wo sind deine eigenen Ziele im Sport und was wünscht du dir für die Golfwelt?

Ich möchte Golf weiter verändern – sowohl sportlich als auch medial. Auf der einen Seite will ich mich persönlich im Spiel weiterentwickeln und noch einiges erreichen. Golf ist für mich nicht nur Content, sondern auch ein echter sportlicher Anspruch.

Auf der anderen Seite sehe ich meine Rolle ganz klar darin, den Golfsport moderner, zugänglicher und vor allem relevanter für die nächste Generation zu machen.

Mit meinem Content, meiner Reichweite und mit Golf Vibe möchte ich zeigen, dass Golf mehr ist als nur ein klassischer Sport – nämlich Lifestyle, Community und Erlebnis zugleich.

Ich will dabei helfen, die Lücke zwischen traditionellen Strukturen und modernen Erwartungen zu schließen. Mehr Emotionen, mehr Storytelling, mehr echte Einblicke – und weniger verstaubte Bilder im Kopf.

Für die Golfwelt wünsche ich mir vor allem eines: weniger Regeln im Kopf und mehr Spaß auf dem Platz. Mehr Offenheit für neue Ideen, mehr Mut, Dinge anders zu machen – und eine Community, die wächst, sich gegenseitig pusht und den Sport gemeinsam weiterentwickelt.  

Denn am Ende geht es genau darum: Golf nicht nur zu spielen, sondern zu erleben.

Golf kann die emotionalsten Geschichten erzählen: Wie würde dein Pitch aussehen, wenn dich jemand fragt, warum er mit dem Golfen anfangen sollte?

Weil kein anderer Sport dich gleichzeitig so runterholen … und komplett „ausrasten“ lassen kann.

Du bist draußen in der Natur, kannst abschalten, kommst aus dem Alltag raus und entwickelst dich trotzdem ständig weiter – körperlich, aber vor allem auch mental. Golf fordert dich auf eine ganz eigene Art.

Gleichzeitig bringt dich der Sport mit Menschen zusammen, die du sonst wahrscheinlich nie treffen würdest. Egal ob Anfänger oder Profi – auf dem Platz sind irgendwie alle gleich.

Und dann gibt es diesen einen Moment: der perfekte Schlag. Für ein paar Sekunden fühlt sich alles leicht an – und genau dann bist du eigentlich schon verloren … weil dich genau dieses Gefühl immer wieder zurück auf den Platz zieht.

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