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Veröffentlicht am: 08.02.2026 11:30, Lesezeit: 3 Minuten

Staatsorchester Kassel spielt 5. Sinfoniekonzert „Der Mensch II“

Pianist Georgijs Osokins
Georgijs Osokins

Im fünften Sinfoniekonzert des Staatstheaters Kassel treffen zwei Werke aufeinander, die zeitlich recht nah beieinander liegen und doch ganz unterschiedliche musikalische Welten eröffnen: Sergej Rachmaninows Klavierkonzert Nr. 3 in d-Moll und Sergej Prokofjews 5. Sinfonie in B-Dur. Das Staatsorchester Kassel spielt unter der Leitung von Generalmusikdirektor Ainārs Rubiķis, Solist in Rachmaninows Klavierkonzert ist der gefeierte lettische Pianist Georgijs Osokins.

Bewunderung für Sergei Rachmaninow

Als sich Sergei Prokofjew und Sergei Rachmaninow in den 1930er-Jahren in den USA begegneten, lag hinter beiden ein langer und teils beschwerlicher Weg im Exil. Ihr gegenseitiges Verhältnis war von Respekt, aber auch großer Distanz geprägt – die ästhetischen Vorstellungen beider Komponisten hätten kaum unterschiedlicher sein können. Prokofjew bewunderte den Pianisten Rachmaninow, lehnte dessen Kompositionen jedoch als „zu sentimental“ und „romantisch veraltet“ ab. Rachmaninow hingegen konnte mit Prokofjews „eigenwilligem“ modernen Stil wenig anfangen. 

Die beliebtesten Werken Prokofjews

Prokofjews üppig instrumentierte 5. Sinfonie, 1944 nach der Rückkehr des Komponisten in die damalige Sowjetunion in der Künstlerkolonie Iwanowo geschaffen, feierte den Triumph des Menschen über den Krieg. Leonard Bernstein nannte die Fünfte, die zu den beliebtesten Werken Prokofjews gehört, eine „Hymne auf den freien Menschen“.

Und der Pianist Swjatoslaw Richter äußerte nach der Uraufführung: „Prokofjew sieht von der Höhe auf sein Leben herab und auf alles, was war. Etwas Olympisches liegt darin.“

Virtuosität ohne Selbstzweck

Auch Rachmaninows 1909 in New York uraufgeführtes drittes Klavierkonzert ist in mancher Hinsicht legendär: ein virtuoses Meisterwerk, das an Pianisten technische Ansprüche stellt wie kaum ein anderes und den Ruf des Konzerts „mit den meisten Noten pro Sekunde" hat. Dabei ist die Virtuosität keineswegs Selbstzweck, sondern kontrastiert mit leidenschaftlichen Ausbrüchen hinreißend verträumte, flirrende und elegische Passagen.

Georgijs Osokins internationale Aufmerksamkeit

Der lettische Pianist Georgijs Osokins erlangte im Alter von 19 Jahren internationale Aufmerksamkeit durch seine Teilnahme am XVII. Internationalen Chopin- Klavierwettbewerb, wo er schnell zum absoluten Publikumsliebling wurde. Nach dem Wettbewerb konzertierte Osokins u. a. im Berliner Konzerthaus, im Boulez-Saal, beim Klavier-Festival Ruhr, bei den Salzburger Festspielen, in der Laeiszhalle und der Elbphilharmonie in Hamburg, in der Wigmore Hall London, in der Carnegie Hall, beim Lockenhaus Festival, beim Gstaad Menuhin Music Festival, im Vancouver Playhouse, in der Tokyo Metropolitan Theatre Hall und beim Shanghai Music Festival.

Osokins arbeitet mit bedeutenden Orchestern zusammen, unternahm mit der Kremerata Baltica eine Tournee durch Asien und konzertiert mit Gidon Kremer oft auf den internationalen Bühnen dieser Welt. Zusammen mit Lucas Debargue ist er der erste Residenzkünstler in der 25-jährigen Geschichte der Kremerata Baltica.

Osokins Albem zum Kauf und zum Streamen

Das britische Label „Piano Classics“ veröffentlichte zwei CD-Alben von Osokins, die sich auf Chopins Spätwerke und Werke von Rachmaninoff konzentrieren. Im Herbst 2025 erschien zudem bei der Deutschen Grammophon sein erstes Album mit dem gesamten Klavierwerk von Arvo Pärt, darunter Osokins eigene Klaviertranskription von „Fratres“ sowie ein Duett mit Martha Argerich. Das Album wurde von Apple Music unter die Top 10 und von Mezzo TV unter die Top 5 der Alben des Monats gewählt.

Noch gibt es für das fünfte Sinfoniekonzert, das am Montag, 16. Februar, in der Kasseler Stadthalle stattfindet, einige Karten an der Theaterkasse, Tel. (0561) 1094-222, und online unter www.staatstheater-kassel.de.

Konzertbeginn ist um 20 Uhr, bereits um 19.15 Uhr gibt es einen „Konzertführer live“. 


Textquelle: Staatstheater Kassel

Fotonachweis: Marco Borggreve, Janis Romanovskis

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