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Veröffentlicht am: 24.07.2026 08:13, Lesezeit: 8 Minuten

Life-Science-Konzern Sartorius wächst weiter

Michael Grosse, Sartorius-Vorstandschef

Der Life-Science-Konzern Sartorius hat seine positive Entwicklung im ersten Halbjahr 2026 weiter fortgesetzt und ein robustes Wachstum bei Umsatz und Profitabilität erzielt. „Die Dynamik im ersten Halbjahr 2026 bestärkt uns in unserem Kurs – das operative Geschäft bewegt sich wie erwartet in die richtige Richtung. Besonders ermutigend ist dabei die positive Entwicklung in wesentlichen Teilen unseres Portfolios: Das wiederkehrende Geschäft blieb der wichtigste Wachstumstreiber beider Sparten. Gleichzeitig stabilisierte sich das Geschäft mit Anlagen und Instrumenten weiter, kehrte sogar zu leichtem Wachstum zurück und auch die Laborsparte gewann zunehmend an Fahrt“, sagte Sartorius-Vorstandschef Dr. Michael Grosse.

„Mit Blick auf die USZollrückzahlungen, bei denen Zeitpunkt und Höhe lange ungewiss waren, ist es gut, nun mehr Klarheit zu haben – trotz des nicht operativen Effekts auf unsere berichteten Zahlen. Auf Basis der Rückzahlungen können wir mit unseren Kunden in den Austausch zu Kompensationen für gezahlte Zollzuschläge gehen. Angesichts der anhaltend positiven Geschäftsentwicklung sowie der sich weiter verbessernden Lage auf unseren Endmärkten blicken wir optimistisch auf den Rest des Jahres und bestätigen unsere Prognose für 2026.“

Geschäftsentwicklung des Life-Science-Konzerns Sartorius

Im ersten Halbjahr 2026 erzielte der Sartorius-Konzern einen Umsatz von 1.811 Millionen Euro. Der operative Umsatz wuchs im Vergleich zur Vorjahresperiode wechselkursbereinigt um 7,7 Prozent. Wichtigster Treiber dieser Entwicklung war in beiden Sparten erneut das wiederkehrende Geschäft mit Verbrauchsmaterialien. Darüber hinaus stabilisierte sich das Geschäft mit Bioprozessanlagen und Laborinstrumenten weiter und verzeichnete leichtes Wachstum. MATTEK, der im Juli 2025 übernommene Spezialist für Mikrogewebe, trug 0,5 Prozentpunkte zum Umsatzwachstum bei.

Zollzuschläge sollen kompensiert werden

Die berichteten Geschäftszahlen des ersten Halbjahres wurden durch einen nicht operativen Effekt beeinflusst: Zum Ende des zweiten Quartals erhielt das Unternehmen Rückzahlungen auf Zölle, die der U.S. Supreme Court für unzulässig erklärt hatte. Zeitpunkt und Höhe dieser Rückzahlungen waren zuvor ungewiss. Da Sartorius beabsichtigt, seine Kunden für die gezahlten Zollzuschläge zu kompensieren, werden die entsprechenden Beträge als Minderung von Umsatzkosten und Umsatzerlösen erfasst.

Umsatz von Sartorius wächst weiter

Einschließlich des Effekts aus Kundenkompensationen für Zölle erhöhte sich der Umsatz des Unternehmens im Berichtszeitraum wechselkursbereinigt um 6,2 Prozent (nominal 2,5 Prozent). Zur positiven Geschäftsentwicklung trugen alle Regionen bei: Die Region EMEA2 steigerte ihren Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum wechselkursbereinigt um 7,2 Prozent auf 784 Millionen Euro.

US-Zollrückzahlungen in der Region Amerika

Die Region Amerika, die von den Kundenkompensationen im Zusammenhang mit den US-Zollrückzahlungen betroffen war, erzielte einen Umsatz von 608 Millionen Euro. Ohne Berücksichtigung des Kompensationseffekts lag das wechselkursbereinigte Wachstum bei 5,6 Prozent; einschließlich dieses Effekts bei 1,2 Prozent. Die Region Asien/Pazifik wuchs wechselkursbereinigt um starke 12,1 Prozent auf 419 Millionen Euro, unterstützt von der anhaltenden Erholung in China.

Positive Volumen- und Skaleneffekte

Der Ertrag des Konzerns gemessen am operativen EBITDA stieg im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,9 Prozent auf 548 Millionen Euro. Die entsprechende Marge erhöhte sich um 0,5 Prozentpunkte auf 30,3 Prozent (VJ 29,8 Prozent). Positive Volumen- und Skaleneffekte glichen dabei Investitionen in Wachstumsinitiativen aus. Darüber hinaus wurde die Margenentwicklung durch zwei gegenläufige technische Effekte beeinflusst: Belastungen aus bestehenden US-Zöllen standen positiven Effekten aus Zollrückzahlungen gegenüber, die sich weitgehend aufhoben.

Das maßgebliche Periodenergebnis erhöhte sich leicht um 2 Prozent auf 172 Millionen Euro (VJ 169 Millionen Euro). Der bereinigte Gewinn je Stammaktie lag bei 2,49 Euro (VJ 2,44 Euro), der bereinigte Gewinn je Vorzugsaktie bei 2,50 Euro (VJ 2,45 Euro).

Mitarbeiterzuwachs beim Sartorius-Konzern

Die Zahl der Mitarbeitenden des Sartorius-Konzerns erhöhte sich zum 30. Juni 2026 in allen Regionen vor allem aufgrund der Einstellung zusätzlicher Beschäftigter in der Fertigung auf 14.279 Personen (31. Dezember 2025: 14.042).

Dynamischer Verschuldungsgrad sinkt

Die zentralen Bilanz- und Finanzkennziffern des Konzerns sind weiter auf solidem Niveau. Zum 30. Juni 2026 stieg die Eigenkapitalquote auf 41,6 Prozent (31. Dezember 2025: 39,8 Prozent); der dynamische Verschuldungsgrad verringerte sich weiter planmäßig und lag bei 3,51 (31. Dezember 2025: 3,55). Die Investitionen in die weltweite Forschungs- und Produktionsinfrastruktur betrugen in den ersten sechs Monaten des Jahres 161 Millionen Euro und erreichten damit den Wert des Vorjahreszeitraums. Die auf den Umsatz bezogene Investitionsquote lag bei 8,9 Prozent.

Geschäftsentwicklung der Sparte Bioprocess Solutions

Die Sparte Bioprocess Solutions, die für mehr 80 Prozent des Konzernumsatzes steht und eine breite Palette innovativer Technologien für die effizientere und nachhaltigere Herstellung von Biopharmazeutika bietet, setzte ihren profitablen Wachstumskurs in der ersten Jahreshälfte weiter fort. Der Umsatz stieg auf 1.475 Millionen Euro. Ohne Berücksichtigung des Effekts aus Kundenkompensationen für Zollzuschläge lag das Wachstum verglichen mit dem Vorjahreszeitraum wechselkursbereinigt bei 8,3 Prozent.

Inklusive dieses Effekts stieg der Umsatz wechselkursbereinigt um 6,7 Prozent (nominal 2,8 Prozent). Das operative EBITDA der Sparte stieg um 5,2 Prozent auf 477 Millionen Euro.

Marge für Bioprocess Solutions erhöht sich

Die entsprechende Marge erhöhte sich auf 32,3 Prozent (VJ 31,6 Prozent). Positive Volumen- und Skaleneffekte glichen dabei dämpfende Produktmixeffekte mehr als aus. Darüber hinaus wurde die Margenentwicklung durch die zwei gegenläufigen technischen Effekte im Zusammenhang mit US-Zöllen beeinflusst, die sich weitgehend aufhoben.

KI-gestützte Entwicklungsprozesse

Um die Herstellung von Biologika zu beschleunigen, hat die Bioprozesssparte ihr Lösungsportfolio im Berichtszeitraum mit mehreren Produkteinführungen weiter ausgebaut. Der Ambr 250 HT Cell Therapies Vessel unterstützt eine effizientere Prozessentwicklung und eine bessere Skalierbarkeit von der frühen Entwicklungsphase bis zur kommerziellen Produktion von Zelltherapien. Das System erzeugt zudem strukturierte, hochwertige Prozessdaten für zunehmend digitale und KI-gestützte Entwicklungsprozesse.

Erweiterung für Pionic-Plattform-Sparte

Darüber hinaus erweiterte die Sparte ihre Pionic-Plattform für intensivierte kontinuierliche Bioprozesse um die Module Quad und Cross. Diese ermöglichen flexible Mehrsäulenchromatographie und integrierte Ultrafiltrations- und Diafiltrationsprozesse und stärken Sartorius Positionierung im Bereich intensivierter Downstream-Prozesse.

Geschäftsentwicklung der Sparte Lab Products & Services

Die kleinere der beiden Konzernsparten, Lab Products & Services, die auf Life-Science-Forschung und Pharmalabore spezialisiert ist, setzte ihre positive Geschäftsentwicklung fort. Wachstumstreiber war das wiederkehrende Geschäft mit Verbrauchsmaterialien und Services. Gleichzeitig stabilisierte sich das Geschäft mit Instrumenten weiter, unterstützt durch die anhaltend positive Entwicklung des Bioanalytik- Portfolios. Im Berichtszeitraum stieg der Umsatz der Sparte auf 335 Millionen Euro.

Ohne Berücksichtigung des Effekts aus Kundenkompensationen für Zollzuschläge lag das wechselkursbereinigte Wachstum bei 5,3 Prozent.

Investitionen in Wachstumsinitiativen

Einschließlich dieser Kundenkompensationen erhöhte sich der Umsatz wechselkursbereinigt um 4,3 Prozent (nominal 0,9 Prozent). MATTEK, der im Juli 2025 übernommene Spezialist für Mikrogewebe, trug 2,8 Prozentpunkte zum Umsatzwachstum bei. Das operative EBITDA der Sparte betrug 71 Millionen Euro, nach 74 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Die entsprechende Marge lag bei 21,2 Prozent (VJ 22,3 Prozent). Positive Volumen- und Skaleneffekte wurden durch Investitionen in Wachstumsinitiativen mehr als ausgeglichen.

Darüber hinaus war die Margenentwicklung durch die zwei gegenläufigen technischen Effekte im Zusammenhang mit US-Zöllen beeinflusst, die sich weitgehend aufhoben.

Laborsparte erweiterte ihr Produktportfolio

Die Laborsparte erweiterte ihr Produktportfolio im Berichtszeitraum unter anderem mit der Einführung der Cubis III. Die neueste Generation der Premium-Laborwaagen von Sartorius wurde für anspruchsvolle Laborumgebungen entwickelt und bietet die direkte Anbindung an Laborsysteme, integrierte Compliance-Funktionen sowie ein vereinfachtes Datenmanagement für KI-gestützte Laborworkflows.

Prognose für das Gesamtjahr 2026 bestätigt Auf Basis der Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr 2026 sowie der weiterhin insgesamt positiven Entwicklung der relevanten Endmärkte bestätigt die Unternehmensleitung ihre Prognose für das Gesamtjahr.

Sparte Lab Products & Services

So prognostiziert die Unternehmensleitung für den Sartorius-Konzern unverändert einen wechselkursbereinigten Umsatzzuwachs von rund 5 bis 9 Prozent, für die Sparte Bioprocess Solutions rund 6 bis 10 Prozent und für die Sparte Lab Products & Services rund 2 bis 6 Prozent. Darin enthalten ist ein Wachstumsbeitrag aus der MATTEK-Akquisition von rund 0,3 Prozentpunkten auf Konzernebene sowie von rund 1,5 Prozentpunkten in der Sparte Lab Products & Services.

Das operative Geschäft vor Zolleffekten sollte sich dabei weiterhin positiv und im Rahmen der ursprünglichen Erwartungen entwickeln. Der erwartete operative Umsatzzuwachs des Konzerns und der Sparte Bioprocess Solutions würde somit wechselkursbereinigt in etwa um den Mittelpunkt der jeweiligen Prognosebandbreiten liegen; das Wachstum der Sparte Lab Products & Services wird in der oberen Hälfte der Bandbreite erwartet.

Auswirkungen veränderter zollbezogener Rahmenbedingungen

Die oben genannte Prognosebandbreite von 5 bis 9 Prozent im Konzern berücksichtigt die Auswirkungen veränderter zollbezogener Rahmenbedingungen. So könnte die beabsichtigte Kundenkompensation für unrechtmäßig erhobene US-Zölle den Umsatz gegenüber den ursprünglichen Annahmen um bis zu 40 Millionen Euro reduzieren.

Einschließlich dieses Effekts sollte der wechselkursbereinigte Umsatzzuwachs für den Konzern und für die Sparte Bioprocess Solutions in der unteren Hälfte der jeweiligen Bandbreiten liegen; das Wachstum der Sparte Lab Products & Services in einem Bereich um den Mittelpunkt der Bandbreite.

Blick auf die Profitabilität

Mit Blick auf die Profitabilität geht die Unternehmensleitung weiterhin davon aus, dass die operative EBITDA-Marge des Konzerns auf etwas über 30 Prozent und die der Sparte Bioprocess Solutions auf etwas über 32 Prozent steigen wird. Die Marge der Sparte Lab Products & Services soll unverändert bei leicht unter 21 Prozent liegen.

Dynamischer Verschuldungsgrad

Die auf den Umsatz bezogene Investitionsquote wird weiterhin auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr (12,5 Prozent) erwartet. Der dynamische Verschuldungsgrad soll sich auf etwas über 3 reduzieren (VJ 3,55).

Dynamiken und Volatilitäten steigen

Alle prognostizierten Zahlen sind, wie in den vergangenen Jahren auch, auf Basis konstanter Währungsrelationen angegeben. Die Unternehmensleitung weist darauf hin, dass die Dynamiken und Volatilitäten in der Branche in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen sind. Zudem spielen Unsicherheiten aufgrund der veränderten geopolitischen Lage und damit zusammenhängender Zollmaßnahmen eine wichtige Rolle.

Daraus ergibt sich grundsätzlich eine weiterhin hohe Unsicherheit bei der Prognose von Geschäftszahlen.

Textquelle: Sartorius

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