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Veröffentlicht am: 17.06.2026 11:40, Lesezeit: 5 Minuten

Jennifer Sräga und Mathias Mester schlagen bei den DM/IAM ab

Jennifer Sräga vom Golfclub Reischenhof
Mathias Mester (GLC Coesfeld), Paralympics-Silbermedaillengewinner, Weltmeister und 22-facher Deutscher Meister in der Leichtathletik, stellt sich erstmals bei den Deutschen und Internationalen Amateurmeisterschaften im Golf der Konkurrenz.

Wiesbaden. Am 19. und 20. Juni 2026 finden im Golfclub Mannheim-Viernheim die Deutschen und Internationalen Amateurmeisterschaften der Golfer mit Behinderungen (DM/IAM) statt. Die Veranstaltung bringt nationale und internationale Spitzenspieler mit unterschiedlichen Behinderungen zusammen. Jennifer Sräga und Mathias Mester zählen zu den prominentesten Teilnehmern der Deutschen und Internationalen Meisterschaften (IAM) der Golfer mit Behinderungen.

Jennifer Sräga: Deutschlands beste Golferin mit Behinderung

Marcus Neumann, Vorstand Sport des Deutschen Golf Verbandes, erklärt: „Wenn ich diese Meisterschaften erlebe, wird mir immer wieder deutlich, dass hier weit mehr stattfindet als ein Golfturnier. Hier begegnen sich Menschen, die mit außergewöhnlicher Entschlossenheit, großer Leidenschaft und beeindruckender sportlicher Qualität ihren Weg gehen. Die Leistungen, die wir auf dem Platz sehen, verdienen höchsten Respekt und Anerkennung.“

„Mit Jennifer Sräga haben wir aktuell eine deutsche Spielerin, die auf internationaler Bühne Maßstäbe setzt und mit ihrem Sieg bei den G4D Open eindrucksvoll gezeigt hat, welches Potenzial im deutschen Behindertengolf steckt. Gleichzeitig freuen wir uns sehr, mit Mathias Mester einen der bekanntesten deutschen Paralympioniken erstmals bei unseren Meisterschaften begrüßen zu dürfen. Für den DGV stehen diese Meisterschaften nicht nur für sportlichen Wettbewerb, sondern auch für Chancengleichheit, Teilhabe und die verbindende Kraft des Sports. Sie zeigen eindrucksvoll, wie Golf Menschen zusammenführt und Leistung in all ihren Facetten sichtbar macht“, so Neumann weiter.

Meisterschaften mit 36 Löchern im Zählspiel

Gespielt wird über 36 Löcher im Zählspiel (ohne Handicap). Die Wertung erfolgt in verschiedenen Kategorien, die sich nach Art der Behinderung unterscheiden, darunter Arm, Bein, Blind, Mental, Rollstuhl, Gehörlos sowie zwei „Sonstige“-Kategorien mit und ohne Einfluss auf den Golfschwung. Voraussetzung für die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften sind ein Grad der Behinderung von mindestens 50 sowie ein Handicap-Index von maximal 53,0.

Golfclub Mannheim-Viernheim wird zum Veranstaltungsort der DM/IAM

Mit dem Golfclub Mannheim-Viernheim übernimmt in diesem Jahr eine Anlage die Gastgeberrolle, die ideale Voraussetzungen für hochklassigen Sport bietet. Die Meisterschaften stehen erneut im Zeichen von Leistungsorientierung, Fairness und gelebter Inklusion im Golfsport. Das Teilnehmerfeld verspricht hochklassigen Sport.

Jonas Rother gehört zu den stärksten Spielern

Angeführt wird die deutsche Meldeliste von Jonas Rother (GC Hof Hausen vor der Sonne), der mit einem Handicap-Index von -1,6 zu den stärksten Spielern im Feld zählt. Ebenfalls am Start sind zahlreiche Titelträger und Medaillengewinner vergangener Meisterschaften, darunter Walter Kohlmeyer (GC Wümme), Henrik Kleiner (GC Thülsfelder Talsperre), Andreas Süli (GP Augsburg), Stefanie Scholze (GC Bad Rappenau) und Paul Neumann (Lausitzer GC).

Nach den G4D Open folgt nun der nächste Karriereschritt für Jennifer Sräga

Bei den Damen gehört Jennifer Sräga (GC Reischenhof) zu den großen Favoritinnen. Die 26-Jährige reist mit viel Rückenwind nach Mannheim-Viernheim. Erst Mitte Mai feierte sie bei den renommierten G4D Open im walisischen Celtic Manor ihren bislang größten internationalen Erfolg. Bei dem gemeinsam von The R&A und der DP World Tour veranstalteten Turnier setzte sie sich gegen ein hochklassiges Feld aus 25 Nationen durch und gewann in einem dramatischen Finale gegen die zweimalige Titelträgerin Daphne van Houten aus den Niederlanden.

Bereits im Vorjahr hatte Sräga bei den G4D Open den zweiten Platz belegt. Mit ihrem Sieg in Wales unterstrich sie eindrucksvoll ihre Stellung als eine der stärksten Behindertengolferinnen Europas.

Frederik Brokfelt-Christiansen spielt ebenfalls im Golfclub Mannheim-Viernheim

Auch international ist das Turnier stark besetzt. Spielerinnen und Spieler aus Belgien, Dänemark, England, Frankreich, Italien, den Niederlanden, Tschechien und der Türkei reisen nach Mannheim-Viernheim, um sich mit den deutschen Athletinnen und Athleten zu messen. Zu den aussichtsreichsten Teilnehmern zählen unter anderem der Däne Frederik Brokfelt-Christiansen, der ebenso wie Jonas Rother (GC Hof Hausen vor der Sonne) mit einem Handicap-Index von -1,6 an den Start geht, sowie der Franzose Vincent Helly, der mit Handicap 0,0 ebenfalls zu den Favoriten auf den internationalen Titel zählt.

Mathias Mester: Von den Paralympics zu den IAM

Besondere Aufmerksamkeit wird zudem auf Mathias Mester (GLC Coesfeld) liegen. Der Paralympics-Silbermedaillengewinner, Weltmeister und vielfache Deutsche Meister in der Leichtathletik (Speer, Diskus, Kugel) stellt sich erstmals bei den Deutschen und Internationalen Amateurmeisterschaften der Konkurrenz. Der 39-Jährige entdeckte den Golfsport vor rund zweieinhalb Jahren für sich und verfolgt seine neue Leidenschaft inzwischen mit großem Ehrgeiz.

„Ich freue mich wirklich sehr auf die Meisterschaften. Natürlich werde ich sicherlich nervös sein, aber genau dieses Gefühl liebe ich. Ich möchte die Erfahrung sammeln, die Athletinnen und Athleten kennenlernen und sehen, wo ich sportlich stehe. Mein Ziel ist es, an beiden Tagen mein Handicap zu spielen und mich kontinuierlich weiterzuentwickeln“, sagt Mester vor seinem Debüt.

Verteidigt Jennifer Sräga ihren Titel?

Im vergangenen Jahr wurden die Deutschen und Internationalen Amateurmeisterschaften im GolfPark Leipzig ausgetragen. Dort sicherten sich Jennifer Sräga und Mehmet Kazan (Türkei) die Titel in der Internationalen Amateurmeisterschaft.`

Die IAM sind Teil der Access Series der European Disabled Golf Association (EDGA) und tragen zur weiteren Vernetzung des Golfsports für Menschen mit Behinderungen auf internationaler Ebene bei.

Textquelle: Deutscher Golf Verband

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