Asthma ist eine Erkrankung, die rund fünf Prozent der deutschen Bevölkerung betrifft. Sportliche oder körperliche Anstrengungen werden zum Anfallsauslöser. Nebel und Wind, Stress oder gar starke Gerüche reizen die Bronchien, bis sie schwellen. Das Immunsystem der Betroffenen arbeitet gegen die Patienten und reagiert zeitgleich empfindlicher auf Umwelteinflüsse.
Ein Teufelskreislauf entsteht.
Ein starker Husten wird zur andauernden Atemnot. Jeder Anfall kommt mit individuellen Auslösern, die sich von Mensch zu Mensch unterscheiden. Medikamente sind oft die einzige Möglichkeit zur Symptomlinderung. Die Angst wächst. Das Gefühl, im Leben eingeschränkt zu sein, verstärkt sich …
Asthma als Einschränkung im Leben?
Wenn Erkrankungen zum täglichen Begleiter werden und der Alltag sich dadurch verändert, suchen viele nach Möglichkeiten, um ihren Körper zu unterstützen. Auch viele Asthmapatienten suchen nach Lösungen, wie zum Beispiel durch Sport die Gesundheit profitieren kann. Neben Schwimmen, Radfahren oder Nordic Walking eignet sich zudem Golf, um die Ausdauer zu verbessern und die Atemwege gleichmäßig zu belasten.
Wer bereits selbst Golf spielt, weiß, dass diese Sportart allgemein positive Auswirkungen auf die Gesundheit hat. Forschungen zeigen, dass Golfer im Durchschnitt 2,3 Jahre länger leben und dadurch ebenfalls eine erhöhte Lebensdauer haben.
Kann die Lunge jedoch wirklich vom Golfsport profitieren?
Profi-Golfer mit Asthma
Ein Paradebeispiel, dass Asthma kein unüberwindbares Hindernis ist, ist der englische Golfer Ian Poulter. Er hat sowohl für die European Tour als auch für die nordamerikanische PGA Tour gespielt. Seit 2022 gehört er zu LIV Golf. 2004 spielte er sein Debüt beim Ryder Cup – und hat seither noch kein Einzel beim größten Golfmannschaftsturnier verloren. 2010 folgte das Highlight seiner Karriere: In Arizona teete der Engländer bei der WGC – Accenture Match Play Championship auf und sicherte sich den umstrittenen Sieg.
Wenngleich seine Karriere 2025 ein wenig wankte, dient sie dennoch als Inspiration für Golfende, die ebenfalls unter Asthma leiden. Öffentlich spricht der Pro darüber, wie die Erkrankung sein Leben und die Leidenschaft zu seinem Sport beeinflusst.
Es zeigt sich jedoch: Golf und Asthma lassen sich vereinen – und das ebenfalls auf Berufs- und Profisportebene.
Vorteile von Golf bei Atemwegserkrankungen
Der Golfsport eignet sich nicht nur für alle Altersklassen. Die Bewegung in der freien Natur, die moderate Intensität und der Ablauf des Abschlags fördern zudem die allgemeine Gesundheit. Dabei ist der Körper einer geringen Belastung ausgesetzt, wodurch besonders Asthmapatienten profitieren.
Zwischen dem Abschlag am Tee, dem Laufen zum Ball und den folgenden Schlägen bis zur Fahne: Bei einer 18-Loch-Runde werden durchschnittlich um die 11.000 bis 17.000 Schritte zu Fuß zurückgelegt. Ein Erwachsener kann dabei nicht nur um die 1.200 kcal an Energie verbrennen, sondern stärkt zeitgleich die Atemmuskulatur.
Der Deutsche Golfverband veröffentlichte zum Beispiel mit seinem Schaubild zu „Golf & Gesundheit“, dass das Golfspiel sich positiv auf die Atmungsorgane auswirkt und eine regelmäßige Runde auf dem heimischen Platz die Lungenfunktion erheblich verbessert. Hierbei beziehen sie sich auf die Daten des "British Journal of Sports Medicine" aus dem Jahr 2016. Allein 150 Minuten pro Woche können hier ausreichen, um die Empfehlung der WHO für die körperliche Aktivität zu erfüllen.
Auslöser vermeiden und Vorsichtsmaßnahmen
Auch wenn Golf die körperliche Gesundheit unterstützen kann, sollte jeder auf seinen eigenen Körper hören und gezielt auf Warnsignale reagieren. Besonders an Tagen mit einer hohen Pollenbelastung, an nebligen Morgen oder bei überdurchschnittlicher Luftfeuchtigkeit ist Vorsicht geboten.
Trockener Husten, Atemnot, pfeifende Atemgeräusche, Kurzatmigkeit oder gar ein Engegefühl in der Brust sind die häufigsten Symptome, die auch auf dem Golfplatz auftreten können und zu einem Asthmaanfall gehören. Viele Clubs besitzen am Anfang der Bahnen Sitzmöglichkeiten für Pausen und zum Ausruhen, sodass eine sportliche Runde auf dem Course auch mit Asthma möglich ist.