Im Januar blickte man aus deutscher Sicht zunächst nach Hawaii, dort belegten die Seniorgolfer Bernhard Langer und und Alex Cejka bei den Tour Champions Platz zwei hinter Ernie Els. In Florida ging indes mit der TGL Indoor Serie, ein großes Golf-Format Experiment mitgetragen von Tiger Woods und Rory McIlroy, an den Start. Das mit Spannung erwartete Simulatorspektakel verlor allerdings nach dem frühen Ausscheiden der beiden Topstars schneller an Interesse, als sich die Planer erhofften. Golf & Business goes green und startet im Januar mit seinem Social Media Auftritt in neuem Design.
Der Golfer und die Golferin des Jahres
Im Februar wurden Esther Henseleit und Stephan Jäger im Kasseler Kongress Palais von der PGA of Germany als Golferin und Golfer des Jahres geehrt. Für die Olympiazweite Henseleit sollte sich im Laufe des Jahres, die eine oder andere Podestchance auftun. Das Damenteam Europa plant vor und ernennt Anna Nordqvist zu Captainin für den in 2026 anstehenden Solheim Cup.
Wie der Golfsport auf den Klimawandel reagiert
Im März trauert Tiger Woods noch um seine kurz zuvor verstorbene Mutter und cancelt seine Zusage, am anstehenden Masters Tournament teilzunehmen kurzfristig wieder aus gesundheitlichen Gründen. In Australien grüßt der Klimawandel und lässt die Womans PGA Championships wegen des heftigen Tropensturms ins Wasser fallen. In Deutschland bereiten sich Clubs und Verbände auf den Start in die Saison vor.
Auch hierzulande wird Wassermanagement für Golfanlagen in jeder Hinsicht ein immer ernstzunehmenderes Thema. Im Golfclub Waldeck träumt man noch von internationalem Wachstum; nicht ahnend, welche Entwicklung auf die Waldecker Anlage binnen Jahresfrist wartet.
Golf auf regionaler, nationaler und internationaler Bühne
Im April geht es endlich wieder los. Regional, national und international. Bernhard Langer wird auf der Verbandstagung des DGV zum Ehrenmitglied ernannt, und schickt sich an, in Augusta bei letzten Auftritt beim Masters noch einmal den Cut zu schaffen. Am Ende reicht es - um nur einen Schlag - nicht für die Finalrunden und die Legende verabschiedet sich in Würde leider schon am Freitag von dieser geschichtsträchtigen Wiese.
Schlagzeilen macht indes ein anderer: Rory McIlroy erfüllt sich mit seinem ersten Masters-Sieg seinen Lebenstraum und macht den Karriere-Grand Slam komplett. Es scheint, dass 2025 ein Rory-Jahr werden könnte. Bei den Damen spielt sich Esther Henseleit im ersten Major des Jahres, dem Chevron Championship, in die Top-25 der Weltrangliste.
LPGA und PGA SportlerInnen kämpfen um die Rangfolge
Im Mai geht es für Henseleit mit zweiten Plätzen weiter. Beim Black Desert Championship der LPGA in Utah teilt sie den Platz mit Yin Ruoning hinter der Südkoreanerin Haeran Ryu. Beim zweiten Major der PGA Herren in Charlotte macht der Weltranglistenerste Scottie Scheffler klar, dass die Rangfolge zu Recht besteht und gewinnt mit den PGA Championship seinen dritten Major-Titel mit komfortablem Vorsprung von fünf Schlägen.
Im GC Teutoburger Wald im westfälischen Halle werden die Internationalen Deutschen Amateurmeisterschaften der Damen ausgetragen. Die 26-jährige Münchnerin Annabelle Sapper setzt sich am Ende mit vier Schlägen gegen die Niederländerin Rosanne Boere durch; und feiert den bislang größten Triumph ihrer jungen Karriere.
Zeitgleich im Berliner GC Motzener See, die Bernhard Langer International Amateur Championship der Herren. Richard Saunders vom GC Hubbelrath gewinnt im Stechen vor dem Dänen Elliott Simonsen. Ein insgesamt starker Auftritt der deutschen Amateurgolfer.
Deutscher Doppelsieg bei der DP World Tour
Der Juni bringt den ersten DP World Tour-Sieg für Nicolai von Dellinghausen. Er gewinnt die Austrian Alpine Open in Salzburg. Mit Marcel Schneider als zweitplatzierten gibt es sogar einen deutschen Doppelsieg - und Marcel Siem ist als fünfter ebenfalls ganz vorn mit dabei.
Einen ebenfalls ersten Major Titel gab es für J.J. Spaun bei den US Open. Mit einem grandiosen Endspurt und einem historischen 20m Putt auf dem letzten Grün ließ er alle Favoriten aus PGA und LIV-Tour hinter sich.
Das Amundi German Masters auf dem Green Eagle Nord Course
Eine weitere Premiere stand in Winsen an der Luhe auf dem Kalenderblatt. Beim Amundi German Masters gastierte die Ladies European Tour (LET) erstmals auf dem Green Eagle Nord Course. Helen Briem zeigte sich ein weiteres Wochenende in Top-Form und muss sich nur Shannon Tan aus Singapur geschlagen geben. Es bleibt ein zweiter Platz für die deutsche Nationalspielerin.
In der Deutschen Lochspielmeisterschaft (DLM) setzen sich mit den U21 Junioren Tielle Rieger und Sophie Maier-Borst zwei Spieler aus dem GC St. Leon Rot durch. In Leipzig verteidigte Jennifer Sräga bei den deutschen und internationalen Meisterschaften für Golfer mit Behinderung ihren Titel mit sieben Schlägen Vorsprung.
Matti Schmid als bester Deutscher bei den BMW International Open
Beim einzig verbliebenen deutschen Herrengolf Event auf der DP-World Tour, den BMW International Open in München belegt Matti Schmid in Juli als bester Deutscher den geteilten siebten Platz. Auch hier hatte den späteren Sieger Daniel Brown aus England zunächst kaum einer auf dem Schirm.
Derweil gewinnt Scottie Scheffler mit den OPEN das nächste Major in Irland überlegen. Auf Bahn 17 fingen die Mikrofone kurios und in voller Lautstärke ein flatulentes Geräusch bei Schefflers Pitch ins Grün ein, das noch für Gesprächsstoff sorgte. Die Nummer 1 der Weltrangliste gab im Interview später zu: „Ja, das war ich“, und entschuldigte das Vorkommnis mit der für den Amerikaner offenbar etwas ungewohnten irischen Küche.
Bei den Clubs in der Region standen die zahlreichen Clubturniere der Offenen Wochen an und das Golf & Business Redaktionsteam stellte sich in Oberaula erfolgreich der „Challenge Platzreife“.
Was passiert mit dem Golfclub Waldeck?
Für den GC Waldeck hingegen verdüsterte sich der Blick in die eigene Clubzukunft. Die Waldecker Dominialverwaltung verlängert den Pachtvertrag für das Golfplatzgelände mit dem Club zugunsten eines Fantasy-Events nicht. Vom sogenannten Drachenfest verspricht man sich erheblich höhere Einkünfte, die der Golfclub sie zu leisten nicht imstande wäre.
Christin Eisenbeiß und Nils Levi Bock sichern sich die Deutsche Meisterschaft
Im August gab es dann die AK-offenen Deutschen Meisterschaften im Golfclub Trier. Bei den Damen dominiert Christin Eisenbeiß vom Hamburger GC. In der Herrenwertung konnte sich mit Nils Levi Bock - ein auch in der Region nicht unbekannter Younster, er ist unter anderem auch seit den DMM 2023 „Mit“-Platzrekordhalter in Oberaula - nun den Titel des deutschen Meisters sichern.
Final Four, LIV-Tour und LET: Golfsport auf hohem Niveau
Bei den Final Four der Deutschen Mannschaftsmeisterschaften der Damen im Münchner GC Riedhof zeigten die Damen des GC St. Leon-Rot ihre Überlegenheit gegenüber den Stuttgarterinnen vom GC Solitude. Bei den Herren überraschte indes erstmals der GC Hösel mit dem Titelgewinn. Auf der LIV-Tour notiert Sebastian Muñoz eine historische 59 in Indianapolis und auf der LET kann dann auch noch Laura Fünfstück bei den PIF London Championship ihren ersten Titel feiern.
Derweil bereiten sich die Amateure in den deutschen Golfclubs auf die eigenen Clubmeisterschaften vor.
Wahre Legenden bei den WINSTON Senior Open
Am ersten September-Wochenende werden dann vielerorts neue und alte Clubmeister gekürt. Auf der Legends Tour entscheidet Bernhard Langer die WINSTON Senior Open im Alter von 67 Jahren erstmals für sich. Vor heimischem Publikum lieferte die deutsche Golflegende im mecklenburgischen Vorbeck drei saubere Runden mit beeindruckenden 21 unter Par ab.
Extremzustände beim Sanford International
In das andere Extrem ging es für Amerikas Golfexzentriker John Daly beim Sanford International der PGA Tour Champions in Sioux Falls. Auf der Freitagsrunde versenkte er am zwölften Loch sieben Bälle in der Penalty Area und notierte am Ende auf dem Grün 19 Schläge auf der Scorekarte. All das hielt den 59-Jährigen aber trotzdem später nicht davon ab, sich für den Ryder-Cup 2027 als Captain für das Team USA ins Gespräch zu bringen.
Politikshow statt Hochleistungssport beim Ryder-Cup?
Apropos Ryder Cup: Im amerikanischen Bethpage auf Long Island nutzt Donald Trump die Bühne des prestigeträchtigsten Kontinentalwettstreits im Golf für eine weitere seiner bekannten Selbstinszenierungen. Der mit Spannung erwartete Ryder-Cup drohte kurzzeitig in eine peinliche Politshow abzudriften. Amerikas Fans zeigten derart angestachelt ihre hässliche Seite… und Europas Golfstars zwei Tage lang ihre Beste. Am Finaltag drehte das Team Amerika einen fast hoffnungslosen Rückstand beinahe doch noch. Es blieb aber beim knappen - aber verdienten - 15 zu 13 Auswärtstriumph für Europas Golf-Elite.
Ein letzter Schlag bei den World Amateur Golfers Championship
Im Kurhessischen Golfclub in Oberaula wurde zum sechsten Mal das Deutschlandfinale der weltweit ausgetragenen World Amateur Golfers Championship (WAGC) ausgetragen. Vorerst sollte dies das letzte Mal gewesen sein. Von der im ersten Corona-Jahr mit 75 Turnieren in Deutschland gestarteten Serie blieben im aktuellen Jahr weniger als 30 Turniere übrig, sodass der Tourbetreiber Ralph Braun nach dem WAGC Weltfinale auf Jeju (Südkorea) den Rückzug der WAGC Serie in Deutschland verkündete.
Im Kasseler Golfclub kommen beim gewittergeplagten Starke + Reichert Charity Turnier zusammen mit der Agentur Mundus Marketing & Interactive (und damit dem Golf & Business Magazin) 10.000 Euro für einen guten Zweck zusammen.
European Ladies‘ Club Trophy sorgt für Spannung
Nach dem Gewinn der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft im Sommer triumphieren die Damen des CG St. Leon-Rot im Oktober auch bei der European Ladies' Club Trophy im Green Resort Hrubá Borša vor den Toren der slowakischen Hauptstadt Bratislava. Mit 15 Schlägen Vorsprung ließen die St. Leon-Roter Damen der europäischen Konkurrenz keine Chance. Die Titelverteidigerinnen aus Hamburg belegen am Ende nur den siebten Platz.
Auch Alex Cejka kann nach 2023 bei den PGA Tour Champions zum ersten Mal wieder gewinnen. Der 54-Jährige versenkte seinen gut 25 Meter langen Birdieputt beim SAS Championship in North Carolina im 18. Loch und gewann mit 9 unter Par.
Matti Schmid als bester deutscher Golfer auf der Weltrangliste
Im November schiebt sich Matti Schmid als nunmehr bester Deutscher in der Weltrangliste an Stephan Jäger vorbei. Schmid liegt nun auf Rang 88 und verbesserte sich im Laufe des Jahres um 15 Plätze.
Für Jäger ging es hingegen von Platz 54 hinunter auf 108. Marcel Schneider und Nicolai von Dellinghausen konnten seit Jahresbeginn einige hundert Positionen gutmachen und liegen aktuell auf den Plätzen 243 und 191. Bei den Rolex Rankings der Damen liegt Esther Henseleit zum Jahresende auf Platz 33, die nächste deutsche Spielerin ist Helen Briem auf Platz 84.
Helen Briem spielt 2026 in der LPGA Tour
Briem hat sich zudem im Dezember bei der Final Qualifying Stage der Q-Series in Alabama das Ticket für die LPGA Tour 2026 gesichert. Die 20-Jährige vom Stuttgarter GC Solitude setzte sich nach vier wetterbedingt verkürzten Runden an die Spitze des 115-köpfigen Teilnehmerinnenfeldes und triumphierte mit insgesamt −13 Schlägen vor der Südkoreanerin Soo Bin Joo (−12).
Grund zur Freude gibt es auch für zwei weitere Spielerinnen aus dem Golf Team Germany: Polly Mack und Isi Gabsa landeten ebenfalls in den Top 25 und erhalten damit die volle Spielberechtigung für die stärkste Damengolfliga der Welt.
World Champions Cup: Europäisches Team siegt gegen die USA
Beim World Champions Cup, dem Teamwettbewerb für die Ü50 Spieler der PGA Champions Tour gewinnt Bernhard Langer, Alex Cejka und Co. mit dem Team Europe gegen die Auswahl der USA mit 213,5 zu 204,5 Punkten.
Traditioneller Familien-Vierer schreibt das Ende des Jahres 2025
Zum letzten Golfevent vor Weihnachten gab es dann noch den traditionellen Familien-Vierer als Jahresausklang. Die PNC Championships gewannen dieses Jahr erstmals „die Kuchars“ vor „den Loves“ und „den Dalys“. Auf Platz 4 folgten die Kordas. Sechsfachsieger und Titelverteidiger Bernhard Langer erreichte mit Sohn Jason im Ritz Carlton Golf Club in Orlando diesmal Platz 7.