Nach 25 Qualifikationsturnieren und drei Semifinals mit rund 750 Teilnehmern kamen die Besten von all denen am 20.09. bis 21.09. wieder ins kurhessische Oberaula zum diesjährigen Deutschlandfinale der weltweit ausgetragenen World Amateur Golfers Championships (WAGC).
Veranstalter der Turnierserie in Deutschland und Chef von WAGC Germany Ralph Braun sagte dazu: „Seit 2020 sind wir nun zum sechsten Mal mit unserem Finale wieder im Kurhessischen Golfclub zu Gast, und es ist jedes Mal wieder ein Gefühl, als ob wir nach Hause kommen. Der zentrale Standort und Unterstützung des Clubs bei der Organisation sind einfach perfekt für ein Deutschlandfinale.“
The Race to Jeju zum Weltfinale
Der WAGC Turniermodus wird in sechs Handicap-Klassen ausgetragen. Die Klassensieger qualifizieren sich zu den Semifinals und dort schließlich zum Finale. Die Klassensieger im Finale bis HCPI 25 treten als WAGC-Team Deutschland im November zum Weltfinale auf Jeju (Südkorea) gegen 30 internationale WAGC-Teams an. In Oberaula waren 53 Teilnehmer am Start. Erstmals wurde das Finale in diesem Jahr über zwei Runden an zwei Tagen ausgetragen.
Kein Hattrick für Bendrien
In der Klasse A bis HCPI 5,4 fanden sich gleich mehrere bekannte Gesichter. Lukas Bendrien vom Golfclub Hohwachter Bucht konnte die Finale der letzten beiden Jahre gewinnen und schickte sich an, den Hattrick zu schaffen. Mathea-Lisan Sagel startete mit Handicap -0,1, dem niedrigsten HCPI im Turnier und Lokalmatador Martin Hahn, qualifizierte sich noch in Klasse B schaffte mit dem aktuellen HCPI von 5,4 auch den Sprung in die Klasse A.
Mit der dadurch höchsten Spielvorgabe in der Top-Klasse wurden Hahn dem heimischen Platz gute Chancen zugerechnet. Er zeigte sich zuletzt mit soliden Runden zwischen um 75 gut in Form.
Nach der ersten Runde schien sich die Erwartung tatsächlich zu erfüllen. Hahn ging mit 36 Nettopunten vor Roman Steffens (HH-Oberalster und Michael Prokop (Aachener GC) in Führung. Bei Vorjahressieger Bendrien lief es an diesem Wochenende überhaupt nicht. Er war schon nach Runde 1 abgeschlagen 11 Schläge zurück.
Hahn fällt in Runde 2 zurück
Am regnerischen, zweiten Tag drehten die Gäste in der Führungsgruppe, Steffens und Prokop, richtig auf und ließen fast jeden Putt fallen. Beide lieferten sich ein Kopf an Kopf Rennen von Bahn zu Bahn und beendeten die Finalrunde mit jeweils 36 Nettopunkten.
Der eine Punkt Vorsprung vom Samstag kürte Roman Steffen mit 71 Punkten also als ersten Sieger und Weltfinalteilnehmer des Teams WAGC Germany 2025. Hahn hatte an diesem Tag deutlich mehr Pech bei den Putts und verpasste insgesamt mehr Pars als sonst. Mit 66 Punkten blieb dem Oberaulaer dann nur noch Platz drei.
Favoriten setzen sich nicht durch
In der Klasse B im Handicap-Bereich von 5,+5 bis 10,4 reichten an diesem Wochenende 67 Punkte zum Sieg. Ralf Probst (Pottenstein) löste das Ticket nach Jeju mit 33 Punkten am Samstag und 34 Punkten am Sonntag. Sam Rafati (Kölner GC), auch bereits zum zweiten Mal als Finalteilnehmer in Oberaula besetzte am Samstag mit 34 Punkten noch den vordersten Platz, erlebte aber im Regen einen Einbruch und rutschte mit nur 25 Punkten am Sonntag ins Mittelfeld.
Auch in der Klasse C von HCP 10,5 – 15,5 war mit Holger Lueddecke der Vorjahressieger mit am Start. Lueddecke kam aber in Runde 1 nicht über 21 Punkte, was eine Mitsprache in der Teambildung für Jeju trotz einer guten 38 in Runde 2 vereitelte. Oliver Strauß (Schwarze Heide Bottrop) sicherte sich hier seinen Platz im Team Deutschland mit Runden von 35 und 38.
Zweiter Lokalmatador Wagner belegt den fünften Platz
Das beste Gesamtergebnis wurde in der Klasse D (15,5 – 20,4) gespielt. Für Wojciech Krenc (GC Oberhausen) war Oberaula auch kein Neuland. Er sicherte sich die Teilnahme am Weltfinale schon einmal vor zwei Jahren. An diesem Wochenende konnte er 79 Punkte (38, 41) erspielen und gehört nun ebenso zum WAGC Team für das Weltfinale.
Der 17-jährige Johannes Wagner (Kurhessischer Golfclub), jüngster Teilnehmer im Feld, konnte seinen Heimvorteil nicht nutzen. Er erreichte mit 36 und 33 Punkten Platz fünf der Klasse D.
Knappes Rennen in Klasse E
In der Klasse E (HCP 20,5-25,5) war es Philip Voß (Bonn), der die Oberaulaer Fairways und Grüns am besten meisterte. Starken 42 Punkten am Samstag ließ er 34 am Sonntag folgen. Wilhelm Klatt vom GC Escheburg hatte es mit 42 Punkten am Sonntag fast noch zu seinen Gunsten gedreht. Seine 33 Punkte vom Vortag machen allerdings den einen Entscheidungsschlag zugunsten Voß aus.
WAGC Team Germany 2025 für das Weltfinale vom 31.10. bis 8.11 in Jeju (Südkorea)
- Klasse A: Roman Steffens (HH-Oberalster)
- Klasse B: Ralf Probst (Pottenstein)
- Klasse C: Oliver Strauß (Schwarze Heide Bottrop)
- Klasse D: Wojciech Krenc (GC Oberhausen)
- Klasse E: Philip Voß (Bonn Godesberg)