Titelstory
Veröffentlicht am: 21.08.2026 09:00, Lesezeit: 6 Minuten

Charity Golf Trophy macht Halt in Oberaula

2006 rief Olaf Theuerkauf die Stiftung Männergesundheit ins Leben. Er tat es mit dem Ziel, das Gesundheitsbewusstsein des starken Geschlechts zu stärken und Wege aufzuzeigen, wie Männer länger, fitter und bewusster leben können. Nachdem der gelernte Schauspieler und langjährige Unternehmer mit seiner Golf-Turnierserie in den vergangenen zwei Dekaden ausschließlich im Osten Deutschlands aktiv gewesen war, nimmt er nun Nordhessen ins Visier.

Am 5. September dockt die Wettbewerbsreihe in Oberaula an. Dazu und zu den Hintergründen seines gesellschaftlichen Engagements nimmt der Weimarer im folgenden Interview Stellung.

Herr Theuerkauf, was war seinerzeit der Auslöser dafür, dass Sie Ihre Stiftung gründeten?

Ich leitete damals ein Unternehmen für Gesundheitskommunikation. Einer unserer Kunden war die Deutsche Gesellschaft für Urologie. Deren Verantwortlichen gaben wir den Rat: „Wenn ihr ein relativ komplexes Thema wie die Prostata an den „Mann“ bringen wollt, müsst ihr es haptisch machen.“ Also bauten wir eine begehbare Prostata, fünf Meter lang und 2,5 Meter hoch, zum Durchgehen und Anfassen. So konnten Männer verstehen, was die Prostata ist und wie sich krankhafte Veränderungen anfühlen.

Um dieses Modell herum organisierten wir Männer-Aktionstage in ganz Deutschland. Eine wissenschaftliche Auswertung zeigte, dass drei Typen von Männern solche Veranstaltungen besuchen: Erstens der Hypochonder, der überall hingeht, wo Gesundheit stattfindet. Zweitens der Schnäppchenjäger, der einen kostenlosen PSA-Test erhalten möchte. Und drittens eine kleine Gruppe an Männern, bei denen wiederum die Frau sagt, dass das Thema notwendig und wichtig ist.

Die große Masse der Männer haben wir nicht erreicht. Da damals weit und breit kein Anwalt für den deutschen Mann zu sehen war, haben wir uns auf den Weg gemacht und diese Stiftung gegründet. Unsere Satzung basiert auf zwei Säulen. Das ist zum einen eine wissenschaftliche, die Studien initiiert und Daten sammelt, um Versorgungslücken zu schließen. Zum anderen gibt es eine helfende, die konkret Angebote für Männer in schwierigen Lebenssituationen schafft.

Ihr Leitsatz lautet: „Gesunde Männer leben länger." Woran hakt es nach Ihrer Einschätzung und Erfahrung bei vielen Vertretern des starken Geschlechts?

Inzwischen würde ich nicht nur sagen, dass gesunde Männer länger leben, sondern dass sie auch länger gesund leben – was, so glaube ich, für jeden das erstrebenswertere Ziel ist. Neben dem ungesunden Leben, der weniger vorhandenen Achtsamkeit sowie einem nicht ganz realistischen Selbstbild, scheint es für die meisten Männer bzw. die meisten Menschen so zu sein, dass die Überwindung des inneren Schweinehundes in der Lebensführung entscheidend ist.

Darüber hinaus gibt es verschiedene Situationen im Leben eines Mannes, die ihn zu einer Vereinsamung bringen. Dort wollen wir ein guter Ratgeber sein.

Sie haben in den letzten Jahren spannende Studien begleitet. Dabei ging es etwa um Prostatakrebs und psychische Gesundheit. Welche Ergebnisse haben Sie selbst am meisten überrascht?

Auch wenn es kaum vorstellbar klingt, ist die Erkenntnis, dass es für uns Männer fast unmöglich erscheint, Hilfe anzunehmen, am erstaunlichsten. Das betrifft übrigens alle Erkrankungen oder schwierige Lebenssituationen.

Was hat es vor dem Hintergrund denn mit dem berüchtigten „Männerschnupfen“ auf sich?

Die Idee stammt von den Men’s Sheds aus dem englischsprachigen Raum. Es handelt sich um Treffpunkte von (zumeist älteren) Männern, die gemeinsam werkeln, sich austauschen und aktiv bleiben. Das wirkt gegen Vereinsamung, gibt Struktur und fördert Gespräche – auch über gesundheitliche oder persönliche Probleme. Der Name „Männerschnupfen“ ist bewusst bodenständig gewählt, auch wenn er nicht ganz elegant klingt.

Richten wir den Blick auf unseren Sport. Was empfehlen Sie Golfern konkret zur Gesundheitsvorsorge?

Golfer haben schon mal, im Vergleich zum Rest der Gesellschaft, etwas Entscheidendes getan – nämlich sich aufzuraffen und zu bewegen sowie sich mit anderen Menschen zu verabreden. Das sind Schutzfaktoren. Darüber hinaus sind zweifellos diese Aspekte wichtig: ausgewogene Ernährung, wenig Alkohol, nicht rauchen, guter Schlaf – und unbedingt die Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen, insbesondere bei familiärer Vorbelastung.

Inwieweit können Männer (und Frauen) Ihre Arbeit unterstützen? Wie sieht es mit Kooperationsmöglichkeiten für Golfclubs oder Sportvereine aus?

Da gibt es in der Tat zahlreiche Ansätze. Jeder kann spenden, Mitglied im Förderverein werden oder unsere Inhalte teilen. Wir freuen uns über Partnerschaften – auch mit Sportvereinen, die beispielsweise Gesundheitstage ausrichten oder Prävention als Thema aufgreifen. Unsere Charity Golf Trophy ist ein gutes Beispiel. Hier verbindet sich Engagement mit Gemeinschaft und Sport.

Wie lautet Ihr Wunsch in Sachen Männergesundheit, wenn Sie als Zeithorizont auf die nächsten zehn Jahre schauen?

Mein größter Wunsch wäre, dass unsere Politik das Thema endlich strategisch angeht. Soll heißen: Die Gesundheitsziele für Männer und Frauen sollten fest verankert und mit konkreten Strukturen untermauert werden. Gesundheit darf keine Privatsache bleiben. Sie braucht gesellschaftliche Verantwortung.

Und nun zur Golf-Serie selbst. Warum liefen die Turniere bislang ausschließlich im Osten Deutschlands?

Die Trophy startete vor 14 Jahren mit der Intention, pro Bundesland ein Turnier zu spielen. Entsprechend waren wir, von wenigen Ausnahmen abgesehen, an Orten zwischen Sylt und Feldafing sowie Aachen und Dresden. Es hat sich jedoch herausgestellt, dass es für die Aktiven einen großen Aufwand bedeutet, lange Reisewege auf sich zu nehmen.

Ein Problem ist es darüber hinaus, die Clubs zu motivieren, in der eigenen Mitgliedschaft für unser Turnier zu werben. Bei manchen funktioniert das besser, bei manchen nicht. Am Ende waren es die Golfer, die uns gesagt haben: „Organisiere die Trophy so, dass wir mit ein bis zwei Stunden Fahrtzeit die notwendigen sechs Turniere schaffen können.“

Damit boten sich die Städte Erfurt, Leipzig und Berlin eben entlang der A4 und der A9 an. Dennoch sind auch immer wieder weiter entfernte Anlagen dabei, die uns signalisieren: Kommt bitte mit der Trophy zu uns. Wir bekommen das Turnier mit eigenen Spielern voll!

Was veranlasst Sie, nun mit Oberaula ein nordhessisches Ziel anzusteuern?

Hessen ist genau wie Bayern ein angrenzendes Bundesland mit wunderschönen Plätzen, die gut erreichbar sind. Wir sind sehr auf den Kontakt zu unseren Nachbarn gespannt!

Womit machen Sie den Teilnehmern Appetit auf das Finale auf Mallorca?



Wir spielen die komplette Trophy im Scramble-Modus. Die jeweiligen Nettoergebnisse werden immer von Turnier zu Turnier addiert und in einer Gesamtliste zusammengeführt. Wer mindestens sechs Turniere mitgespielt hat und sich auf den ersten 30 Rängen platziert, erhält ein Ticket im nächsten März nach Mallorca. Das versteht sich inklusive Flug, Übernachtung, Verpflegung und zwei Turnieren auf den schönsten Plätzen der Insel.

Inwieweit verraten Sie bereits etwas zu den Perspektiven der Serie in 2027 beziehungsweise 2028?

Unverändert wird der Start der Trophy am ersten Mai-Sonntag im Club Weimarer Land stattfinden. Das Abschlussturnier werden wir erneut auf der Anlage des Golf- und Country Club in Leipzig-Machern organisieren. Dazwischen werden wir unserem Konzept treu bleiben. So hat sich unser erster Versuch, in Bad Saarow zwei Turniere an einem Wochenende zu spielen, als sehr positiv herausgestellt. Das werden wir beibehalten.

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