Golfpark Gudensberg

„Angebot inhaltlich weiterentwickeln“

Hans Wilhelm und Barbara Kleppe.

Was in Amerika, England und Irland als Selbstverständlichkeit durchgeht, gilt hierzulande noch lange nicht: Golf als Volkssport – auf ähnlicher Linie wie Tennis, Basketball oder Skifahren. Eine Destination, die sich als Pay-and-Play-Anlage in dem Kontext in den letzten anderthalb Jahren in die Herzen der Region gespielt hat, ist der Golfpark Gudensberg. Die Initiatoren konzipierten das Gelände als populäres Ziel für jedermann, um das Spiel mit dem kleinen weißen Ball kennenzulernen. Nach Phasen des Wachstums kam es im vergangenen Herbst überraschend zu Turbulenzen, die Betreibergesellschaft sah die berüchtigte Rote Karte. Wie soll es dort weitergehen? Hans Wilhelm Kleppe, der alte und neue Chef der Anlage, äußert sich.

 

Herr Kleppe, wie blicken Sie heute auf die turbulenten Tage Ende September zurück?

Hans Wilhelm Kleppe: Es war ein recht langer Weg, der vor dieser Entscheidung lag und sie notwendig machte. Insofern waren wir in den Grundzügen mental auf die turbulenten Tage vorbereitet und wurden von unseren fachlichen Beratern sehr gut begleitet. In unserem Alter hätten meine Frau und ich gut darauf verzichten können. Rückblickend war es notwendig – und die richtige Entscheidung.
Was machte aus Ihrer Sicht die damalige, für manchen Außenstehenden überraschende Entscheidung notwendig?

Hans Wilhelm Kleppe: Als wir die Anlage in 2019 an Adrian Lamm verpachtet haben, haben wir das vor dem Hintergrund der Fortführung und des Ausbaus unseres erfolgreichen Betriebskonzepts getan. 
Wir haben eine gemeinsame Vision entwickelt, geteilt und bei der Umsetzung stets aktiv unterstützt – auch in schwierigen Zeiten. Wenn Sie dann aber erleben, dass kaufmännische und vertragliche Grundlagen zu ihren Lasten zunehmend nicht mehr erfüllt werden, dann müssen sie als Kaufmann irgendwann handeln. Sie dürfen nicht vergessen, wir leben auf der Anlage und sehen, wie gut die Frequenz ist und wundern uns dann natürlich darüber, wenn die Pacht wiederholt verspätet, in Teilen oder gar nicht kommt.

Der fristlosen Kündigung gingen im Übrigen über Monate Gespräche voraus, um im Rahmen des Vertragsverhältnisses eine einvernehmliche Lösung zu finden. Leider kam man zu keiner tragbaren Einigung.

Welche Weichen haben Sie bisher stellen können?

Hans Wilhelm Kleppe: Uns ging es um eine lückenlose Sicherstellung des Spielbetriebs ins Jahr 2024 hinein, das ist uns gelungen. Wir wollten uns nicht unter Zeit- und Handlungsdruck setzen und haben daher eine eigene Betriebs-GmbH gegründet, die künftig die Rolle als Pächter übernimmt. So hatten und haben wir genügend Zeit und Möglichkeiten für die Bestandsaufnahme, die Klärung des Insolvenzverfahrens des alten Pächters und die Ausrichtung auf den nach unserer Auffassung richtigen Weg in die Zukunft. Da hängt eine Menge dran. Beginnend mit den mittlerweile abgeschlossenen Verhandlungen mit dem Insolvenzverwalter, den Klärungen mit dem DGV und der Wiederherstellung der Kooperationen in der Region. Wir kommen gut voran, der Spielbetrieb ist gesichert. Das gute Feedback der Mitglieder, Gäste und Geschäftspartner bestätigt uns auf unserem Weg.

 

Welche Personen sollen den Golfpark in Zukunft führen?

Hans Wilhelm Kleppe: Mit Mitte 70 kann und sollte uns dauerhaft nur die Rolle des Verpächters bzw. Inhabers und gegebenenfalls Seniorberaters zustehen. Insofern sehen wir uns als stabile Übergangsgröße, bis wir einen geeigneten Manager oder ein Management-Team für den nachhaltigen Betrieb des Golfparks gefunden haben. Für den aktuellen Betrieb außerhalb der Saison sind alle erforderlichen Positionen besetzt, das ist aber nur eine Kern-Mannschaft. Dabei haben wir aus den Schwierigkeiten des vorherigen Pachtverhältnisses gelernt und für uns selbst die Voraussetzungen für eine Zusammenarbeit neu geregelt. Wir suchen für den Job Menschen, die sich nicht nur für die Anlage begeistern, sondern sie zugleich kaufmännisch erfolgreich führen können, weil sie Handlungserfordernisse erkennen und ihr Tun darauf ausrichten. Unser langjähriger Berater, Frank Müller vom Team Müller Consulting aus Vellmar, begleitet uns dabei.


Was bedeutet das für die Mitglieder sowie die Gäste Ihrer Einrichtung?

Hans Wilhelm Kleppe: Wenn man es auf einen Nenner bringen möchte: Mit Kontinuität und Sicherheit geht es in die Zukunft einer modernen Pay-and-Play-Anlage. Jeder kann weiterhin spielen, und die Angebote werden inhaltlich wie wirtschaftlich solide weiterentwickelt.

Inwieweit planen Sie neue bzw. weitergehende Angebote?

Hans Wilhelm Kleppe: Ausdrücklich danken wir unseren vielen Mitgliedern, Gästen, Geschäfts- und Kooperationspartnern für das tolle Feedback. Das motiviert uns enorm und bestärkt uns in unserem Tun. Wir werden das Angebot offen und günstig halten, so sind auch die neuen Spielrechte-Vereinbarungen mit den Mitgliedern ausgelegt. Die Kooperationen mit den Anlagen in der Region wollen wir weiterverfolgen, da stehen noch einige Gespräche an. Mit den Pros stimmen wir uns gerade zu einem erweiterten Kurs- und Stundenprogramm ab. Wir setzen zudem auf eine Kombination „Digital und Mensch“ für die einfache Buchung und gute Erreichbarkeit der Ansprechpartner auf der Anlage zugleich – insbesondere im Mitgliederservice – und wollen im Spielgolf-Bereich neue Akzente setzen. Das Gastro-Angebot soll bereits im Tagesgeschäft eine professionellere Basis bekommen und damit zugleich mehr Möglichkeiten für Events von Firmen und privaten Veranstaltern bieten. Darüber hinaus werden die Werbe-Partnerschaften über neue Modelle und gemeinsame Aktionen stärker ausgebaut.

Autor: Redaktion
Fotonachweis: Johannes Siebert / HNA / nh
Dem Regen, Sturm und Hagel getrotzt
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