Sportler, Frohnatur und guter Freund

Nachruf von Günter Kuhn auf den verstorbenen Escheberger Otto Bollrath

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Auf dem Gipfel Inmitten seiner Freunde aus der selbsternannten Escheberger „Hackerrunde“ fühlte sich Otto Bohlrath (Vierter von links hinten) stets wohl. Foto: nh

Die Trauer ist groß: Unser langjähriger Weggefährte und Golffreund Otto Bollrath starb am 24. August. Nicht nur wir Escheberger Aktiven sind sehr betroffen. Denn er war ein geschätzter Mensch, der in ganz Nordhessen und darüber hinaus viele Freunde hatte.

Mit Reinigungsleistungen und Zeitarbeit hatte Otto Bollrath sein Unternehmen IWL Industriewartung & Logistik vor 20 Jahren gegründet. Zuverlässig erbrachte er seine Leistungen mit kompetenten Teams, eigenen Projektleitern und adäquaten Ausrüstungen. „Der Kunde muss sich um nichts kümmern“ – so lautete das Motto des Unternehmers. Er hielt, was er versprach. Das macht den IWL-Erfolg bis heute aus.

Über 300 Kämpfe im Ring

Bei seinem erfolgreichen Wirken berücksichtigte er stets die Anliegen des Nachwuchses. So förderte Otto die Jugendarbeit von Golfclubs. Er unterstützte Ballsportvereine wie den KSV Hessen Kassel und die MT Melsungen, Darüber hinaus sponserte der kleine drahtige Mann mit dem starken Willen Tischtennisclubs sowie eine Jugendhilfe-Einrichtung, die ein Box-Trainingscamp für gestrauchelte junge Menschen betreibt.

Otto kannte ich seit den 1990er-Jahren, beim Wassersport im Motor Yacht-Club Kassel waren wir uns erstmals begegnet. Nicht nur als erfolgreicher Geschäftsmann machte er auf sich aufmerksam, auch als Sportler kämpfte er sich schon in jungen Jahren an die Spitze. So avancierte er zum mehrfachen NRW-Meister im Leicht- und Halbweltergewicht; mehr als 300 Kämpfe bestritt Otto im Boxring. Außerdem zählte der Nordhesse zu den Tennispionieren von Rot-Weiß-Gelb Fuldatal.

Ob Wassersport, Golfen, Kegeln, Ski- oder Autofahren – immer brachte er sich voll ein. Und angesichts seiner häufig spektakulären, sportlichen Einlagen hatte Otto das notwendige Glück (des Tüchtigen) und erlitt keine größeren Blessuren!

Hans Albers lässt grüßen

Bei seinen Freunden war er nicht nur aufgrund seines sportlichen Ehrgeizes, sondern auch wegen seiner Frohnatur beliebt. Otto war ein guter Gesellschafter – und hatte immer ein Liedchen parat. Hans Albers war sein Favorit. Damit alle mitsingen konnten, hatte er stets die Textvorlagen dabei. Daneben konnte er sich auch besinnlich geben und bei einer guten Zigarre sowie einem Glas Wein den Abend im vertrauten Kreis genießen.

Gern blicke ich auf unsere Segeltörns in der Türkei zurück, wo wir den Golf von Fetye unsicher machten. Auch die Reise mit Escheberger Golfern nach Mallorca verlief spektakulär. Wir alle, rund 15 Personen, gingen auf Ottos Motoryacht an Bord, die er im Hafen von Palma de Mallorca stationiert hatte. Ziel war es, nach Portals Nous zu skippern. Da das Schiff schon lange im Wasser gelegen hatte, mussten wir, bevor es losgehen konnte, erst diverse Tauchgänge absolvieren, um die Muscheln an der Schiffsschraube zu entfernen …

Mit Hackern ins Allgäu

In den letzten Jahren verband uns die Escheberger „Hackerrunde“. Immer wieder dienstags ging es auf die Fairways und Grüns rund um das Gut. Harte Duelle wurden ausgespielt.

Am Vatertag führte die alljährliche Reise ins Allgäu. Auf den dortigen Plätzen Sonnenalp und Oberallgäu wurde die berüchtigte Löffel-Trophäe ausgespielt. Otto kam nie in Gefahr, sie einmal übernehmen zu müssen!

Wir alle vermissen ihn sehr. Otto werden wir immer ein ehrendes Andenken bewahren.

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