Schnupperkurs mündet in Platzreife

Escheberger Peter Klare sammelt sensationelle 60 Nettopunkte in einer Runde

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Luft nach oben „Meine Kontinuität ist noch ausbaufähig“, bemerkt Peter Klare selbstkritisch. Foto: nh

Seitdem das Einstiegshandicap hierzulande von 36 auf 54 erhöht wurde, werden in der C-Klasse häufig bemerkenswerte Ergebnisse erzielt, die jenseits der 50 Nettopunkte liegen. Doch 60 Zähler bilden die Ausnahme. Einer, dem ein solcher Coup kürzlich gelang, ist Peter Klare. Der Escheberger verbesserte damit seine Vorgabe in einem einzigen Turnier von 44 auf 29!

Ende Mai 2019 legte Klare in Escheberg seine Platzreife ab. Zuvor hatte er sich bereits vielfältig sportlich betätigt. „Seit meiner Kindheit bin ich aktiver Fußballer“, erläutert der Nordhesse. Bis in die Bezirksklasse führte ihn sein Weg, den er im Alter von 44 Jahren beendete – um sich fortan als Trainer zu engagieren. Darüber hinaus reist Klare im Winter regelmäßig zum alpinen Skifahren in die Berge.

Was für ihn den Reiz des Golfens ausmacht? Das Spiel mit dem kleinen Ball sei ein Freiluftsport, betont er. Er liebt es, in der Natur unterwegs zu sein, und mag komplexe Bewegungsabläufe. „Außerdem sind strategisches Denken sowie ein hohes Konzentrationsvermögen gefragt“, beobachtet Klare, dem die Escheberger Anlage wegen ihrer attraktiven landschaftlichen Lage „auf Anhieb super gefiel“.

Anregungen via YouTube

Drei- bis fünfmal pro Woche trainierte er in der aktuellen Saison. In den ersten Monaten hatte das Selbststudium per YouTube überwogen. „Chippen, Pitchen, kurze und lange Eisen sowie der Driver standen auf der Agenda“, blickt der Escheberger zurück. Er fügt lachend hinzu: „Während des Corona-Frühjahrs habe ich gefühlte 3.000 Bälle im Garten gechippt!“

Im Juli und August übte er einmal wöchentlich unter der Regie von Pro Regis Gustave – zusammen mit seiner Ehefrau. Dabei stärkte der Ambitionierte seine Stärken, vor allem das Chippen, Pitchen und sämtliche Varianten rund ums Grün. Auch verbesserte er seine langen Eisenschläge und legte in Sachen Abschlagdistanz mit dem Driver zu.

Bereits Bogey-Runden gespielt

Die Rechnung ging auf. Während Klare zum (verspäteten) Saisonbeginn noch angespannt unterwegs gewesen war, gewann er nach einigen Runden zunehmend an Sicherheit. Das ging so weit, dass ihm bei privaten Trainingsdurchgängen sogar Bogey-Runden gelangen.

Und wie lief es beim eingangs erwähnten Turnier? „Ich habe mich nur auf das Spiel konzentriert“, betont er. Nach neun Bahnen habe sein Flight-Partner eher beiläufig erwähnt, dass er bereits 32 Stableford-Punkte erspielt habe. Das beeindruckte Klare wenig, er blieb seiner Linie treu.

Sie führte ihn zu 60 Zählern und dem aktuellen Handicap 29. Die grandiose Runde sei das Resultat des intensiven Trainings und seiner Freude am Golfen gewesen, fasst er zusammen. Etwas Glück gehöre außerdem zum Golfen dazu. „Meine Kontinuität ist noch ausbaufähig“, bemerkt der Nordhesse selbstkritisch.

Wenig Aufhebens machte er um seinen fantastischen Durchgang. Anschließend begab sich Klare mit dem Driver zum Training auf die Range und spielte im Anschluss elf weitere Bahnen mit seiner Ehefrau. „Danach habe ich mir ein Hefeweizen auf mein neues Handicap gegönnt“, erinnert er sich. Seine sportlichen Ziele? Unter 100 Schläge pro Runde will er kommen.

Wie es alles begann? Seine Ehefrau brachte ihn zum Golfen, und er fand sofort Gefallen daran. Eigentlich hatten beide zunächst nur einen Schnupperkurs geplant. Dass der wenig später in die Platzreife-Prüfung mündete, markierte eher einen Zufall. Kein Zufall war der folgende Golfurlaub in Fleesensee. Das Ehepaar genoss die traumhaft gelegenen Plätze und deren glänzende Qualität. „Im Sommer habe ich jede freie Minute mit Golfen und Motorradfahren verbracht“, räumt Klare ein. • ralo

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