„Richtung stimmt leider nicht immer!“

260-Meter-Drives sind für Huskies-Sportdirektor Rico Rossi absolut keine Hexerei

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Energisch bei der Sache An der Bande gab Rico Rossi stets 120 Prozent, bevor er den Stab Ende Oktober an Bobby Carpenter weiterreichte. Foto: Diekmann / nh

Mit einem spektakulären Schlag schloss er die Runde ab: Beim Kasseler Turnier der Huskies im Herbst letzten Jahres lochte Rico Rossi seinen Zehnmeter-Putt auf der 18 souverän ein – mit dem Eishockey-Schläger! Überhaupt schlägt der Sportdirektor der Schlittenhunde gern an den Golfball.

Ja, der Putt war perfekt“, grinst Rossi und fügt hinzu: „Ich brauche eben viel Publikum, um mein bestes Golf zu spielen.“ Es habe ihm Spaß gemacht, wieder mal die Eisen und Hölzer in die Hand zu nehmen, berichtet der charismatische Mann nach der Runde in Wilhelmshöhe, die er gemeinsam mit Jürgen Rehermann und Joachim Bekel absolviert hatte.

Fan von St. Leon-Rot

Im Alter von 20 Jahren lernte er Fairways und Grüns kennen. Seither hat ihn die Faszination des kleinen weißen Balles nicht mehr losgelassen. In den Sommermonaten spielt der dynamische Nordamerikaner zweimal pro Woche Golf. Mit Erfolg: Sein Handicap liegt bei 11,9.

Gern blickt er auf seine Tätigkeit in Mannheim zurück. Damals nutzte er häufig die Gelegenheit, auf den großartigen Bahnen von St. Leon-Rot aufzuteen. „Das Tolle am Golfen ist die Herausforderung, ständig gegen sich selbst und seine besten Runden zu spielen“, betont Rossi. Es gehe nicht gegen Krefeld, Frankfurt oder Bietigheim, sondern „Rico gegen Rico“ sei angesagt.

Wer mit ihm spricht, bemerkt die enorme Power, Begeisterung und mentale Stärke, die der Eishockey-Fachmann mit dem breiten amerikanischen Akzent ausstrahlt. Ist der Wesenszug so etwas wie sein Markenzeichen? „Ja, diese Eigenschaften sind aus meiner Sicht sehr wichtig – im Sport wie generell im Leben. Erfolge sind auf Dauer nur mit einer positiven Ausstrahlung möglich. Davon bin ich überzeugt“, erklärt Rossi.

Auch wenn Eishockey als Mannschaft gespielt wird, und das Golfen eine Individualsportart ist, sieht er Parallelen zwischen beiden Disziplinen. Denn: Wolle ein Team Erfolg haben, müssten die einzelnen Akteure ihre individuelle Klasse zeigen. „Das gilt auf dem Eis wie auf den 18 Bahnen“, so Rossi.

„Gemeinsam Spaß haben“

Welches sind die schönsten Plätze, auf denen er bislang gespielt hat? Auf Mallorca, erläutert der Sportdirektor, habe er einige sehr attraktive Anlagen erlebt. Gleiches gelte für Schottland. Auch den Kurs in Wilhelmshöhe mag Rossi, „da er mich an manchen Platz in meiner Heimat erinnert.“
Parkland-Anlagen zieht er gegenüber Links-Courses vor. Wem beim Links-Golf Fehler unterliefen, der werde meist unmittelbar dafür bestraft. Das sei auf dem Parkland-Fairway weniger dramatisch, das gefalle ihm.

Sein bester Schlag ist der Drive. Auf über 260 Meter Länge bringt er es häufig. „Leider stimmt die Richtung nicht immer“, bedauert Rossi. Aber das sei auch nicht allzu wichtig.

Worauf es ihm ankommt? „Dass der Flight zusammenpasst, das Wetter gut ist und wir alle gemeinsam Spaß auf der Runde haben“, bringt er die Sache auf den Punkt.