Preise für Champions Henseleit und Long

Im Kasseler Kongress Palais ehrt die PGA of Germany überragende Aktive des vergangenen Jahres

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Amerika im Visier Mit einer fantastischen 64er-Finalrunde hatte sich Esther Henseleit die bunte Trophäe der Magical Kenya Ladies Open gesichert. Nun wurde sie zur Spielerin des Jahres gewählt. Fotos: PGA of Germany

So etwas gibt es selten: Ted und Hurly Long nahmen Mitte Februar zwei der begehrtesten Auszeichnungen in Deutschland entgegen. Im Kasseler Kongress Palais erhielten Vater und Sohn die PGA Awards als Trainer bzw. Spieler des Jahres. Als herausragende Spielerin wurde die Hamburgerin Esther Henseleit gewürdigt, die Gesamtsiegerin der Ladies European Tour.

Lange hatte Henseleit bis zu ihrem ersten Tourerfolg warten müssen. Doch dann holte sie sich mit einer fantastischen 64er-Finalrunde die bunte Trophäe der Magical Kenya Ladies Open, gewann in Afrika noch einmal 45.000 Euro Preisgeld – und damit auch die Jahresgesamtwertung der Ladies European Tour. Aus Australien grüßte die Hamburgerin per Videobotschaft: „Das letzte Jahr war extrem gut – besser, als ich es mir je hätte vorstellen können. Mein Sieg in Kenia hat alles nochmal abgerundet“, so der europäische Shootingstar.

Rekord in Pebble Beach

Über 300 Gäste waren der Einladung der PGA nach Nordhessen gefolgt. Mit lautstarkem Applaus begrüßten sie kurz darauf Theodore „Ted“ Long auf der Bühne des Festsaals. Der Coach des Clubs Mannheim-Viernheim hat zahlreiche Spitzen-Amateure und Tourspieler unter seinen Fittichen – und nicht zuletzt seit 24 Jahren seinen Sohn Hurly. Der ist nicht nur Platzrekord-Halter in Pebble Beach, wo er 2017 gerade mal 61 Schläge benötigte, sondern auch der aktuelle Champion der Pro Golf Tour.

Nun kam die Auszeichnung als Player of the Year hinzu. „Vielen Dank, liebe Professionals der PGA of Germany, dass ihr mich gewählt habt. Ich kann es noch gar nicht richtig glauben. Dass meine Leistung der Saison 2019 so anerkannt wird, bedeutet mir sehr viel“, ließ Hurly Long per Videobotschaft wissen. Er hielt sich in Südafrika auf, wo die Challenge Tour gastierte.

Jetzt gehört Becker dazu

Nicht nur Hurly Long und Esther Henseleit hatten an dem Abend im Kasseler Kongress Palais allen Grund zur Freude, sondern auch ein Nordhesse: Fabian Becker. Über sein Engagement auf der Pro Golf Tour hinaus hatte er sich, begleitet von seinem Mentor Arne Dickel, in den vergangenen zwei Jahren zum Fully Qualified PGA Professional ausbilden lassen. Zusammen mit den weiteren Absolventen nahm er nun die offizielle Urkunde entgegen und wurde so Mitglied der großen PGA-Familie.

Seine Ausbildung, sagt Becker, sei „sehr gut verlaufen“, von Dickel habe er eine Menge lernen können. Und da er das Ganze berufsbegleitend durchgezogen habe, „konnte ich in der Zeit weiterhin Turniere spielen“.

Zu Beginn, räumt er ein, sei ihm das Lernen nicht leicht gefallen, „da ich schon sehr lange aus der Schule ’raus bin“. Doch er habe sich rasch in die Rolle des Trainers hineingefunden, und das habe ihm immer mehr Spaß gemacht.

Er habe fortlaufend Erfahrungen gesammelt, wie man mit Schülern umgehe. Wichtig sei das Ziel, nicht einen Spieler umzustellen, sondern herauszufinden, in welchen Bereichen er die meisten Schläge verliere, um an diesen Punkten mit ihm zu arbeiten.

Becker betont, er habe sich in Sachen Schwunganalyse stark verbessert. „Als Spieler habe ich mir darüber wenig Gedanken gemacht. Denn ich hatte ja meinen Trainer“, schmunzelt er. Jetzt gehe es für ihn darum, zu erkennen, was die Ursachen für mögliche Fehlermuster seien. „In dem Bereich habe ich viel gelernt“, freut der Pro sich.

Während der Ausbildung hatte der 37-Jährige mit drei weiteren angehenden Trainern eine Gruppe gebildet. Becker: „Wir haben zusammen gelernt, die Zeit bei den Seminaren gemeinsam verbracht und uns unter anderem über verschiedene Schwünge ausgetauscht. Das hat uns stark miteinander verbunden, wir sind enge Freunde geworden.“

„Möchte etwas aufbauen“

Am Wissmannshof hat er sich mittlerweile gut eingelebt. Die Mitglieder hätten ihn freundlich aufgenommen, er habe sich willkommen gefühlt. „Ich finde es toll, wie viele Leute trotz der mitunter widrigen Wetterbedingungen in den letzten Monaten begeistert trainiert haben“, lobt er.

Er freut sich darüber, dass er rasch das Vertrauen der Mannschaften erhalten habe. „Die Arbeit mit den Teams ist mir wichtig. Mit ihnen möchte ich auf dem Gut etwas aufbauen“, hebt der Trainer hervor.

Körperhaltung korrigieren Fabian Becker während des Trainings mit einem Schüler auf Gut Wissmannshof.

Seinen Schwerpunkt sieht er da, wo es gilt, jeden einzelnen Spieler, egal welcher Spielstärke, „besser zu machen und den Spaß an diesem tollen Sport zu stärken“. Wenn gewünscht, bietet er an, seine Erfahrungen weiterzugeben, die er als langjähriger Tour-Pro gesammelt hat.

Apropos Tour: Das eigene Training musste Becker in den letzten Monaten vernachlässigen „Aber das ist nicht schlimm. Schließlich habe ich mich bewusst für diesen Weg entschieden“, sagt der Nordhesse. Allerdings will er „das Spielen nicht ganz lassen“. Dazu hat er sich einige Turniere in der aktuellen Saison ausgesucht. Insbesondere nimmt Becker ProAms in den Blick.

„Ich komme gerade vom ProAm in Griechenland zurück“, erläutert er. Es sei eine tolle Woche gewesen, man habe viel gelacht, „und meine drei Begleiter haben viel gelernt“. Auch wenn seine eigene Leistung hinter den Erwartungen zurückgeblieben sei, habe er es genossen, „mal wieder zu spielen“.

Auch Arne Dickel geehrt

Noch ein weiterer Nordhesse wurde im Kongress Palais geehrt. Es handelt sich um den langjährigen Kasseler Arne Dickel, der heute in München aktiv ist. Seine Arbeit als Jugendtrainer würdigten die Kollegen der PGA. Mehr dazu lesen Sie im nächsten Heft. • Matthias Lettenbichler / Rainer Lomen

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