Ottobock verstärkt sich in Amerika

Duderstädter Konzern übernimmt Exoskelett-Spezialisten und steigt zum weltweiten Anbieter auf

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Produktivität steigern, Erkrankungen vorbeugen Bei Exoskeletten handelt es sich um am Körper getragene technische Lösungen, die die menschliche Leistungsfähigkeit unterstützen, verstärken oder erhalten. Foto: nh

Das international tätige Healthtech-Unternehmen Ottobock hat alle Anteile von SuitX übernommen. Die US-amerikanische Firma mit 30 Mitarbeitern ist eine Ausgründung des Robotics and Human Engineering Lab der University of California, Berkeley. Sie hat sich auf die Forschung und Entwicklung von Exoskeletten im beruflichen und medizinischen Umfeld spezialisiert. Ottobock und SuitX bündeln Fachwissen und Produkte, um die weltweite Verbreitung von Exoskeletten gemeinsam voranzutreiben.

Der Gründer und bisherige CEO von SuitX, Prof. Homayoon Kazerooni, bleibt dem Unternehmen als Chief Scientist erhalten. Kazerooni ist Professor im Fachbereich Maschinenbau an der University of California. SuitX wird Teil des Geschäftsbereichs Bionic Exoskeletons (vormals Ottobock Industrials), in dem Ottobock Exoskelette der Produktfamilie Paexo entwickelt und vertreibt.

„Zusammen mit SuitX wird Ottobock zu einem weltweit führenden Anbieter für Exoskelette in Produktion, Logistik, Instandhaltung und dem Handwerk. Gemeinsam stiften wir einen erheblichen sozioökonomischen Nutzen, indem wir die Arbeitsgesundheit für Mitarbeiter in diesen Berufsgruppen verbessern und gleichzeitig die krankheitsbedingten Ausfall- und Behandlungskosten für Unternehmen und Gesundheitssysteme reduzieren“, sagt Ottobock-CEO Philipp Schulte-Noelle.

Die Produktportfolios von Ottobock und SuitX ergänzen sich. Beide Unternehmen bieten Exoskelette, die den Körper bei Überkopfarbeit sowie bei Hebetätigkeiten entlasten. Zur Paexo-Familie von Ottobock gehören zusätzlich Lösungen, die Handgelenke, Daumen und Nacken unterstützen. SuitX entwickelt und fertigt Exoskelettsysteme für die Arbeitswelt, den medizinischen Einsatz und die Freizeit.

Schultern und Arme fördern

Es wird erwartet, dass sich der Markt für industrielle Exoskelette bis 2025 auf mehrere Hundert Millionen Euro vervielfacht. Arbeitsbedingte Verletzungen, insbesondere Muskel-Skelett-Erkrankungen, verursachen erhebliche Kosten für Unternehmen und Gesundheitssysteme. Zudem sind sie die Hauptursache für Arbeitsausfälle. Das führt allein in Deutschland zu jährlichen Kosten von ca. 33 Milliarden Euro.

Exoskelette sind am Körper getragene technische Lösungen, die die menschliche Leistungsfähigkeit unterstützen, verstärken oder erhalten. Sie helfen, die Produktivität zu steigern und Muskel-Skelett-Erkrankungen vorzubeugen. Exoskelette können Mitarbeiter in verschiedenen Anwendungsbereichen unterstützen – zum Beispiel Schulter/Nacken, Rücken, Arme/Hände und Beine, aber auch Branchen wie die Automobilproduktion, Fertigung, Wartungsarbeiten sowie Logistik. • ralo

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