Jetzt soll die Vorgabe runter auf 4

Physiotherapeutin Brit Hilliger ist die beste Single-Handicapperin in Marburg

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Schlag zum Grün Brit Hilliger: „Das ist absolute Entspannung und Ausgleich für mich!“ Foto: nh

In diesem Jahr wird Brit Hilliger 30 Jahre alt. Als Physiotherapeutin arbeitet sie in Marburg. Als Glück sieht es die Hessin an, in direkter Nachbarschaft zum Oberhessischen Club zu wohnen. Ob damit ihr Handicap zusammenhängt? Es liegt aktuell bei 6,4 und ist aus ihrer Sicht „deutlich verbesserungswürdig“.

Vor 15 Jahren fiel der Startschuss. Damals begann der Teenager, zusammen mit seiner Familie im Club Haan-Düsseltal Golf zu spielen. Die Eltern motivierten sie. „Wir suchten einen gemeinsamen Sport für die ganze Familie. Bis heute sind wir alle beim Golfen geblieben“, berichtet sie, die sich zuvor vor allem auf dem Tennisplatz fit gehalten hatte.

Schlechten Schlag abhaken

Am Golfen gefällt ihr, dass die Sportart vielfältige Anforderungen stellt. Auf der einen Seite gelte es, dem nächsten Schlag die volle Konzentration zu widmen. Andererseits müsse man einen schlechten Schlag schnell abhaken können, um eine gute Leistung bringen zu können.

Darüber hinaus sieht Hilliger im Golfen einen perfekten Ausgleich für jeden Beruf. Man gehe über den Platz, bewege sich an der frischen Luft und genieße die Natur. Die Physiotherapeutin hebt hervor: „Das ist absolute Entspannung und Ausgleich für mich!“

Und schließlich: Jeder könne mit jedem an den Ball schlagen. Sie verweist darauf, dass sie schon mit Aktiven aller Altersklassen und Spielstärken tolle Runden auf dem Platz verbracht hat. Es handele sich um eine Sportart, „die wirklich jeder ausüben kann“.

 

Mit Driver und Eisen 9

In den letzten Monaten hat sie ihre Schläger nur selten in die Hand genommen. Hilliger räumt ein: „Im Winter übe ich kaum.“ Seitdem sich der Frühling immer mehr durchsetzt, wendet sie sich wieder drei- bis viermal pro Woche dem Training zu. „Nun spielen die Endorphine verrückt“, lacht sie. 

Zwei Schläger sind ihre Favoriten. Mit dem Driver erzielt die Single-Handicapperin beachtliche Längen. Zudem gelingt es ihr fast immer, den Ball gerade auf die Bahn zu bringen. Gleich hinter dem Schläger mit dem großen Kopf rangiert das Eisen 9. Es ist ihr Universalgenie bei sämtlichen Distanzen unter 100 Metern, „optimal für alles Kurze rund ums Grün“. 

Nicht zuletzt dank ihrer ausgezeichneten Schläge mit Holz 1 und Eisen 9 gelang Hilliger der Einstieg in den Golfsport perfekt. Ihr Handicap schickte sie rasant auf Talfahrt. Zwischenstopps markierten lediglich die Vorgaben 12 und 10, bei denen sie zwei Jahre verharrte. Dann ging es im Schnellzugtempo herunter auf 5.  

Die vergangene Saison gehört nicht zu ihren Lieblingsjahren. Sie kletterte hoch auf Stammvorgabe 6,4. „Ich habe extrem viele Turniere gespielt. Da darf es auch mal ein schlechtes Jahr geben“, nimmt sie es gelassen. 

Was sie allerdings nervt, ist, dass die Saison 2018 ihr „einen fiesen Putt-Yips“ brachte – der Horror für jeden Golfer. Insofern geht das höhere Handicap vor allem auf schlechte Putts zurück. Daran will Hilliger in den nächsten Monaten arbeiten. „Mein Ziel für dieses Jahr ist Vorgabe 4“, zeigt sie sich ambitioniert. 

In drei Teams aktiv

Klar, dass die Marburger Spielerinnen ihre Erfahrung und Klasse brauchen können. Da verwundert es kaum, dass sie in der aktuellen Saison gleich für drei Mannschaften an den Start gehen wird. Das betrifft zum einen das DGL-Team der Damen, das erstmals antritt. Ihre Präsenz unter den AK30-Jungseniorinnen wertet Hilliger als „neue Erfahrung“. Denn angesichts des anstehenden runden Geburtstages wird sie in der Klasse ihre Premiere feiern. 

Dagegen ist der Auftritt in der Hessenliga fast schon Routine. „Schließlich spiele ich dort nun schon meine siebte Saison“, blickt sie zurück und freut sich bereits auf den spannenden Modus des Lochwettspiels, der aus ihrer Sicht viel zu selten gewählt wird.

Hilliger will sportlichen Ehrgeiz und ihren Spaß am Spiel in alle drei Mannschaften einbringen. Aufstiegschancen räumt sie den Teams ein und bescheinigt ihnen viel Potenzial. „Da ich immer an mein Team und mich glaube, sehe ich uns im nächsten Jahr eine Liga höher“, erklärt die Leistungssportlerin. Nicht zuletzt tut sie das aus Liebe zu ihrem Heimatclub. „Marburg ist ein sehr gepflegter und spannender Platz, auf dem ich immer wieder neue Ecken kennenlerne“, so Hilliger.

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