„Jeden mit offenen Armen empfangen“

Nachgefragt: Gespräch mit Sarah Spallek, Leiterin des Sekretariats im Golfclub Gut Escheberg

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Sarah Spallek ist 33 Jahre alt und hat eine kleine Tochter, die demnächst in die Schule kommt. Die gelernte Einzelhandelskauffrau war sechs Jahre als Filialleiterin in der Textilbranche tätig, bevor sie sich der Golfbranche zuwandte. Genauer gesagt: dem Club Gut Escheberg. Die Umstellung fiel ihr zu Beginn nicht leicht, „da ich sehr am Einzelhandel hing“, räumt Spallek ein. Gleichwohl freut sie sich, die dortige Chance im Sekretariat genutzt zu haben. Gern möchte sich die Nordhessin über die verschiedenen Angebote des Deutschen Golfverbands weiterqualifizieren und sich viele weitere Jahre in dem Umfeld engagieren.

Frau Spallek, seit wann betreuen Sie das Escheberger Clubsekretariat?

Ende 2017 erhielt ich das Angebot, das Clubsekretariat in Escheberg zu übernehmen. Nach intensiven Informationen über das Aufgabenspektrum und die Erwartungen an mich habe ich diese Herausforderung angenommen. So konnte ich mich in der folgenden Winterpause 2017/2018 vorbereiten und begann im Februar 2018. Ich gehe insofern nun in meine vierte Saison.

Was macht aus Ihrer Sicht den Reiz des Jobs aus?

Mir gefällt die Vielfältigkeit der Arbeit. Da ich das Sekretariat alleinverantwortlich führe, laufen bei mir alle Fäden der Mitgliederbelange zusammen. Am meisten mag ich den direkten Kundenkontakt. Das war bereits bei meinen vorherigen Arbeitsstellen im Handel so. Im Golfclub ist der Kontakt zu den Mitgliedern noch intensiver. Insgesamt ist alles sehr abwechslungsreich. Kein Tag verläuft wie der andere, und jedes Aufgabenfeld hat seinen Reiz.

Was sind Ihre wichtigsten Aufgaben?

Über die Saison passieren so viele verschiedene Dinge und die Aufgaben wechseln fast täglich. Das reicht vom Organisieren kleinerer Turniere über den normalen Betrieb der Spielgemeinschaften bis hin zu den Clubmeisterschaften, die, sportlich gesehen, den Höhepunkt der Saison darstellen.

Auch die ordentlichen oder außerordentlichen Mitgliederversammlungen müssen sorgfältig vorbereitet und organisiert werden. Das war vor allem in 2020 wegen der corona-bedingten Hygieneauflagen eine besondere Herausforderung. Man kann bei den vielen Aufgaben schlecht priorisieren, was tatsächlich dabei am wichtigsten ist. Ich halte eine stets aktualisierte Mitgliederverwaltung für notwendig, sie läuft ja durchgängig und muss stets gepflegt werden.

Während der Saison gehört in Abstimmung mit dem Spielführer und den Mannschaftskapitänen die Vorbereitung und Auswertung der Turniere zu meinen Hauptaufgaben. Auch die Pflege der Club-Homepage in Abstimmung mit dem Pressewart und die Organisation des Jugendtrainings fällt in meinen Aufgabenbereich. Ich protokolliere Vorstandssitzungen, unterstütze den Schriftführer bei Mitgliederversammlungen und arbeite generell eng mit dem Vorstand zusammen. Im Winter werden die Beitragszahlungen in Zusammenarbeit mit der Schatzmeisterin vorbereitet sowie Jahresabschlüsse erstellt.

Und natürlich versuche ich auch mit meinen Kolleginnen auf den anderen Golfanlagen einen guten Kontakt zu halten, da man sich doch in einigen Dingen mal informativ austauschen muss. Ich denke, man kann mich bei diesen Aufgaben guten Gewissens als „Mädchen für alles“ bezeichnen.

Entspannte Atmosphäre Sarah Spallek: „Dort zu arbeiten, wo andere ihre Freizeit verbringen, ist für mich ein Highlight.“ Fotos: nh

Inwieweit haben sie sich in den letzten Jahren verändert?

Die Aufgaben verändern sich manchmal sogar innerhalb einer Saison. Beispielsweise mussten in 2019 die Platzregeln an die neuen Golfregularien angepasst werden. Auch haben wir eine tolle 9-Loch-After-Work-Serie neben den üblichen Wochenend-Turnieren ins Leben gerufen. Diese Turniere haben ein ganz besonderes und lockeres Flair und werden von unseren Golfern gern als Einstieg ins Wochenende genutzt.

Im letzten Jahr war, wie überall auf der Welt, Corona das große Thema. Wir haben umfangreiche Hygienekonzepte erarbeitet und mit dem Golfmanager der Betreiber-GmbH abgestimmt. Ziel war und bleibt es für uns, mit solchen Regelungen nicht nur die Gesundheit unserer Spieler zu schützen, sondern zeitgleich auch dafür zu sorgen, dass trotz der schwierigen Situation ein schönes Golfspiel möglich ist.

Was werden die größten Herausforderungen in der neuen Saison sein?

Definitiv schauen wir alle sehr erwartungsvoll auf das World Handicap System, WHS, und wie es sich im Spielbetrieb bewähren wird. Da wird sich für uns alle in den Sekretariaten, in der Organisation und auch für die einzelnen Spieler und den gesamten Turnierbetrieb vieles verändern. Wir als Club haben bei der Umsetzung und Konvertierung keinerlei Einfluss, da alles ausschließlich vom Deutschen Golfverband gesteuert wird.

Worauf wird es insbesondere ankommen?

Der Vorstand und ich haben die Winterpause bestmöglich genutzt, um uns auf das WHS vorzubereiten. Hierzu haben wir an Webinaren des DGV und des Datensoftware-Anbieters teilgenommen und sämtliche Updates sowie Konvertierungen bereits eingespielt. Ich persönlich hoffe, dass ich den Mitgliedern mit Rat und Tat zur Seite stehen kann oder, wenn es Probleme mit dem errechneten Handicap Index geben sollte, zumindest an die richtigen Stellen verweisen kann. Und Corona wird uns wohl auch noch begleiten. Diesbezüglich werden wir weiterhin einen den Hygieneregeln angepassten Spielbetrieb bereitstellen, immer entsprechend den Landesvorgaben in Hessen.

Wie oft kommen Sie selbst auf den Platz?

Ich muss zugeben, ich spiele gar kein Golf! Ich war das ein oder andere Mal als Caddie dabei, und tatsächlich gehe ich auch manchmal zum Spaß auf die Driving Range, um ein paar Bälle zu schlagen. Aber ich fühle mich doch im Büro sehr wohl und habe arbeitsbedingt im Sommer wenig Zeit. Aber wer weiß, vielleicht absolviere ich irgendwann mal meine Platzreife. Fest geplant ist das jedoch noch nicht.

Was mögen bzw. schätzen Sie an der Escheberger Anlage besonders?

Mir persönlich gefallen die Gegend, die Landschaft und ruhige Lage gut. Schon allein der Hin- und Rückweg zur Arbeit ist entspannt. Ich fühle mich generell in Escheberg sehr wohl. Das liegt an der ganzen Atmosphäre. Dort zu arbeiten, wo andere ihre Freizeit verbringen, ist für mich ein Highlight.

Ich wurde vom ersten Tag an von allen herzlich aufgenommen. Bei uns ist der Umgang miteinander offen und familiär. Ich bin ehrlich, auch ich bin damals dem bekannten Vorurteil aufgesessen, dass Golf ein elitärer Sport sei – und wurde in Escheberg definitiv eines Besseren belehrt.

Hier wird jeder mit offenen Armen empfangen, egal ob Platzreife-Absolvent oder Spieler mit Singlehandicap. Ich persönlich würde mich sehr freuen, wenn es für die Escheberger Anlage endlich ein tragfähiges Zukunftskonzept geben würde. Die Clubmitglieder und die herrliche Anlage haben das mehr als verdient! • ralo

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