Ermutigende Zeichen am Golfhimmel

Meine Meinung: Bad Arolser Volker Sterzing über den vielfältigen Wandel rund um unseren Sport

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Klare Sache Volker Sterzing: „Es geht nichts über einen Sport, der sich an der frischen Luft unter Einhaltung aller Abstandsregeln ausüben lässt!“ Foto: nh

Betrachtet man die Situation, in der sich unser Sport aktuell befindet, macht es Sinn, zunächst einen Blick in die Vergangenheit zu werfen. Deutlich wird, dass die meisten deutschen Plätze im vergangenen Jahrhundert entstanden. Damals waren es eher gut situierte Aktive, die dem Spiel mit dem kleinen weißen Ball frönten.

Mit ihren traditionellen Regeln und strikter Etikette zeigten sich die Clubs eher abweisend gegenüber Innovationen jedweder Art. Neue Mitglieder wurden eher selten akzeptiert, die teilweise beachtlich hohen Aufnahmegebühren führten zu einer Überalterung.

Wenn die Bälle kleiner werden

Vor dem Hintergrund lässt sich feststellen: Seit einigen Jahren entwickelt sich etwas! Aktion auf Aktion startet der Deutsche Golfverband, um der Überalterung entgegenzuwirken. Aufnahmegebühren erheben zahlreiche Clubs längst nicht mehr.

Wie man neue Mitglieder generieren kann, bleibt jedoch nach wie vor die Gretchenfrage. Mitunter wird versucht, den Zugang über die Schulen zu erreichen. Da kommt das Image des Golfsports ins Spiel. Wollen junge Menschen einer überalterten Sportart nachgehen, die außerdem nicht eben einfach auszuüben ist? Wollen sie mehrere Stunden ihrer Freizeit opfern, um einem kleinen Ball hinterherzulaufen? Ich denke, dass die Konkurrenz der Computerspiele erheblich ist!

Trotzdem verzeichnet der Golfsport Zuwachsraten. Gerade die Gruppe der 40- bis 50-Jährigen erkennt, wie großartig unser Spiel ist. Ehemalige Fußballer, Handballer oder Tennis-Fans wechseln zum Golfen.

Schicke Outfits, tolle Reisen

Teilweise haben die Clubs diese Zeichen der Zeit erkannt. Kostenfreie Platzreifekurse, beitragsfreie Einstiegsjahre und spezielle Beginner-Turniere markieren einen Ausschnitt der vielen Möglichkeiten, um auf Newcomer zuzugehen und sie ins Clubleben zu integrieren.

Damit nicht genug. Manche positiven Entwicklungen rund um den Golfsport lassen einen staunen! Bei verschiedenen Internetportalen kann man supermoderne Bekleidung und Ausrüstung erwerben. So erhalten selbst jüngere Spieler die Chance, sich „chic“ einzukleiden. Was allerdings immer häufiger zu Problemen in den zumeist kleinen Pro-Shops führt …

Auch die Reisebranche hat die neue Klientel der Golfer für sich entdeckt. Immer mehr Angebote, die Runden mit dem kleinen Ball einschließen, kommen auf den Markt. Wenn die Corona-Pandemie einmal überwunden sein wird, dürften sich insbesondere die innerdeutschen Offerten großer Nachfrage erfreuen.

Sport an der frischen Luft

Nach meiner Einschätzung ist der Golfsport in Deutschland auf einem guten Weg. Viele Menschen erkennen, dass sich die Clubs immer mehr um Nachhaltigkeit bemühen und die Plätze zum natürlichen Lebensraum für viele Tiere geworden sind. Es geht nichts über einen Sport, der sich an der frischen Luft unter Einhaltung aller Abstandsregeln ausüben lässt! • Volker Sterzing

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