Elf unter Par? Wahnsinn!

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Der Longhitter und sein Arbeitsgerät Auf die Callaway-Hölzer konnte sich Max Kramer verlassen. Der Fuldaer zauberte beim ProAm Becks & Boys mit 61 Schlägen einen neuen Platzrekord auf die Wissmannshofer Fairways und Grüns. Fotos: Mario Zgoll

Elf Schläge unter Par landete Max Kramer bei der zehnten Auflage des ProAms Becks & Boys den großen Coup. Mit seinem spektakulären Auftritt verbesserte der aus Fulda
stammende Professional den Platzrekord auf Gut Wissmannshof. Auch in der Brutto-
Teamwertung setzte er sich zusammen mit Danilo Crnomut sowie Franz und Alexander Schwarz durch. Das Quartett benötigte 56 Schläge für die 18 Bahnen. Der Nettosieg ging an Dennis Küpper, Marco Eckart, Ferdinand Leitermann und Mona Scheibenbogen (55).

„Mit sechs Schlägen unter Par habe ich ein solides Ergebnis erzielt“, zog Hinrich
Arkenau zufrieden Bilanz. Viel wichtiger sei, so der Titelverteidiger, dass die von den Gastgebern Willi und Fabian Becker perfekt organisierte Veranstaltung einmal mehr großartig gelaufen sei. „Hier bleiben keine Wünsche offen“, lobte der Norddeutsche und verwies darauf, dass diesmal Pros aus dem ganzen Land und sogar einige Asse aus Holland angereist waren.

„Als Team lagen wir am Ende 14 unter Par. Das war schon eine runde Sache“, strahlte Heinz Arend, der gemeinsam mit Richard Nömeier sowie seinen Clubkameraden Jörg Bieshaar und Joachim Bekel gespielt hatte. Die extrem hochsommerlichen Bedingungen hatten ihn kaum gestört. „Wenn man die Sonne mag, geht das“, meinte der Lokalmatador lakonisch.

Ruszczynski ohne Schuhe

Etwas Wehmut umgab Henning Hocke. Für den Gudensberger war es eine seiner letzten Runden, die er als Pro gespielt hatte. Angesichts der vielen gesundheitlichen Handicaps, die ihn in den Monaten zuvor in Mitleidenschaft gezogen hatten, zeigte er sich glücklich über seine Leistung. „Den tollen Platz und die fantastische Atmosphäre rund um das Event habe ich genossen“, fasste der Nordhesse zusammen. (Hinweis der Redaktion: In der nächsten Ausgabe wenden wir uns Hockes Ausscheiden in Gudensberg und seinen neuen Perspektiven zu.)

Zielsicher und präzise Pro Dominik Pietzsch benötigte 68 Schläge für die 18 Bahnen. Einer davon war ein ganz besonderer: ein Hole-in-one.

Francisco Iglesias schwärmte: „Es war traumhaft.“ Mit einer kleinen Einschränkung: Es sei, selbst für ihn als gebürtigen Südeuropäer, ein wenig zu heiß gewesen, räumte der FMI-Chef ein. Die Runde mit seinem Team sei glänzend verlaufen. Das lasse sich nicht zuletzt am Ergebnis von elf Schlägen unter Par ablesen.

„Die Longhitter hatten mehr Probleme, ihre Bälle und Distanzen in den Griff zu bekommen als ich“, hob Stjepan Mrksa hervor. Der Wissmannshofer hatte gemeinsam mit Giuseppe di Giglio, Dragan Tomic und Pro Andrew McQueen ein Quartett gebildet. „Gemeinsam mit Andrew zu spielen, ist immer ein Erlebnis“, freute sich der Oberaulaer Di Giglio.

Philipp Ruszczynski hatte eine ungewöhnliche Premiere erlebt. „Ich kam am Vormittag ohne Golfschläger, -schuhe oder anderes Equipment hierher, um beim Turnier zuzuschauen. Anderthalb Stunden später stand ich mit meinem Team auf dem Platz und spielte“, berichtete der Hardenberger, der kurzfristig für einen erkrankten Aktiven eingesprungen war.

Champagner für Wuttke

„Wir hatten uns vorgenommen, dass unsere Jubiläumsveranstaltung ein besonderes Event wird. Das ist uns gelungen“, resümierte Willi Becker und lobte, dass die Zusammenarbeit mit dem Team um Centerleiter Frank Wiegand „erneut wie am Schnürchen“ geklappt habe.

Über jeden einzelnen Pro habe er sich gefreut. Dass Leo Astl aus Österreich und einige junge Professionals aus Holland angereist seien, wertete Becker als bemerkenswerte Auszeichnung für das Turnier. Die tollen Ergebnisse hätten gezeigt, dass sich der längste Weg gelohnt habe.

Schampus zum Jubiläum Für seine zehnte Teilnahme am beliebten ProAm durfte sich Benjamin Wuttke (v.l.) über ein spezielles Dankeschön der Gastgeber Willi und Fabian Becker freuen.

Einer, der die Anreise ganz gewiss nicht bereut hatte, war Dominik Pietzsch. Mit einer 68 legte der Pro nicht nur eine gute Runde hin, sondern spielte darüber hinaus ein Hole-in-one – was nicht nur seine Kollegen mit lautstarkem Applaus bedachten. Den erhielt auch Benjamin Wuttke, der als einziger Professional an allen zehn ProAms mitgewirkt hatte. Dafür gab es eine Flasche Champagner aus den Händen der Gastgeber!

Zu den Überraschungen, die sich die Organisatoren hatten einfallen lassen, zählte Frank Marths Bar, die für anderthalb Stunden nahe der Tee-Box ein Revival erlebte. Dort gönnten sich die Aktiven nach der Runde ihren Aperitif, bevor gegen 19.00 Uhr die Abendveranstaltung samt Siegerehrung startete.

Fabian Becker war am Ende des langen Tages ebenfalls zufrieden. „Tolles Wetter, tolle Spieler, tolle Leistungen, tolle Atmosphäre“, zählte er auf. Nicht zuletzt sehe man Drives über bis zu 450 Meter nicht alle Tage. Das seltene Schauspiel hatten die Zuschauer an der bergab verlaufenden Bahn 9, einem Par-5-Loch, verfolgen können. „In diesen Tagen hört der Ball gar nicht mehr auf zu rollen“, witzelte der Pro.

Zur Jagd in den Wald

Kramer zeigte sich leicht verwundert über seine glänzende Leistung. Die Wochen zuvor seien turbulent verlaufen. Er sei viel unterwegs gewesen und unter anderem zusammen mit seiner Freundin von der Schweiz nach Düsseldorf umgezogen. Insofern sei das Training phasenweise zu kurz gekommen – „was mir aber offenbar gutgetan hat“, schmunzelte der Pro.

Bis zu seinem 18. Lebensjahr hatte er in Fulda gewohnt und dort mit dem Golfen begonnen. Anschließend wechselte er nach Neuhof, wo Kramer gemeinsam mit Fabian Becker das dortige Bundesliga-Team verstärkte. Danach wurde er Professional.
„Nach wie vor ist Fulda meine Heimat“, lässt er keinen Zweifel und verweist darauf, dass er seine in der Domstadt lebenden Eltern sowie seinen Bruder regelmäßig besucht. Wenn es die Zeit erlaubt, geht er zusammen mit seinem Vater in die Rhön zur Jagd.

Ausdrucksstark Mit ihren beiden Auftritten während der Siegerehrung eroberte Sängerin Maxima Clavey die Herzen des Publikums im Sturm.

Am Rande bemerkt: Kramer gelang mit -11 nicht nur eine grandiose Runde. Darüber hinaus führte der frühere Bundesliga-Spieler sein Team mit 16 Schlägen unter Par zum Bruttosieg – mit zwei Pars sowie diversen Birdies und Eagles. „Die 61 war die beste Runde, die ich je gespielt habe“, räumte der Hesse in seiner Ansprache ein. Sprach es und verabschiedete sich, um sich in den folgenden Stunden in den Wäldern rund um den Wissmannshof seinem Hobby zu widmen – dem Jagen.

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