Einbußen durch Corona? Kennt er nicht!

Mit perfekten Karosserie- und Lackierarbeiten punktet der Kasseler Unternehmer Stjepan Mrksa am Markt

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Elektro oder Wasserstoff? Stjepan Mrksa: „Schäden an der Karosserie wird es immer geben.“. Foto: nh

Stjepan Mrksas Team kümmert sich um sämtliche Karosserie- und Lackierarbeiten. Von Umbauten über Restaurierungen und das Entfernen von Rostschäden bis zu Unfallinstandsetzungen spannt sich der Bogen – für alle Marken und Modelle, vom Trabi bis zum Ferrari. Zu den Lackier-Highlights gehörte ein Pontiac aus erster Hand, Baujahr 1988, der gerade mal 80.000 Kilometer gelaufen war.

Meisterbrief mit 22 Jahren

Von Zagreb aus kam Mrksa 1974 nach Deutschland. Seine erste Station markierte Landshut. In der bayerischen Stadt erlernte er die deutsche Sprache und ließ sich alsbald in Sachen Karosseriebau ausbilden. Weiter verlief sein Weg im Sauseschritt. Nachdem der Youngster seine Lehre absolviert hatte, arbeitete er zweieinhalb Jahre als Geselle in der Branche.

Zielstrebig ging er voran. „Von Anfang wollte ich mich selbstständig machen“, blickt Mrksa zurück. Also meldete er sich auf der Meisterschule an und setzte konsequent auf die Weiterbildung. Mit Erfolg: 1980 schloss der Kroate den Gang ab und avancierte zu Deutschlands jüngstem Karosseriebau-Meister – im Alter von 22 Jahren.
Anschließend orientierte er sich nach Norden und steuerte Kassel an. Warum gerade die Documenta-Metropole? „Dort lebte mein Vater und engagierte sich als Gastarbeiter bei Polyma“, berichtet Mrksa.

18 Auszubildende begleitet

Heute, 41 Jahre später, läuft sein Unternehmen glänzend. Die Euro Karosserie-Lackierfachbetrieb GmbH in der Kasseler Miramstraße zählt zahlreiche private und gewerbliche Partner zu ihren Kunden. Namhafte Autohäuser finden sich darunter, etwa die Audi- und Porsche-Zentren in der Fulda-Stadt, die Aschenbrenner-Standorte sowie die Hermes-Logistik.

Mit Zuverlässigkeit, Flexibilität, gutem Service und hoher Kundenbindung punktet das zehnköpfige Team am Markt. Aktuell gehört ein Azubi dazu. „Ich habe bislang bereits 18 Nachwuchskräfte im Berufsbild des Karosseriebauers und Lackierers ausgebildet“, fasst Mrksa zusammen.

Der Vorteil der Spezialisten: Viele mittlere und größere Autohäuser beschäftigen sich nicht mit Blech-, Karosserie- und Lackierarbeiten. An der Stelle setzt Mrksas Belegschaft an und verzeichnet volle Auftragsbücher. Einbußen durch Corona? Das ist ein Fremdwort für das Team. Inwieweit könnten Elektro- oder Wasserstoff-Fahrzeuge für Rückgänge sorgen? Mrksa schüttelt den Kopf. Das berührt sein Geschäft nicht. „Schäden an der Karosserie wird es immer geben“, sagt er trocken.

In drei Jahren ist Schluss

Trotzdem, in spätestens drei Jahren will der gebürtige Kroate aufhören und sein Unternehmen weitergeben. Von der IHK hat er sich beraten lassen, potenzielle Kandidaten

Weinroter Hingucker Zu den Lackier-Highlights des Teams gehörte ein Pontiac aus erster Hand, Baujahr 1988, der gerade mal 80.000 Kilometer gelaufen war. Foto: nh

gibt es bereits. Mrksa nimmt großes Interesse wahr, immer wieder kommen Interessenten auf ihn zu.

Und dann? Er will sich mehr seinen Hobbys widmen, zum Beispiel dem Golfen. „Ich habe noch nie in meinem Leben länger als zwei Wochen Urlaub am Stück gemacht. Das soll anders werden“, erklärt Mrksa und schwärmt von Destinationen in Italien, Kroatien, Österreich, der Schweiz, Dubai und Thailand. Gern golft er zusammen mit seiner Partnerin, die ebenfalls Vorgabe 17 hat.

Zur Sportart mit dem kleinen weißen Ball fand der Mann mit dem gewinnenden Lachen vor elf Jahren. Der Wilhelmshöher Pro Andrew Winstanley hatte seine Neugierde geweckt, nachdem er zuvor vor allem Fußball und Tennis gespielt hatte. So absolvierte Mrksa als 53-Jähriger am Herkules seinen Platzreifekurs – und fing Feuer. Er schloss sich dem Resort Gut Wissmannshof an. Mit Begeisterung dreht er Runden auf seinem Heimatplatz sowie in Kassel, Westheim, Waldeck sowie am Hardenberg. Bald könnten es noch mehr Durchgänge werden. „Schließlich habe ich dann endlich die Zeit dazu“, freut sich Mrksa.
• ralo

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