Digitalisierung fordert pfiffige Lösungen

Dallwig kooperiert mit Casim und surft erfolgreich auf der Innovationswelle

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Vorgänge besser verstehen Welche Reaktionszeit haben unsere Teams? Wie lange brauchen wir, um die laufenden Aufträge abzuarbeiten? Geschäftsführer Andreas Grimm (links) im Gespräch mit Servicetechniker Karsten Jabusch. Fotos: Axel Sauerwein / nh

Zukunftsträchtige Entwicklungen stehen mehr denn je im Zeichen der Digitalisierung. Dem Trend folgt die Kasseler C.W. Dallwig Nachf. Grimm GmbH. Mit der Casim GmbH und Co. KG haben sich die Innovativen einen starken Partner geholt.

Geschäftsführer Andreas Grimm hatte schon lange nach einer passenden Software gesucht, um Kundenaufträge zu bearbeiten. Ein Kontakt in der Nachbarschaft führte zur Lösung. Denn bei einer Veranstaltung kamen Grimm und Casim-Chef Dr. Dietmar Freitag ins Gespräch. Kurz darauf stand fest: Casim programmiert eine individuelle Software für Dallwig – inklusive Applikation für Smartphones.

Erschwertes Monitoring

Aufträge gehen auch nach Einführung der neuen Software via Telefon oder E-Mail bei Dallwig ein. Anschließend wandern die Kundendaten in eine Datenbank.

Die Verteilung der Aufträge auf die Handwerker lief zuvor analog. Ausdrucke wurden erstellt und die Jobs in Registerkarten hinterlegt. Beim Briefing übernahmen Monteure die Aufträge und packten die Registerkarten danach zu ihren Unterlagen. Ein Monitoring sämtlicher Aufträge war so kaum möglich.

Anfragen der Kunden zu ihren Aufträgen konnten nur mit großem Aufwand beantwortet werden und kosteten viel Zeit. Grimm strebte insofern an, den Prozess zu digitalisieren. Die auf dem Markt angebotene Software entsprach jedoch nicht seinen Vorstellungen, da er angesichts der zumeist komplexen Anwendungen eine ablehnende Haltung seiner Monteure befürchten musste.

Software programmiert

Doch die Skepsis sollte verfliegen. Zunächst analysierten Casim-Profis die Wünsche des Dallwig-Teams. Für die Programmierer galt es, Kernpunkte herauszufiltern. Neben der Weboberfläche sollte eine Applikation für iOS und Android erstellt werden.

Um die Kundendaten aus der Datenbank übertragen zu können, entstand eine Schnittstelle. Nun konnten die Infos auf der Weboberfläche und den Applikationen abgerufen sowie verarbeitet werden. Mit Blick auf die Monteure soll die Applikation die Auftragsverteilung erleichtern und den Kontakt zum Kunden vereinfachen.

Die Applikation enthält vier Buttons: Auftrag annehmen, Kunden anrufen, Anfahrt zum Kunden, Auftrag abgeschlossen. Auf der Weboberfläche werden alle Aufträge angezeigt. Via Ampelsystem kann täglich analysiert werden, welche Kunden in den angestrebten 48 Stunden vom Monteur kontaktiert wurden – und welche nicht.

Pilotprojekt erweitert

Die Testphase ist abgeschlossen. Alle eingehenden Aufträge laufen über die neue Software. „Zudem arbeitet Casim an Erweiterungen“, so Andreas Grimm. Die Weboberfläche soll zusätzliche Filter erhalten, die ein optimiertes Monitoring sowie Mitarbeiter-Feedback ermöglichen. Kunden wie Mitarbeiter profitieren davon.

Außerdem soll ein fünfter Button die Applikation ergänzen. In der Praxis hat sich nämlich gezeigt, dass eine reibungslose Auftragsbearbeitung die Dokumentation von Zwischenfällen, Problemen und Verzögerungen verlangt.

Geplant ist, die Kooperation zwischen Casim und Dallwig auszubauen. In die Applikation soll ein Kunden-Login integriert werden, so dass die Partner noch schneller reagieren können. „Auch die Interaktion zwischen Kunde und Monteur lässt sich so vereinfachen“, macht Grimm deutlich.

Das morgendliche Briefing findet nun am interaktiven Whiteboard statt. Noch können keine Notizen auf der Weboberfläche hinterlegt werden. Das erscheint jedoch insofern sinnvoll, als dann bei den Besprechungen keine weiteren Protokolle mehr erstellt werden müssten. So könnten schlankere administrative Prozesse erzielt werden, die es ermöglichen, mehr Zeit bei und mit dem Kunden zu verbringen. Schließlich ist keine Entwicklung so gut, als dass sie sich nicht noch weiter verbessern ließe!