Die Zeichen stehen klar auf Expansion

Guxhagener Proplan GmbH & Co. Team2 KG strebt die Fusion mit einem weiteren Architekturbüro an

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Kreative Handschrift Blick auf den von Proplan konzipierten Neubau von 40 Wohneinheiten in Gudensberg, der 2020 fertiggestellt wurde. Als Investor engagierte sich die VR Partnerbank Melsungen. Foto: nh

Die Auftragsbücher sind gut gefüllt, die Geschäfte laufen rund. Mit seinen Projekten im verdichteten Wohnungsbau, die jeweils zwischen zehn und 40 Wohneinheiten umfassen, ist Joachim Vogelsbergs Proplan-Team planerisch in einem Segment tätig, das seit Jahren floriert. In erster Linie betrifft es barrierefreies, sogenanntes Service-Wohnen für Senioren.

Die eher kleineren Einheiten, in denen ältere Menschen ihr Zuhause finden, bieten Singles eine Fläche von etwa 60 Quadratmetern. Leben dort zwei Personen, sind es ca. 75 Quadratmeter – und damit ein Zimmer mehr.

Ein 30 Wohnungen umfassendes Projekt der in Kassel ansässigen Kommunalen Versorgungskasse Kurhessen-Waldeck (KVK) in Fuldabrück-Dörnhagen hat Proplan im September fertigstellen lassen. Im Oktober öffnete die Einrichtung ihre Pforten. Als Generalmieter agiert die AWO.

Der Startschuss für ein anderes KVK-Projekt fiel im Sommer. Es entsteht in Niedenstein und umfasst 27 Einheiten. Dort wird sich die AWO perspektivisch in gleicher Funktion engagieren. „Für den Investor AS Kapital planen wir aktuell 27 Wohnungen im Kasseler Stadtteil Wolfsanger“, berichtet Vogelsberg. Alle Einheiten sollen anschließend verkauft werden. Im Auftrag der Orthopädischen Klinik sind die Architekten in Hessisch-Lichtenau aktiv. Für die Gesundheitseinrichtung planen die Guxhagener 20 Einheiten, die integrativem Wohnen dienen sollen – dort werden Schwerstbehinderte leben. Als Bauherr agiert der Lichtenau e.V. Geschäftsführer Alexander Felde ergänzt: „Außerdem beschäftigen wir uns derzeit mit zwei TÜV-Prüfstellen, die in Südhessen errichtet werden sollen.“

Bei sämtlichen Aktivitäten geht es um Ausschreibungen, Planungen oder die Bauleitung. „Wir übernehmen Architekturleistungen. Selbst bauen wir nicht“, stellt Vogelsberg klar.

Im skizzierten Kontext trifft das Proplan-Team am Markt häufig auf die gleichen Akteure. Es handelt sich um Banken, Versicherungen, Versorgungskassen und öffentliche Träger. Unter den Investoren finden sich kaum private Anleger. „In dem Umfeld bewegen wir uns seit 30 Jahren“, fasst der Geschäftsführer zusammen und verweist auf die VR-Partnerbank Chattengau, den TÜV Hessen, die KVK sowie die AWO als wichtige Bauherren.

Zunächst Arbeitsgemeinschaft

Derzeit beschäftigt Proplan zehn Belegschaftsmitglieder. Es sind fünf Architekten sowie Bauzeichner und administrative Kräfte. Diese Personalstärke wird nach Vogelsbergs Überzeugung nicht ausreichen, um dauerhaft die vielfältigen Aufträge auf dem gewohnten, qualitativ hohen Standard abzuarbeiten. Die Konsequenz: „Da wir nicht bereit sind, Abstriche zu machen, wollen wir uns vergrößern“, so der Architekt.

Seit zwei Jahren sucht das Unternehmen passende Mitarbeiter. Ohne Erfolg. Was tun? Es reifte der Plan, mit einem Büro zu fusionieren, das weniger ausgelastet ist, jedoch über gute Kräfte verfügt. Diese Linie verfolgten Vogelsberg, Felde und Co. beharrlich – und wurden fündig. Zunächst wollen beide Seiten eine Arbeitsgemeinschaft bilden. Funktioniert diese, soll die Kooperation nach zwei bis drei Jahren in eine Fusion münden. „Dann werden wir ein Team von 30 Leuten bilden“, blickt Vogelsberg in die Zukunft.

Wie sieht der Architekt seine persönlichen Per-spektiven in dem dann deutlich größeren Unternehmen? „Ich bleibe dabei und werde mich als Kundenbetreuer und Akquisiteur engagieren“, sagt Vogelsberg. Darüber hinaus will er seine Erfahrung in die Waagschale werfen und bei Bedarf Krisen bzw. Konflikte managen. Keine Frage – zuhören, moderieren und Kompromisse ausloten kann er. Dafür spricht nicht zuletzt, dass der Guxhagener in 45 Jahren Selbstständigkeit nur zwei Bauprozesse erlebte. • ralo

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