Am Jahresende soll es die 4 sein

Oberaulaer Florian Schönhut zum Saisonstart, dem Coach und mentaler Stärke

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Wann üben? Zwischen Januar und April strebt der Oberaulaer an, einmal unter der Woche und einmal am Wochenende auf die Range zu gehen. Danach sind die Fairways Trumpf.

Er ist 33 Jahre alt, seit 2017 verheiratet und arbeitet als IT-Manager einer Maschinenbau-Unternehmensgruppe. Golf spielt Florian Schönhut seit fünf Jahren. „Der Sport hat mich gepackt, so dass ich die Torwarthandschuhe an den Nagel hängte“, blickt der frühere Kicker zurück. Die Begeisterung führte dazu, dass der Oberaulaer binnen zwei Jahren zum Single-Handicapper avancierte. Heute ist er aus den Mannschaften seines Clubs nicht mehr wegzudenken.

Prioritäten setzen „Nach den tiefergehenden Schwungumstellungen liegt mein Hauptaugenmerk aktuell auf den Hölzern, insbesondere beim Driver“, hebt Florian Schönhut hervor. Fotos: nh

Florian Schönhut, wie verlief Ihre Vorbereitung auf die aktuelle Spielzeit?

Normalerweise beginnt bei mir die Vorbereitung auf die neue Saison bereits im November. Diesmal habe ich es bewusst anders gehalten und von Oktober bis Januar komplett pausiert. Unabhängig davon habe ich mit unserem Pro George Staples – wie jedes Jahr – einen Plan erarbeitet, an dem wir uns orientieren und den ich konsequent verfolge.

Inwieweit hat sich das veränderte Vorgehen ausgezahlt?

Überraschenderweise ging die Saison für mich sehr gut los. Wie schon in den letzten beiden Jahren verbrachte ich Anfang März zehn Tage in Abu Dhabi, um dort zu trainieren, zu spielen und Urlaub zu machen. Die ersten Runden und Turniere verliefen sehr ordentlich, mit guten 70er-Runden.

Seit April lief es etwas schleppend, weil wir einige Details im Schwung geändert hatten und es etwas dauerte, bis diese sich eingestellt hatten, so dass ich mich besser und mit dem Schwung sicherer fühlte.

Leider fanden sowohl die beiden Herren-Mannschaftsspiele als auch das erste Herren-30-Mannschaftsmatch in der Zeit statt, so dass meine persönlichen Ergebnisse besser hätten ausfallen können. Wir konnten trotzdem einen guten 2. und 1. Platz bei den Herren und den 1. Platz bei den Herren-30 erreichen.

Wo liegt aktuell Ihre Stammvorgabe?

Ich startete mit 5,7 ins neue Jahr. Aktuell bin ich bei 6,2.

Inwieweit haben Sie sich dieses Jahr ein Handicap-Ziel gesetzt?

Ich setze mir jedes Jahr Ziele, die ich erreichen will – unabhängig von der Vorgabe. Aber beim Handicap wäre es schön, wenn ich Ende des Jahres die 4 vorn stehen hätte.

Welche Schläge trainieren Sie in diesen Wochen besonders häufig?

Nach den tiefergehenden Schwungumstellungen liegt mein Hauptaugenmerk aktuell auf den Hölzern, insbesondere beim Driver. Die Konstanz ist mein größtes Manko, weshalb ich vor allem daran arbeite.

Welche Rolle spielt Ihr Coach dabei?

Unser Pro George Staples spielt eine große Rolle für mich. Zum einen, weil wir sehr viel an meinem Schwung geändert haben, vor allem in den Details. Zum anderen, weil er immer ein offenes Ohr für mich hat. Daher kann auch morgens um 6.00 Uhr oder nachts um 1.00 Uhr schon mal ein Video mit Schwungübungen geschickt werden, die wir dann analysieren.

Wie oft pro Woche gehen Sie auf die Range?

Ehrlicherweise gar nicht so oft. Ich versuche, von Januar bis April einmal unter der Woche und einmal am Wochenende auf die Range zu gehen. Da ich beruflich viel unterwegs und zeitlich stark gebunden bin, ist es nicht immer einfach. Ansonsten versuche ich, die freie Zeit zum Spielen zu nutzen. Kurzes Spiel habe ich das letzte Mal bei der Platzreife trainiert …

Wie häufig sind Sie für die Oberaulaer Mannschaften im Einsatz?

Ich bin bei allen Mannschaftsspielen der Herren und der Herren 30 im Einsatz. Bei der Urlaubsplanung wird immer auf den Spielplan geachtet. So habe ich es schon früher beim Fußball gemacht.

Welche Perspektiven sehen Sie für die Teams?

Nach dem unglücklichen und vermeidbaren Abstieg aus der Landesliga hat sich unsere Herrenmannschaft ein wenig verändert. Wir möchten, wenn möglich, oben mitspielen – ohne den Druck zu verspüren, unbedingt aufsteigen
zu müssen.

Bei den Herren 30 haben wir im Heimspiel am letzten Spieltag den Klassenerhalt geschafft. Dieses Jahr scheint die Gruppe etwas einfacher zu sein. Ein Aufstieg wäre daher schon schön. Aber auch hier sollten wir uns nicht unnötig Druck machen.

Zurück zu Ihrem Spiel. Welchen Stellenwert räumen Sie dem mentalen Faktor ein?

Der mentale Faktor spielt eine große Rolle. Ich habe jeweils beim Fußball und Tennis in der Landesliga gespielt. Aber beim Golfen ist die mentale Stärke nochmal eine ganz andere Waffe als bei den genannten Sportarten. Wenn der Kopf und die Gedanken klar sind, ist das einer der Hauptgründe für ein gutes Ergebnis. Das zeigen insbesondere die Profis. Die Jungs können alle überragend Golf spielen – wer den „klarsten“ Kopf und das Quäntchen Glück hat, der gewinnt Turniere!

Inwieweit lässt sich mentale Stärke aus Ihrer Sicht trainieren?

Am besten ist sicher, Druckmomente zu erzeugen und von den Erfahrungen zu profitieren. Zum Beispiel beim Wettspiel auf privater Runde. Mit der Konsequenz, dass der Verlierer die Schläger des anderen reinigt. Keiner will bei so etwas verlieren …

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