Deutsche Unternehmen setzen bei der Wahl ihrer Berufskleidung zunehmend auf den textilen Mietdienst. Kostenoptimierte Beschaffung, persönliche Ausstattung und regelmäßige Pflege sind die Kennzeichen der Dienstleistung. Die Kasseler Welscher GmbH & Co. KG zählt zu den führenden Anbietern von Miettextilien in Nordhessen und den angrenzenden Bundesländern. Und das mittlerweile seit 100 Jahren.
Die Wäscherei für Berufskleidung
Kaufen? Waschen? Pflegen? Was früher in Sachen Berufskleidung in Eigenregie üblich war, führt heute in vielen Betrieben zu Kopfschütteln.
Geschäftsführer Jochen Welscher: „Zum einen fehlt immer mehr Menschen die Zeit, sich selbst um ihre Berufskleidung zu kümmern. Zum anderen setzen die Unternehmen verstärkt auf Corporate Fashion, die nach einheitlichen Vorgaben gepflegt werden sollte.“
Und letztendlich verhinderten immer mehr Sicherheitsnormen und Hygienevorschriften, dass die Berufskleidung in der heimischen Maschine gewaschen werden könnte.
Fachgerechte Pflege in den Händen von Spezialisten
Wenn man nicht selbst pflegt, wer macht es dann? Welscher erläutert: „Die fachgerechte Pflege von Berufskleidung gehört in die Hände von Spezialisten. Denn mehrfarbige Kollektionen, das Zusammenspiel verschiedener Gewebe oder die korrekte Anbringung von Namensschildern sowie Emblemen kann der Laie kaum noch bewerkstelligen.“
Dann werde aus einem einheitlichen, überzeugenden Auftritt der Mitarbeiter schnell ein kunterbuntes Gewusel. Der gewünschte Effekt einer Imagekleidung, ein positiver Auftritt beim Kunden, gehe so verloren.
Wenn es zu einer Frage der Sicherheit wird
Hinzu kommt ein Aspekt, der vor allem Sicherheitsexperten beschäftigt. Wer seine Berufskleidung in den heimischen Wäschekorb legt, bringt neben dem Schmutz mitunter auch Keime aus dem Betrieb mit nach Hause. Das kann nicht nur zu defekten Waschmaschinen führen, sondern birgt auch die Ansteckungsgefahr für die Familie. Andererseits muss der Arbeitgeber befürchten, dass bei unsachgemäßer Pflege der Schutzkleidung und daraus resultierenden Unfällen am Ende er haftbar gemacht wird.
Textiler Mietservice in Nordhessen
Als Folge vertrauen heute immer mehr Firmen bei der Ausstattung ihrer Teams auf Anbieter von textilem Mietservice. Dieses Geschäft betreibt das traditionsreiche Haus Welscher seit langem.
„Als Mitglied des bundesweiten DBL-Verbundes verfügen wir über umfassendes Know-how bei der Textilpflege und statten unsere Kunden mit individuellen, hochwertigen Berufskleidungkollektionen aus. Von der Businesskleidung bis zum Warnschutz, vom Koch-Outfit bis zur passenden Kollektion für Pflegekräfte – die Auswahl ist breit, vielseitig und qualitativ hochwertig“, fasst der Chef zusammen.
Leasing für Berufskleidung als Kerndienstleistung
Kern der Dienstleistung ist und bleibt der textile Service. Die Kunden profitieren zunächst von der Tatsache, dass sie beim textilen Leasing die Berufskleidung nicht kaufen, sondern für die Nutzung zahlen. Das heißt: Statt hoher Startinvestitionen entrichten die Kunden klare, fest vereinbarte monatliche Beträge für das Leasing und die Pflege der Berufskleidung – Kosten, die vom Finanzamt steuerlich anerkannt werden.
Fußmatten und Schutzausrüstung in Kassel reinigen lassen
Im Rahmen der Serviceleistung kleidet Welscher die Mitarbeiter passend ein, stattet die Artikel auf Wunsch mit Logo und Namensemblem aus. Dann startet der Kreislauf: Die Kleidung wird vorgewaschen, ausgeliefert, nach der Nutzung abgeholt, gepflegt und wieder ausgeliefert.
„Während die Ausstattung bei uns gewaschen, geglättet und geprüft wird, steht dem Mitarbeiter eine weitere Garnitur zur Verfügung“, sagt Jochen Welscher.
Nicht nur auf Mietberufskleidung setzt das Team. Seine Firma, die ganz Nordhessen logistisch bedient, liefert außerdem Mietfußmatten, Waschraumhygiene und persönliche Schutzausrüstung.
„Auch wenn sich die Zeiten ändern – eines bleibt immer gleich. Kleidung ist eine persönliche Angelegenheit, die das Vertrauen des Kunden benötigt“, unterstreicht der Unternehmer, der mit seiner Belegschaft mittlerweile auf eine 100-jährige Erfolgsgeschichte zurückblickt.
Startschuss im Kasseler Vorderen Westen
Der Startschuss fiel am 1. März 2025 im Kasseler Vorderen Westen. Damals gründete Erich Welscher seine Firma in einer Hinterhof-Garage an der Herkulesstraße. Als Erstausstattung dienten ihm ein Fahrrad und ein Telefon. Mit dem genannten Mobil ließ er die Wäsche bei den Kunden abholen und per Bahn nach Bielefeld schicken, wo sie im elterlichen Betrieb bearbeitet wurde. Das Ganze lief so lange, bis der Unternehmer das Kapital angesammelt hatte, um eine eigene Waschmaschine zu kaufen.
Expansions-Trumpf bei Kasseler Unternehmen
Bald war Expansion Trumpf: Zunächst zog man in die Friederich-Ebert-Straße/Ecke Querallee, 1935 ging es weiter in die Bodelschwingh-Straße. In dem großen Gebäude wurden einige Räume vermietet. Wenige Jahre später mussten die Mieter weichen, da das rasante Wachstum seinen Tribut forderte.
Bereits damals war der Slogan „Welscher wäscht Wäsche“ in aller Munde. Auch diese Variante zog: „Zuhause waschen ist Quälerei, gib’s doch in die Wäscherei!“ Vor allem private Haushalte wurden bedient, die heutige Haushaltswaschmaschine gab es noch nicht.
Sensation in der Friedrich-Ebert-Straße
Glück im Unglück: Der Zweite Weltkrieg hinterließ im Unternehmen kaum Schäden. So konnte man durchstarten. Wasser und Seife markierten begehrte Tauschmittel in den ersten Nachkriegsjahren. 1950 eröffnete Welscher den ersten Waschautomatensalon „Blitz“ in der Friedrich-Ebert-Straße – eine echte Sensation!
In technischer Hinsicht entwickelte sich das Unternehmen zum Trendsetter am Markt. Das ermöglichte es, durch stetige Produktivitätssteigerungen dem Wettbewerbsdruck zu begegnen. Was sich insbesondere in den 1960er-Jahren auszahlte, als die Branche eine erhebliche Konsolidierung verzeichnete. Welscher überlebte dank technischem Vorsprung und Innovationen.
Berufskleidung für alle Branchen
Das Kundenspektrum wuchs, Hotels sowie Krankenhäuser kamen als Kunden hinzu. 1974 trat man dem Verbund DBL - Deutsche Berufskleider Leasing bei. Angeboten wurde Mietberufskleidung für alle Branchen und Firmengrößen – ein bemerkenswerter Schritt. Der Kunde musste keine Berufskleidung mehr kaufen und erhielt den kompletten Rundum-Service – zum Beispiel Waschen, Nähen und Verschleißersatz.
Bundesweite Kunden bei Welscher
Über den DBL-Verbund konnten die Kunden fortan bundesweit beliefert werden. Die Angebotspalette expandierte auf Miettextilen aller Art. Der Bogen spannt sich seither von Mietberufskleidung, -fußmatten und -putztüchern über den Waschraumservice bis zum Arbeitsschutz. Zum Markenzeichen avancierte der rote Knopf – gemäß dem Leitgedanken „Ein System das anzieht, ein System das passt“.
Vom Handwerk zum komplexen Logistiker
So wandelte sich das Unternehmen vom handwerklichen Wäschereibetrieb zum komplexen Logistiker. Das Waschen trat mehr und mehr in den Hintergrund und ist nur noch ein Teil des Services. 1989 entstand die Niederlassung in Erfurt, der thüringische Markt rückte in den Fokus. 2000 verließ das Team den Kasseler Vorderen Westen und bezog sein neues Gebäude im Industriegebiet Waldau.
Im gleichen Jahr gründeten die agilen Nordhessen zusammen mit Partnern das DBL-Unternehmen Textilservice Süd-West in Stuttgart. Von dort aus wird ganz Baden-Württemberg beliefert.
Von Nordhessen aus in den Süden mit Verantwortung in 4. Generation
2010 erweiterte Welscher sein Liefergebiet auf Südhessen. Fünf Jahre später startete der Bau einer neuen Betriebsstätte in Kirchheim/Teck. 2023 folgte ein Investitionsschub, der den Kasseler Betrieb mit modernstem technischem Equipment ausstattete. 2023 beteiligte man sich am DBL-Unternehmen in Fürth. 2025 feiert der Dienstleister sein 100-jähriges Jubiläum. Jochen und Susanne Welscher übergeben die Verantwortung an die vierte Generation, an Anna-Lena Welscher.