Duderstadt: Der führende MedTech-Spezialist Ottobock hat die Romedis GmbH übernommen, einen Experten für hydrostatische Abdrucktechnik für Prothesenschäfte. Das Unternehmen mit Sitz in Neubeuern (Deutschland) entwickelt Systemlösungen, wie das Symphonie Aqua Polaris, zur Fertigung von Testschäften mithilfe eines speziellen Aushärtungsverfahren durch UV-Licht. Ottobock bietet mit dieser gezielten Ergänzung im Bereich O&P Business Solutions eine zusätzliche Versorgungslösung zum herkömmlichen Gipsabdruck.
„Die Lösung von Romedis unterstützt die Orthopädiefachkräfte, ihre vorhandenen Ressourcen mithilfe von effizienten Abläufen einzusetzen und dabei eine gleichbleibend hohe Versorgungsqualität bei ihren Patientinnen und Patienten zu gewährleisten. Außerdem bietet sie das Potential, Menschen in Wachstumsmärkten oder auch Krisengebieten effektiv zu versorgen, wo die räumlichen Ausstattungskapazitäten zum Teil begrenzt sind“, sagt Dr. Falk Berster, Vice President Business Solutions der Ottobock SE & Co. KGaA.
Andreas Radspieler, Geschäftsführer der Romedis GmbH: „Wir freuen uns, dass wir mit Ottobock einen Partner finden konnten, der die besten Voraussetzungen mitbringt, um die Technologie weiterzuentwickeln und zu skalieren. So leisten wir einen nachhaltigen Beitrag zum Wohl von Patientinnen und Patienten.“
Über die finanziellen Details der Transaktion wurde Stillschweigen vereinbart.
Die Kerntechnologie von Romedis: das Symphonie Aqua Polaris
Die komplette Apparatur ist gerade mal so groß wie ein Industriestaubsauger. Aus Kunstharz imprägnierte Glasfaserstrümpfe werden über den Unterschenkelstumpf der PatientInnen gezogen. Im Anschluss erfasst das Symphonie Aqua Polaris durch hydrostatischen Druck die exakte Anatomie des Stumpfes, genauso wie dessen Knochenstrukturen, Druck- und Schmerzpunkte sowie Weich- und Narbengewebe. Währenddessen wird mittels UV-Licht das Material ausgehärtet. Der ganze Vorgang dauert nicht mehr als zehn Minuten, sodass innerhalb einer Stunde ein komplett fertiger Testschaft entsteht.
Die Technologie fügt sich optimal in den digitalen Versorgungsprozess von Ottobock ein. So kann nach Fertigstellung des Testschafts durch den TransferScan ein digitaler Zwilling von ihm erzeugt und per 3D-Druck in einen Definitvschaft überführt werden. Das bietet den Vorteil, die PatientInnen ohne unnötige Wartezeiten versorgen zu können.