Gesundheit
Veröffentlicht am: 05.01.2026 15:39, Lesezeit: 2 Minuten

Neues Konzept gegen OP-Komplikationen?

Stationäre Patientinnen und Patienten erhalten am Vorabend ihrer Operation die passende Nüchternheitskarte

Wer schon einmal operiert werden musste, kennt das: Vor einer Operation darf man über viele Stunden keine Flüssigkeit mehr zu sich nehmen. Dabei belegen Studien, dass sich Risiken nach einem operativen Eingriff bei langen Phasen ohne Flüssigkeitsaufnahme sogar erhöhen können.

Deshalb setzen die Anästhesistinnen und Anästhesisten des Ev. Krankenhauses Göttingen-Weende
gemeinsam mit allen operativen Fachbereichen ein neues Konzept um, das vor Kurzem gestartet ist. Der Name: „Trinken bis kurz vor der OP“. Damit leistet die Göttinger Klinik einen wichtigen Beitrag zur Patientensicherheit.

Nüchternheitskarte in drei Stufen macht es möglich

Während des Vorgespräches zur OP erhalten die Patienten von den Ärztinnen und Ärzten der
Anästhesie einen Flyer mit den entsprechenden Hinweisen. Dieser wird in der Patientenakte abgeheftet. Stationäre Patientinnen und Patienten erhalten am Vorabend ihrer Operation die passende, laminierte Nüchternheitskarte, die durch das Pflegepersonal der Station am Bett angebracht wird.

Die grüne Nüchternheitskarte bedeutet, dass der Patient keine wesentlichen Vorerkrankungen oder operative Besonderheiten aufweist: das Trinken ist erlaubt. Eine gelbe Karte besagt, dass ein individuelles Vorgehen erforderlich ist. Erhält der Patient eine rote Karte, darf er ab Indikationsstellung weder Essen noch Trinken.

„Das Projekt ist gut angelaufen, es wird sowohl von der Pflege, dem Arztdienst und vor allem den Patientinnen und Patienten gut angenommen“, sagt Dr. Michael Pauli-Magnus, Leitender Oberarzt der Abteilung Klinische Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin des EKW.

„Anfangs waren die Patienten noch etwas zögerlich, aber inzwischen ist unser erstes Zwischenfazit durchweg positiv“, sagt auch die Projektverantwortliche, Oberärztin Delia Monica Scortea. Langfristig ist das Projekt ein Gewinn für die Patienten.

Textquelle: EKW

Fotonachweis: EKW

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