Sollen Hunde auf dem Golfplatz erlaubt sein? Na klar. Auf jeden Fall! Was ist das überhaupt für eine Frage? Einerseits möchte der Golfer als naturverbundener Mensch gelten. Andererseits erschallt bei der Diskussion, wie wir es mit Hunden auf der Golfrunde halten wollen, häufig der gleiche Aufschrei: Niemals! Denn dann liegen überall die Hundehaufen rum! Realiter hört sich das mitunter noch drastischer an…
Stören Hunde auf dem Golfplatz?
Das ist erfahrungsgemäß die erste gedankliche (Kurzschluss-)Reaktion, mit der man sich, wenn dieses Thema auf den Tisch kommt, auseinandersetzen muss. Ein aus meiner Sicht merkwürdiger Reflex. Denn der „Haufen“ ist, so zeigt es die Realität, das geringste Problem für den Golfspieler überhaupt.
So klappt es mit der stressfreien Golfrunde
Hundehaufen auf dem Golfplatz gibt es (fast) nicht, behaupte ich. Denn: Welcher Hundebesitzer geht mit seinem Hund auf dem Platz, ohne vorher mit ihm das routinemäßige Gassi-Gehen erledigt zu haben? Möchte er sich selbst den Stress auferlegen, unterwegs die Exkremente seines haarigen Partners aufzusammeln? Und falls es tatsächlich doch mal passiert, ist das Sackerl fürs Kackerl selbstverständlich griffbereit in der Tasche. Denn wer möchte schon auf einem verschmutzten Platz spielen?
Das Miteinander von Mensch und Hund
Trotzdem muss man sich mit dem erwähnten Argument als Hundebesitzer stets aufs Neue auseinandersetzen. Das zeigt die Erfahrung ebenso, wie sie deutlich macht, dass sich Golfspieler durch das erlebte Miteinander von Mensch und Hund auf dem heiligen Rasen überzeugen lassen, dass ein Hund auf der Runde in diese Hinsicht kein Problem darstellt.
Besser als der Mitspieler!
Wichtiger ist, dass sich der Hundeführer verantwortungsvoll verhält. Das tut er schon allein deshalb, weil es eine wunderbare Sache und ein Privileg ist, sein Hobby in Beisein seines pelzigen Lieblings ausüben zu können. Golf und Hund zusammen gehen nur, wenn das Tier sich so verhält, dass es weder andere noch sein Herrchen bzw. Frauchen beim Spiel stört.
Der Vierbeiner muss also sozialisiert sein, eine Golfrunde unaufgeregt und diszipliniert mitgehen zu können. Golf soll Spaß machen, entspannen und die innere Harmonie fördern. Ein stressiger Hund geht da gar nicht! Am besten weiß das der Hundehalter. Selbstredend geht es hier nur um Freizeit- und Feierabendrunden.
Ach ja. Ein Hund hinterlässt weder Pitch-Marken auf dem Grün. Er vergisst auch nicht, Divots zurückzulegen. Es hat mich gefreut, als einmal ein Spielpartner erklärte, das Verhalten meines Hundes sei besser als das mancher Mitspieler, die er erlebt habe…
Warum sollte man etwas untersagen, das keinem schadet?
Da ist noch die Sache mit dem „Prinzip“, aus dem heraus Hunde auf dem Golfplatz nichts zu suchen hätten. Um Himmels Willen. Was wäre das denn für ein bescheidenes Prinzip? Da könnte man Philosophen bemühen, die kluge Dinge über die Achtung der Kreatur und über die Kohärenz von Tier- und Menschenliebe sagen. Doch hängen wir die Sache nicht so hoch auf.
Fragen wir lieber: Warum sollte man etwas untersagen, das keinem schadet? Man überlege nur, wann, wie oft und wo der Misanthrop (Schopenhauer) einem Hund auf dem Golfplatz überhaupt nahekommt?
Sein großes Herz tragen
Weitere Fragen drängen sich auf. Zum Beispiel: Warum ein Vierbeiner irgendwo hinterlassen oder abgelegt werden sollte, wenn er die Runde bereichern und mit seinem „Rudel“ zusammen sein kann? Warum soll etwas verboten werden, was dem Club nützt – etwa in Sachen neuer Mitglieder mit Hunden? Warum sollte etwas tabu sein, das nach anfänglicher Aufregung und kurzer Gewöhnungsphase ohnehin kein Problem mehr darstellen wird?
Und noch eine Frage: Wussten Sie eigentlich, warum ein Hund vier Beine hat? Ganz einfach: Damit er sein großes Herz besser tragen kann!
Textquelle: Waldemar Lenze
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