Ein Überflieger, ein starker Amateur und ein früherer Ryder-Cup-Spieler in Lauerstellung: Der Start in die sechste Ausgabe der German Challenge powered by VcG präsentierte neben besten sommerlichen Bedingungen hochklassigen Spitzensport. Dabei brillierte vor allem Filip Mruzek aus Tschechien, der sich mit acht Birdies und einer 64er Runde (-8) an die Spitze des einzigen deutschen Turniers auf der HotelPlanner Tour spielte – und dabei einen neuen Platzrekord im Wittelsbacher Golf Club aufstellte.
Hinter dem 34-Jährigen platziert sich der frühere Ryder-Cup-Spieler Chris Wood (England) bei sechs unter Par vor einem Quintett rund um den deutschen Amateur Thomas Schmidt einen Schlag dahinter.
Filip Mruzek mit sieben Birdies auf den ersten neun Bahnen
„Es war eine großartige Runde, besonders auf den ersten neun Löchern“, freute sich Mruzek, der mit sieben Birdies auf seinen ersten neun Bahnen früh die Richtung Traumrunde eingeschlagen hatte. „Ich weiß, dass man an Tagen wie diesen geduldig sein und sich auf jeden einzelnen Schlag konzentrieren muss. Es hätte heute noch mehr sein können, aber mit acht bin ich mehr als zufrieden.“
„Nach meinem Birdie auf der 18 [seinem neunten Loch, d. Red.] bei sieben unter zu liegen, war großartig, die sechs Tap-in-Pars waren schön, und den Putt auf der 9 für den Platzrekord zu versenken, war perfekt.“
Mruzek hatte erst Mitte Juni in Österreich nach mehr als hundert Versuchen seinen ersten Tour-Sieg gefeiert – nun ist er erneut auf einem guten Weg. „Der Sieg hat mir ein bisschen mehr Freiheit gegeben. Ich habe zehn Jahre auf diesen Moment gewartet, das kann die Geduld auf die Probe stellen.“ Wenn er so weiter macht, muss er auf seinen nächsten Sieg nicht mehr so lange warten.
Amateur Thomas Schmidt als bester Deutscher
Mit einem Birdie beendete Amateur Thomas Schmidt seine starke Runde zum Auftakt. Mit einer 67 (-5) kam der 24-Jährige vom Golfclub Hösel vom Kurs und ist damit bis morgen bester Deutscher auf dem Leaderboard – beim seinem erst zweiten Start auf der HotelPlanner Tour überhaupt.
„Im Vergleich zur letzten Woche bei der BMW International Open war ich deutlich entspannter im Kopf“, erklärte Schmidt, der in der vergangenen Woche erst sein Debüt auf der DP World Tour in München gegeben hatte.
„Man ist nicht die ganze Zeit auf Adrenalin, und das hat heute geholfen. Ich habe fehlerfrei gespielt, kein Bogey, kein Doppelbogey, dazu einmal richtig Glück mit einem eingepitchten Chip aus rund 60 Metern.“
Meistdekorierter Golfer der Universitätsgeschichte der Arkansas State
Schmidt, der im vergangenen Monat sein Studium an der Arkansas State als meistdekorierter Golfer der Universitätsgeschichte abgeschlossen hatte, will in wenigen Wochen ins Profilager wechseln. Ein gutes Ergebnis bei der German Challenge powered by VcG wäre ein passender Abschluss einer erfolgreichen Amateurlaufbahn. Doch der Weg bis Sonntag ist weit.
„Vom Tee muss man hier diszipliniert abschlagen und auch mal ein Eisen 7 oder 8 ins Grün in Kauf nehmen, sonst gerät man schnell in Schwierigkeiten – keine Fehler machen und die Chancen nutzen, die sich bieten, das ist hier das Rezept. Für morgen heißt es früh raus, aufwachen, vorbereiten, ordentlich stretchen und dann langsam in die Runde reinkommen und keine Fehler machen."
Christian Bräunig und Velten Meyer spielen vorne mit
Neben Schmidt glänzten aus deutscher Sicht am Donnerstag in Christian Bräunig und Velten Meyer zwei Tour-Routiniers. Beide spielten eine 68 (-4) und positionierten sich damit mit besten Aussichten für die kommenden Tage.
„Es war schön, wieder hier zu sein, mit dem deutschen Publikum vor Ort“, sagte Meyer, 31, der im vergangenen Jahr seine Karte für die HotelPlanner Tour verloren hatte und nun versucht, über die Pro Golf Tour wieder zurück zu kommen.
„Es hilft schon, den Platz gut zu kennen und relativ genau zu wissen, welche Schläger man an welchem Loch abschlagen will“, so Meyer, der sich neben dem Erfolg auf dem Platz auch freut, „viele bekannte Gesichter wiederzusehen“.
Gute Up-and-Downs führen zur soliden Runde
Bräunig sprach von einer „komischen Runde. Mein langes Spiel war heute nicht optimal, aber ich habe extrem gut geputtet und konnte mich dadurch immer mehr reinspielen. Gerade am Anfang habe ich ein paar Grüns verfehlt, aber mit guten Up-and-Downs die nötige Ruhe gefunden, was den Druck vom langen Spiel genommen hat. Am Ende bin ich super happy mit dem Ergebnis“, sagte Bräunig, 33, der sich zuletzt in ansteigender Form präsentiert hatte und nun auf das erste Top-Ergebnis der Saison hofft.
„Ich versuche, mir über meine Ausgangslage nicht zu viele Gedanken zu machen und gehe es Schlag für Schlag an, aber klar zeigt mir das Ergebnis, dass mein Spiel gut genug ist, um hier vorne mitzuspielen."
Dabei hofft der Mainzer auf seine gute Beziehung zum Kurs in Neuburg an der Donau. „Das hier ist ein super selektiver Platz, bei dem am Ende der gewinnt, der wirklich am besten spielt – genau das wünscht man sich im Profigolf.“
Linus Lang und Jan Schneider teilen sich den 9. Rang
Hinter Bräunig und Meyer auf dem geteilten neunten Rang liegen Linus Lang und Jan Schneider bei drei unter Par (T18) ebenfalls aussichtsreich nach Runde eins. Philipp Katich, Hurly Long und Anton Albers gehen vom geteilten 31. Rang von zwei unter Par in den Freitag.
German Challenge präsentiert attraktives Spielerfeld
In diesem Jahr sorgt ein beeindruckend starkes deutsches Aufgebot für große Titelhoffnungen. Unter anderem sind DP World Tour Sieger Max Kieffer, Olympia-Teilnehmer Hurly Long, Top-Talent Tiger Christensen und Asian Tour Sieger Dominic Foos, der hier 2023 mit Platz zwei begeistert hatte, am Abschlag.
Weitere deutsche Starter sind Yannik Paul, Max Rottluff, Marc Hammer, Allen John, Nick Bachem, Jannik de Bruyn, Jan Schneider, Linus Lang, Christian Bräunig, Alex Knappe, Anton Albers, Michael Hirmer, Frederik Eisenbeis, Velten Meyer, Fabius Will Bradhering, Nicolas Horder, Thomas Schmidt und Philipp Katich, 2025 bester Deutscher auf Rang vier.
Deutscher Golfnachwuchs nutzt Turnier als Aufstiegshelfer
Nachdem die ersten Ausgaben bereits eindrucksvoll bewiesen haben, welchen Wert das Turnier für den deutschen Nachwuchs hat, hoffen nun weitere Talente auf jede Menge Wettkampferfahrung und Möglichkeiten, sich den Aufstieg auf die DP World Tour zu erspielen.
Dabei helfen deutschen Golfern die zahlreichen nationalen Startmöglichkeiten über die gesamte Saison auf der HotelPlanner Tour. Zudem nutzen auch bekannte Größen Events wie die German Challenge powered by VcG, um sich wieder in die Spielerfelder der DP World Tour zurückzuspielen.
Textquelle: Starke & Pfeiffer GmbH
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