Golfclub Marburg

Die ,,Perle Mittelhessens'' feiert ihren Fünfzigsten

Dieser laue Frühsommerabend war ein besonderer im Oberhessischen Golf-Club Marburg. Es war ein Abend des Innehaltens, des Erinnerns, des Wiedersehens, der Ehrungen und Würdigungen, es war ein Abend mit kulinarischen Hochgenüssen, ein Abend an dem tolle Künstler auftraten und es war ein Abend der Anekdoten. Anlässlich seines 50. Geburtstags hatte der Oberhessische Golf-Club Marburg zum Festabend eingeladen. Und zahlreiche Gäste konnte Präsident Michael Schwarz begrüßen, darunter u.a. auch Marburgs Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies oder Stefan Backhaus, Vorsitzender des Sportkreises Marburg-Biedenkopf, um nur einige zu nennen. Letzterer überraschte in seiner Rede zur Gründung des Golfclubs vor 50 Jahren mit einem Zitat des ehemaligen Weltklasse-Tennisspielers Arthur Ashe: „Starte dort, wo du stehst. Benutze das, was du hast. Tu das, was du kannst.“ „So in der Art gingen sicherlich auch die sieben Pioniergeister vor 50 Jahren ans Werk, als den Entschluss fassten, einen Golfclub zu gründen“, so Backhaus. 

Dazu gleich die erste Anekdote: Gotthold Meyer und Heinz Ludwig gelten als die Urheber des Marburger Golfclubs. Gotthold Meyer war wohl durch einen gewissen Bill Ludwig (USA) vom Golfvirus infiziert worden und hat dann mit Heinz Ludwig Anfang der 70er Jahre beschlossen, einen heimischen Golfclub zu gründen. Das taten sie gemeinsam mit Dr. Alfred Balzer, Reinhard Balzer, Dieter Brehm, Bernadette und Waldemar Buske, Gunther Friese sowie Lieselotte Meyer – Gründungsdatum ist der 2. Juni 1973.

Aus den damals neun Mitgliedern sind inzwischen 820 geworden – allein in den vergangenen drei Jahren kamen 100 neue Mitglieder hinzu. Kein Wunder, besticht der Platz doch mit einer herrlichen Lage sowie einem exzellenten Pflegezustand. Das bestätigte auch Ex-Head Professional Trevor Rigby (war 33 Jahre im OHGC tätig), der extra zum Jubiläum aus England angereist war: „Der Platz ist eine Augenweide“, so Rigby, „nicht umsonst wird er unter Golfern als ‘die Perle Mittelhessens‘ bezeichnet.“ Trevor Rigby hat übrigens auch einen Beitrag in der Jubiläums-Ausgabe des „Eagle“ geschrieben, dem clubeigenen Magazin des OHGC. Letzter Satz dort: „Oberhessischer Golfclub, es ist mir eine Ehre, Teil deiner Historie zu sein!

Das gelang bisher noch keinem Golfclub

Perle hin, Perle her, was vermutlich bislang keinem Golfclub aus der Region gelang – womit wir bei der nächsten Anekdote wären – das hat der OHGC im Jahr 2018 geschafft: Dank einer Sau war er in fast jedem Medium der Republik vertreten. „Schwein stoppt Golfturnier“, titelte beispielsweise der Spiegel. Und weiter: „Dieses Turnier werden sie ihr Leben lang nicht vergessen: In Hessen mussten etwa 20 Golfer ihren Wettkampf abbrechen, weil eine tierische Konfrontation drohte. Ein Hausschwein war in Cölbe bei Marburg (Hessen) über die Seitenbrüstung eines Transporters gesprungen, als der Landwirt es einladen wollte. Das laut Polizei rund 250 Kilogramm schwere Tier rannte in Richtung des Golfplatzes. Als die etwa 20 Spieler erfuhren, dass ein Schwein frei herumlaufe, bliesen sie den Wettbewerb ab. ‘Sie dachten wohl, das Schwein könnte sie angreifen. 250 Kilogramm sind schon eine Hausnummer‘, sagte ein Polizeisprecher.“ Eine Meldung wert war das Schwein auch u.a. der BILD, der TZ und dem General-Anzeiger Bonn.

Stichwort Schwein. Ein kulinarisches Highlight war der Festabend auch. Wobei das Kammsteak (vom Schwein) lediglich ein Bruchteil dessen war, was am Buffet geboten wurde. Daneben gab es Seehecht in Dill-Rahmsauce, Lachs auf Spinat, Putengulasch mit Früchten und dazu (je nach Wunsch) Spargelrisotto, Kartoffelspalten Reis und Nudeln. Und als krönenden Abschluss Panna Cotta mit Früchten und frischen Obstsalat. Da blieben keine Wünsche offen.

Auch nicht die der Spitzengolfer des Clubs, von denen zahlreiche vertreten waren: Stephan Knolle (Hcp. 6,4), Leon Holler (Hcp. 6,5) und allen voran der Kapitän der 1. Herrenmannschaft, Maximilian Moll (Hcp. 1). Der stand an diesem Abend, anders als vermutlich gewohnt, im Mittelpunkt: Zauberer Carsten Schmoll hatte sich den Mathematiker Moll ausgesucht, um mit diesem das Publikum mit unglaublichen Zaubertricks zu verblüffen. Atemberaubend, so wie der gesamte Abend.

Autor: Redaktion
Fotonachweis: Karsten Knödl
Wenn Petrus die Runde leicht verkürzt
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