Die Zukunft der LIV Tour ist ungewisser denn je. Anfang des Monats haben die Verantwortlichen des saudischen Staatsfonds PIF bestätigt, was viele bereits erwartet haben. Das finanzielle Investment in das Projekt LIV-Golf endet nach fünf Jahren mit dem Ende dieses Jahres. Das Projekt gilt als wirtschaftlich gescheitert und konnte nie die gewünschte Medienrelevanz erreichen. Ein absehbarer Return of Investment schien unerreichbar.
Lockten die hohe Preisgelder Golf Professionals zur LIV?
Ob sich alternative Finanzierungsoptionen für das milliardenfressende Spektakel finden, darf mit Recht bezweifelt werden. In jedem Fall ist abzusehen, dass die üppigen Antritts- und Preisgelder, für welche die gekauften Stars den Status ewiger Verbannung von klassischen Tour-Events in Kauf genommen haben, versiegen werden. Es scheint, dass die bekannten Protagonisten langsam beginnen, sich nach neuen Spielplätzen umzusehen.
Eine Rückkehr zur PGA und DP-World Tour ist ein individueller und komplexer Prozess
Bei PGA und DP-World Tour besteht durchaus Interesse daran, dass die besten Spieler der Welt in einer Tour gegeneinander antreten. So gern man die großen Namen unter den „Abtrünnigen“ aber wieder im Starterfeld sähe, so kompliziert ist der Prozess, eine für alle Beteiligten gesichtswahrende Rückkehr zu ermöglichen.
Da waren auf der einen Seite eine Reihe zugeschlagener Türen, zum Beispiel seitens der Herren Rahm, DeChambeau und Smith beim PGA Returning Member Programm. Auf der anderen Seite gilt es, die Interessen der loyalen PGA- und DP-World Tourspieler, die Millionenangebote ausschlugen, zu berücksichtigen.
Sieben LIV Spieler einigen sich mit DP-World Tour
Selbst als die LIV-Kollegen Tyrrell Hatton und Tom McKibbin Ende April eine Vereinbarung unterzeichneten, die es ihnen erlaubt, schon 2026 neben der LIV auch DP-World Veranstaltungen zu bestreiten, blieb Jon Rahm einer solchen noch entschlossen fern. Seine Position habe sich nicht verändert, sagte der Spanier noch im ersten Quartal der Saison. Insbesondere missfiel ihm die von ihm geforderte Anzahl an Teilnahmen.
„Ich werde nicht sechs Events spielen“, gab Rahm zur Kenntnis.
LIV-Spieler kehren nach Geldstrafen zurück zur PGA und DP-World Tour
Laurie Canter, Adrian Meronk, David Piug, Riad Gewinner Elvis Smylie, Thomas Detry und Victor Perez hingegen unterschrieben ebenfalls und verpflichteten sich ausgesprochene Geldstrafen zu bezahlen, sowie laufende Berufungen dagegen zurückzunehmen.
Alle werden die verbleibenden LIV-Events dieses Jahres bestreiten und an mindestens vier Turnieren der DP World Tour starten. Hinter den Kulissen hieß es, dass die Anzahl der in 2026 noch zu spielenden DP-World Turniere individuell auf jeden einzelnen Spieler zugeschnitten wurde.
Rahms späte Einsicht über seinen LIV-Verbleib
Anfang Mai folgte dann schließlich der Kompromiss und Rahm verkündete beim LIV Golf Event in Virginia die finale Einigung mit der DP-World Tour: „Es gibt kein patt mehr.“ Wann Rahm wieder in europäische Tourgeschehen eingreifen wird, sagte er noch nicht, aber zukunftsweisend in seiner Bedeutung für den kommenden Ryder-Cup ist der Deal schon jetzt.
Rahm ist in Europa wieder spielberechtigt und kann so, vorausgesetzt er konserviert seine aktuell herausragende Form, für Ryder-Cup Captain Luke Donald wieder eine wichtige Schlüsselposition im Team Europe einnehmen.
Wird DeChambeau Influencer?
Bryson DeCambeau sieht die Situation bislang überraschend gelassen. Sein Vertrag mit LIV-Golf endet mit dem Ende dieses Jahres. Auch er hatte eine Rückkehr zur PGA am Jahresanfang abgelehnt. Inzwischen denkt der Amerikaner laut darüber nach sich zukünftig mehr als Influencer, als als Tourspieler zu verwirklichen.
„Ich würde meine Youtube -Kanal gern verdreifachen“, ließ er in US-Medien verlautbaren.
Er würde liebend gern Inhalte in verschiedenen Sprachen veröffentlichen, und natürlich würde er weiterhin bei Turnieren antreten, die ihn dabei haben wollen.
Was tut die alte Garde?
Die Vertreter der älteren LIV-Generation wie Phil Mickelson (55) und Lee Westwood (53) und Ian Poulter (50) könnten geneigt sein, unter diesen Voraussetzungen an ein Karriere-Ende zu denken. Als Multimillionäre werden sie sich fragen, ob sie sich den wöchentlichen Tourstress überhaupt noch antun wollen, oder ob sie lieber das Leben genießen und zum Spaß in einer entspannten Senior-Tour aufteen. Für Mickelson wird in jedem Fall das Masters Zeit seines Lebens offenstehen, um im zukünftigen Weltgolf präsent zu sein.
Und die „Sonstigen“?
Letztendlich wären dann noch die Gruppe der „Brot- und Butter-Spieler“ unter den LIV-Golfern, Spieler wie Mark Leishman, Matthew Wolff und andere werden es deutlich schwerer finden, die Tourkarten zur DP-World oder PGA zu lösen, solange ihre Teilnahme die Attraktivität der Tour beim Publikum nicht wirklich beeinflusst.
Hier scheint ein Gang über die Qualifikation auf der Hotel-Planner Tour zur DP-World Tour beziehungsweise über die Korn Ferry Tour zur PGA die wahrscheinlichste Option.
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