Golfclub Hardenberg

„Das ist quasi die Quadratur des Kreises“

Im Fokus: Präsident Oliver Bartels: „Ein großes Anliegen, das ich regelmäßig mit allen Mitarbeitern intensiv diskutiere, ist für mich der Team-Auftritt insgesamt, die Außendarstellung und besonders die Freundlichkeit sowie Qualität im Service-Center.“

Im ersten Teil des Gesprächs äußerte sich Oliver Bartels zu Investitionen auf seiner Anlage, zur Wasserversorgung der Grüns und der personellen Ausstattung der Leitungsebene. Nun nimmt der Präsident des Golfclubs Hardenberg unter anderem Stellung zu Top-Events, zur Außendarstellung seiner Destination und zur Arbeit des Service-Centers.

Herr Bartels, wie sind Sie vorgegangen, um die entstandene Lücke im Management zu füllen?

Oliver Bartels: Die Leitung und Steuerung des Vereins, mit zahlreichen Turnieren und 1.500 Mitgliedern sowie der Weiterentwicklung des Resorts im Bereich Marketing, Sponsoren und Außendarstellung, kann eine Person allein zeitlich nicht leisten. Daneben sind umfangreiche Arbeiten im laufenden betriebswirtschaftlichen Controlling zu erfüllen.

Wir haben Glück gehabt und konnten kurzfristig einen motivierten Mitarbeiter einstellen, der vor allem – wie man heute so schön sagt – richtig Bock auf den Hardenberg hat. Er ist seit über 20 Jahren Golfer, ein langjähriger Mannschaftsspieler mit Single-Handicap, verfügt über ein abgeschlossenes Studium im Bereich Touristik, mit dem Schwerpunkt Golf und Betriebswirtschaft. Durch sein Duales Studium kommt noch viel praktische Erfahrung hinzu.

Das ist genau das Profil, das wir uns vorgestellt haben – jemand, der sich dienstleistungsorientiert engagiert und mit breiten Kenntnissen im Golfsport aufwartet. Er heißt Julian Kleinheisterkamp und arbeitet gemeinsam mit Kirsten Creutziger im Clubmanagement, mit entsprechenden Schwerpunkten.

Wohin soll sich das Resort entwickeln?

Oliver Bartels: Zunächst geht es darum, das Erreichte zu stabilisieren und so zu organisieren, so dass sich ein möglichst reibungsloses operatives Tagesgeschäft und Turniergeschehen ergibt. Das vom Vorstand schon lange eingeforderte Qualitätsmanagement und ein laufendes Reporting müssen endlich fertiggestellt werden.

Perspektivisch werden wir die notwendigen Investitionen in eine moderne Infrastruktur vornehmen. Dazu zähle ich die Grundversorgung mit Wasser für unsere Plätze, die Sicherstellung der Trinkwasserversorgung in Quantität und Qualität für das gesamte Resort, ebenso die neuen Umkleiden, Sanitärbereiche, die sanierte Zufahrt zum Resort und die Heizung mit Pellets sowie die Solarthermie.

Die Gastronomie hat umfangreich renoviert. Die moderne flexible Terrassenüberdachung eröffnet uns neue Möglichkeiten für Veranstaltungen mit Mitgliedern und Gästen.

Unsere Plätze hatten schon immer einen hohen Standard und waren für zahlreiche Events des DGV, der PGA oder der Pro Golf Tour sowie für Top-Events interessant. Aktuell bekommen wir dort keinen Zuschlag, weil es andere Plätze gibt, die finanziell interessanter für die Organisatoren sind. Wir wollen aber unsere Anlage nicht unter Preis zur Verfügung stellen und dabei Kapazitäten blockieren. Der DGV und die PGA schätzen unser Resort und seine geographische Lage – vor allem, wie gut wir solche Events organisieren können. Insofern bin ich zuversichtlich, dass wir bald wieder „dran sind“ mit Blick auf ein Top-Event.

Wo sehen Sie weitere Stellschrauben?

Oliver Bartels: Wir werden die Plätze auf dem Niveau der letzten Jahre halten, die neue Infrastruktur pflegen und hier und da punktuell verbessern, zum Beispiel einen Schlägerwaschplatz im Bereich der Golfschule einrichten. Hier wird uns die Kreissparkasse Northeim als Sponsor unterstützen. Vor allem wollen wir das Potenzial des Resorts nach außen tragen. Das ist die Herausforderung, und genau dort sehen wir den nächsten Schritt der Weiterentwicklung. Wir sind der Hardenberg und gehören zur Elite der Golfplätze, zumindest in Deutschland. Wir sind eines der größten und besten Resorts in Deutschland – mit unseren 42 Löchern und herausragenden Trainingsmöglichkeiten. Das Feedback unserer Gäste wie auch der offiziellen Vertreter von DGV und PGA ist da eindeutig. Das findet sich leider aber in den offiziellen Rankings diverser Fachmagazine nicht wieder. Marketing bedeutet auch, die richtigen Stellschrauben in der Außendarstellung und damit der öffentlichen Wahrnehmung zu drehen. Das muss uns einfach noch besser gelingen.

Wir haben im internen Marketing mit der Digitalisierung, der neuen Homepage, dem Inside-Magazin sowie den Bildschirmen in vielen Bereichen schon viel umgesetzt. Und wir haben die Einnahmen deutlich positiv entwickeln können, um diese Investitionen bezahlen zu können. Jetzt müssen wir unsere Erfolge noch besser nach außen in die Golfwelt transportieren. In Zusammenarbeit mit den Partnerhotels entwickeln wir laufend neue Konzepte, um unsere Greenfee-Einnahmen auf hohem Niveau zu stabilisieren, damit wir auch in Zukunft investieren können. Nach Corona reisen die Golfer wieder mehr ins Ausland, gerade bei so miserablem Wetter wie in diesem Frühjahr. Das müssen wir durch gutes Marketing kompensieren.

Apropos Wetter: Welche Rolle spielte dieser Aspekt im Frühjahr?

Oliver Bartels: Der schwierige Winter und die langen kalten Wochen bis Ende April taten unseren Einnahmen im Bereich Greenfee, Pro-Shop und Vermietung zum Beispiel von Carts nicht gut. Es war lange leider zu feucht und zu kühl, um die nötigen Maschinenmaßnahmen durchzuführen, die für eine schnelle Besserung notwendig sind. Man darf nicht vergessen, dass die Greens auf dem Göttingen Course schon über 50 Jahre alt sind. Da gibt es immer wieder „Fremdgräser“, die sich etablieren und die Arbeit der Greenkeeper dauerhaft erschweren. Eine Sanierung der Greens, insbesondere auf dem Göttingen Course, mit einem Austausch der kompletten Oberflächen haben wir immer wieder diskutiert. Allerdings sind die Kosten in der aktuellen Situation nicht zu stemmen. Daneben gilt es, den Spielbetrieb möglichst ganzjährig sicher zu stellen – quasi die Quadratur des Kreises.

Was bedeuten diese Aspekte für die Arbeit Ihres Service-Centers?

Oliver Bartels: Ein großes Anliegen, das ich regelmäßig mit allen Mitarbeitern intensiv diskutiere, ist für mich der Team-Auftritt insgesamt, die Außendarstellung und besonders die Freundlichkeit sowie Qualität im Service-Center. Wir müssen bei unserer Größe konsequent auf die Einhaltung von Regeln und Etikette des Vereins und des Sports achten sowie die notwendigen Organisationsabläufe bei Turnieren berücksichtigen. Alles muss dabei in einer spürbaren Freundlichkeit und positiven Kommunikation stattfinden. Da ist in den letzten Jahren etwas eingeschlafen, was wir nun hoffentlich schnell wieder wecken können. Wir haben das erkannt. Ich bin mir sicher, das Team wird daran arbeiten. Julian Kleinheisterkamp hat unsere Philosophie verstanden. Als „Touristiker“ mit reichlich praktischer Erfahrung wird er neue Impulse setzen.

Autor: Redaktion
Fotonachweis: nh
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